Die Herzogin-Agnes-Gedächtniskirche



Gustav Wolf

Zur Geschichte des Kirchenbaues

Am 28. April 1903, dem 50jährigen Erinnerungstag seiner Vermählung mit Prinzessin Agnes von Anhalt-Dessau (1824-1897), stiftete Herzog Ernst I. von Sachsen-Altenburg zum Andenken an seine verstorbene Gemahlin den Bau der Herzogin-Agnes-Gedächtniskirche. Er beauftragte den Baurat Alfred Hermann Wanckel mit Entwurf und Ausführung dieser Kirche. Altenburg war Haupt- und Residenzstadt des Herzogtums Sachsen-Altenburg, das durch das dazwischenliegende Fürstentum Reuß (Gera) in den Ost- und Westkreis geteilt wurde. Die Stadt mit ihrem auf einem mächtigen, steilen Porphyrfelsen liegenden Schloss, deren Anfänge im 10. Jahrhundert liegen, gehörte zum Ostkreis. Die Regierung lag seit 1853 in den Händen von Herzog Ernst I.

Barbara Löwe/ Günter Hummel

Die Einweihung der Herzogin-Agnes-Gedächtniskirche

Herzog Ernst I. hatte mit Schreiben vom 15.9.1903 die Leitung des Kirchenbaus einem Komitee übertragen, bestehend aus dem Staatsminister von Helldorff als Vorsitzendem, dem Oberstallmeister Freiherrn von Ziegesar, Generalsupereintendent Lohoff sowie Regierungs- und Baurat Wanckel. Die Grundsteinlegung auf dem zukünftigen Altarplatz erfolgte am 28.4.1904. Baurat Alfred Wanckel stand der Architekt Alfred Krebs hilfreich zur Seite. Viele Altenburger Handwerker waren am Bau beteiligt. Drei Jahre nach der Stiftung, am 28.4.1906, konnte das Gotteshaus geweiht werden. Herzog Ernst I. von Sachsen-Altenburg übergab dem Altenburger Oberbürgermeister Oßwald symbolisch den Schlüssel für diese Kirche. Der östliche Teil Altenburgs, die so genannte Neue Welt, eine Stadterweiterung der damaligen Jahrhundertwende, erhielt damit ein eigenes Gotteshaus.

Die Lage der Kirche

Der Bau liegt mit zwei Seiten am ehemaligen herzoglichen Schlossgarten und bildet den malerischen Abschluss des stark ansteigenden Geländes, wobei der Turm die Stadt überragt und eine herrliche Aussicht weit über das Altenburger Land hinaus ermöglicht. Die beiden anderen Fronten der Kirche öffnen ihre Türen nahe einer Straßenkreuzung. Dadurch haben die Besucher kurze und bequeme Wege. Zur besonderen Betonung der Ecklage hat der Turm südlich des Eingangs seinen Platz erhalten. Die Stellung des Gebäudes ist so gewählt, dass in den Vormittagsstunden die Sonne den im Schiff sitzenden Kirchenbesuchern nicht blendend ins Gesicht scheint. Deshalb konnte die Rückwand des Altarplatzes im Westen mit großen Fenstern versehen werden. Die Beleuchtung wirkt sehr stimmungsvoll, wenn der Altar schräg von der Seite beschienen wird. Die Kirche beeindruckt den Betrachter auch, weil die Maßverhältnisse des Gesamtbaus zur Umgebung passen und auch die Größe der Gebäudeteile untereinander stimmig ist. Dem Schiff ist im Osten die Eingangs- und Gedächtnishalle vorgelagert. Im Westen öffnet sich der als ein halbes Achteck gestaltete Altarraum zum Schiff. Auf seiner Südseite ist die Sakristei und nördlich die herzogliche Kapelle angebaut, die beide von außen zugänglich sind. Unter dem Altarraum befindet sich die herzogliche Gruft.

Der Turm

Eine im wahrsten Sinne des Wortes herausragende Bedeutung hat der 56 m hohe Glockenturm (wohl der höchste Punkt der Stadt). Das Turmportal ist von einer Steinwulst rautenartig gebundener Sonnenblumenornamente umgeben. Darunter sind die vier Symbole der Evangelisten in Stein gemeißelt. Das Tympanon trägt das Sinnbild Taube mit Ölzweig und den Gruß: „Friede sei mit euch!“ Diese Bildhauerarbeiten schuf der Bildhauer Samuel Knorr, Leipzig. Nach dem ruhigen, festen Turmunterbau, in dem sich der Aufgang zu den Emporen befindet und der das schwere schwankende Geläut zu tragen hat, folgt der architektonisch Glockenstuhl mit den drei Glocken beherbergt. Die Uhr fertigte die Firma W. Rochlitz, Berlin. Über der Uhrkammer

folgt schützend der imposante Turmhelm. Die Kugel unter dem Kreuz enthält eine Metallkapsel mit Urkunden. Die Höhe des Kreuzes beträgt 3m.

Zur Geschichte der Glocken

Der Ruf der Glocken, ihre weihevollen Klänge gehören zum religiösen Leben. Anfang Januar 1905 erhielt der Kirchenneubau seine ersten drei Glocken mit einem Gewicht von 60 Zentnern. Das Geläut in c-Moll (c-es-g) war das letzte Werk der Firma G. A. Jauck in Leipzig. Auf der großen Glocke, ca. 1,5 m hoch, fand man die Abbildung einer Krone und „Gott zu Ehren, meiner teuren Gemahlin zum Gedächtnis, der Kirchgemeinde zum Segen“, die Worte des Herzogs zu seinen Hammerschlägen bei der Grundsteinlegung. Auf der zweitgrößten Glocke stand: „Das Gedächtnis der Gerechten bleibt in Segen“ und auf der kleinren: „Des Vaters Segen bauet den Kindern Häuser‘, was als Inschrift in der Gedächtnishalle noch heute zu lesen ist. Die beiden kleineren Glocken versahen gleichzeitig den Uhrschlag, wobei die kleinste zum Anschlagen der Viertelstunden diente. Die beiden großen Glocken mussten im 1. Weltkrieg abgeliefert werden. Danach ging eine ansehnliche Geldsammlung für neue Glocken durch die Inflation verloren. Durch weitere Spenden konnten zwei noch größere Bronzeglocken als die ursprünglichen erklingen. Sie fielen aber dem 2. Weltkrieg zum Opfer. 1955 erhielt das Gotteshaus die heutigen drei Gussstahlglocken mit den Inschriften: „Unser Gott kommt und schweigt nicht“ (große Glocke), „Das Wort unseres Gottes bleibt ewiglich“ (mittlere) und „Suchet den Herrn, solange er zu finden ist“ (kleine).

Baubeschreibung

Der Kirchenbau strahlt eine monumentale ernste Ruhe aus, da die Baurnasse nicht allzu sehr zergliedert ist und das Bauwerk in der Hauptsache aus einheitlichern Baustoff hergestellt wurde. Für die Maurerarbeiten war Baumeister H. A. Richter aus Altenburg zuständig. Die Anlage ist ein einschiffiges Langhaus (18 m x 14 m), wobei die Gesamtlänge der Kirche 37 m, die Breite 23 m und die Dachhöhe 20 m betragen. Eine besondere Zierde für das Kirchendach ist der Dachreiter. Der Unterbau der Kirche wurde in Granit ausgeführt, den die Granitwerke Gebrüder Frank in Kirchenlamitz im Fichtelgebirge lieferten. Für die äußere Bekleidung lieferte die Westdeutsche Eisenbahn-Gesellschaft, Abt. Steinbrüche, in Brohl am Rhein Kalktuffstein aus ihren schon den Römern bekannten Steinbrüchen in Weibern in der Eifel. Die von Steinmetzen und Bildhauern bearbeiteten Werkstücke sind aus Weiberner Tuffstein und weißem Cottaer Sandstein. So führte Max Blankmeister, Altenburg, Arbeiten vor allem vom Emporengesims aufwärts aus, Steinmetzmeister und Bildhauer Samuel Knorr, Leipzig, unterhalb des Emporengesimses, das Turmgurtgesims, den gesamten Aufbau des Giebels mit Bekrönung über der Gedächtnishalle, den Treppenhausbau sowie die Innenarbeiten in der herzoglichen Gruft und im Kirchenschiff. Letzterem verdanken wir die meisten Bildhauerarbeiten, Kapitelle, Verzierungen, auch die Engelsköpfe am Haupteingang und das Wappen über dem Eingang zur Herzogskapelle. Bildhauer Otto Schwaden, Leipzig-Stötteritz, fertigte die Lorbeergehänge in Rochlitzer Stein für den Grufteingang sowie die Konsolen unter den Emporen an, die mit den Symbolen der Evangelisten (Adler für Johannes, Löwe für Markus, Stier für Lukas und Engel für Matthäus) geschmückt sind. Zum äußeren Schmuck gehören auch zwei in Antragetechnik hergestellte Reliefbildnisse vom Bildhauer Hans Zeissig (1863 - 1944), Leipzig. So findet man Johannes den Täufer im Giebelfeld über dem Hauptportal und ein Christusbild im folgenden Giebel über dem Rosettenfenster. Die außen etwas hervortretenden zehn Wandpfeiler, auf denen die Dachbänder ruhen, haben Pflanzenornamentschmuck. Um Säulen im Inneren der Kirche zu vermeiden, überspannen eiserne Dachbinder den ganzen Raum. Die stählerne Dachkonstruktion von ca. 30 Tonnen wurde von der Firma Franz Mosenthin, Leipzig-Eutritzsch, geschaffen. Die Altenburger Firma Lauer, die für Zimmermannsarbeiten verantwortlich war, verdeckte diese durch ein Holzgewölbe. Die Holzdecke aus 18 mm starken Brettern wurde mit gleichstarken quadratischen Kiefernholztafeln verleimt. Die Deckleisten tragen auf den Kreuzungspunkten gedrehte Knöpfe. Durch den doppelten Resonanzboden wird eine sehr gute Akustik erzielt. Das Kirchengestühl lieferte ebenfalls die Firma Lauer. Das Schiff hat 450 Sitzplätze, die Emporen 250. Über der Gedächtnishalle befindet sich die Orgelempore, die reichlich Platz für Chorsänger bietet. Holzbildhauerarbeiten, vor allem mit Rosenmustern, fertigte Richard Dietze aus Altenburg.

Die Gedächtnishalle



Das in Stein, Holz oder Glas immer wiederkehrende Rosenmuster, Symbol für Liebe und Tugend, erinnert an die am Johannistag im Rosenmonat Juni geborene Herzogin, die vor allem jene Blumen liebte. Die Gedächtnishalle liegt im Osten. Der Raum beeindruckt durch seinen dezenten, aber vornehmen Schmuck: Unter einer goldenen Krone zeigt ein weißes Marmorrelief das Antlitz der Herzogin Agnes im Profil, von Rosen und Engelsköpfchen umrahmt. In Bronzelettern ist auf der glatten Sandsteinwand die Inschrift zu lesen: „Das Gedächtnis der Gerechten bleibet im Segen“. An der Südwand ist das leider fehlende Bild des Herzogs durch das gekrönte Monogramm E A ersetzt. Schöpfer dieser Arbeiten ist der Bildhauer Hans Zeissig, Leipzig. Die wunderschönen Bleiglasfenster mit ihren Motiven von gelbgrünem Blätterwerk, Vergissmeinnicht und zu Girlanden gebundene weiße Immortellen (Strohblume, die Unsterbliche) sind ein zarter Farbtupfer im Raum.

Das Kirchenschiff

Der Gedächtnishalle folgt das säulenfreie Kirchenschiff, wo die Empore ohne Stützen balkonartig den Umfassungen vorgekragt ist. Verzierte Konsolen stützen die Empore ab. So sind von jedem Sitzplatz der Kirche Kanzel und Altar zu sehen. Die Kanzel steht seitlich am Triumphbogen. Das Herzogsgestühl gegenüber trägt am Holzbaldachin das geschnitzte Wappen und den Wahlspruch des Altenburger Herrscherhauses: „Fideliter et Constanter“ (Treue und Beständigkeit). Der Grundgedanke der Raumgestaltung ist, die Aufmerksamkeit der Gemeinde direkt auf den Altarplatz zu lenken. Deshalb ist das Schiff samt des hölzernen Tonnengewölbes, der dezent geschnitzten Emporenbrüstung, des Gestühls und der Türen ohne Malerei geblieben. Die bleiverglasten Seitenfenster sind nur mit wenig pflanzlichem Schmuck und einfachen Symbolen versehen. Dagegen war der Altarraum einst reich ausgestattet. Baurat Wanckel vertrat die Ansicht, dass die Kirchenbaukunst die tiefsten Regungen des Seelenlebens verkörpern soll. Etwa 50 Jahre lang währte die künstlerische Einheit der Raumgestaltung nach seinen Vorstellungen: ein harmonisches Zusammenspiel aller Farben und Steigerung der Farbwirkung und des Farbenreichtums zum Altarplatz hin. Wanckel hatte erst nach Einbau der bunten Fenster im Altarraum und ihrer Lichtwirkung die Bemalung abgestimmt. Leider hat man später diesen Sinn aus den Augen verloren und selbstherrlich, dem Modetrend folgend, den Altarraum seiner farbigen Ausschmückung beraubt und so das Gesamtkunstwerk zerstört.

Der Altarraum


Beim Betreten des Kirchenraumes fallen dem Besucher über dem Altar die drei farbigen Mittelfenster an der heutigen weißen Wand sofort ins Auge. Darunter befindet sich nun eine türkise Stoffbespannung. Beim Neubau trug das Kreuzkappengewölbe reiche Iichtgrüne Rankenornamente auf stumpfblauem Grund. Die ebenfalls stumpfblau gefärbte, reichbemalte Wandbespannung unter den fünf Fenstern ließ den mattroten Altar wirkungsvoll abheben. Das Holz der Kanzel und des herzoglichen Gestühls war dazu passend bronzegrün lasiert. Die Malerarbeiten des Altarraumes einschließlich des Hauptbogens führte Dekorationsmaler Ernst Loessnitz, Zeitz, entsprechend vorgegebener Skizzen aus (Caseinfarbe). Er war auch für Detailzeichnungen, Vergoldungen an der Decke sowie für die Jutebespannung und -bemalung verantwortlich. Alte Fotos zeigen, dass die heutige weiße Wölbung des Orgelraumes eine mit Mustern versehene Rahmung trug. Weitere Malerarbeiten oblagen dem Hofdekorationsmaler Hugo Wittber, Altenburg. Der achteckige in Holz ausgeführte Taufständer trägt auf seinem Deckel eine geschlossene Wasserrose und den Spruch: „Ihr seid alle Gotteskinder durch den Glauben an Christum Jesum“. Das Taufgestell korrespondiert mit dem östlichen Altarraumfenster, wo neben Wasserrosen Symbole der Taufe dargestellt sind. Das Fenster gegenüber versinnbildlicht das Abendmahl. - An der Kanzel findet man das geschnitzte Rosenmotiv wieder und auf Rosen schwebende Engelsköpfchen.

Der Altar


Der Altar, eine Arbeit von Hans Zeissig, Leipzig, ist aus mattrotem Nebraer Sandstein mit sparsamer Vergoldung hergestellt. Er zeigt an seiner hohen Bildsteinfläche als Relief den auferstandenen Christus vor dem Grab. Maria Magdalena kniet vor ihm, tief ergriffen von der Auferstehung des Herrn. Die Unterschrift zitiert diese biblische Ostergeschichte nach Johannes 20,16. Eine der beiden kindhaften En9elsfiguren oben auf dem Altar hält für Christus die Krone bereit. Die beiden mit Ähren und Weinreben geschmückten Altarbrüstungen tragen die in Stein gehauenen Worte der Einsetzung des heiligen Abendmahls. Altar und Orgel wurden von Frau Anna von Beust gestiftet.

Die Fenster


Fenster über dem Altar

Die drei zentralen Fenster über dem Altar bilden eine symmetrische Einheit. Das Mittelfenster zeigt auf den ersten Blick den segnenden Christus bei der Himmelfahrt, Die Art der Darstellung ist jedoch eine ikonografische Besonderheit. Christus wurden Maria und Johannes zur Seite gestellt, was sonst nur bei Kreuzigungsdarstellungen üblich ist; dadurch wird gleichzeitig die Kreuzigung Christi mit assoziiert. Auf den benachbarten Fenstern sind jeweils fünf Jünger zu sehen. Der Entwurf dieser Bildfenster stammt von Prof. Rudolf Yelin (*1864), Stuttgart. Die Ausführung in Opaleszent- und Antikglas übernahm die Firma Wilhelm Franke, Naumburg, die auch die weiteren Bleiglasfenster anfertigte. - Vorlage für den musizierenden Engel, Mittelpunkt des beeindruckenden Rosettenfensters über der Orgel, war ein Detail aus Melozzo da Forlis (1438 -1494) Hauptwerk für den Chor der Apostelkirche in Rom (1472). Der Engel ist von roten Rosen und Vergissmeinnicht umgeben. Zwischen weißen Rosenpflanzen scheinen schwebende Engel mit realistisch anmutenden Kindergesichtern der himmlischen Musik zu lauschen.



Rosettenfenster über der Orgel

Die einfacher gestalteten Fenster des Kirchenschiffes zeigen in ihrer Rosette bekannte Symbole: Schwert für Ringen um den Glauben, Herz für Liebe, Anker für Hoffnung, Kelle für Lebenswerk, vereinte Hände für Treue, Waage für Gerechtigkeit, Adler für Freiheit des neuen Lebens in Christus, Krone für Vollendung des Lebens in Christus.

Das mittlere der Sakristeifenster trägt ein Lutherbildnis, die beiden anderen einen Bibelspruch: „Jesus Christus gestern und heute“ und „derselbe auch in Ewigkeit“. Auch die herzogliche Kapelle war mit drei sehr schön gestalteten Fenstern geschmückt. Leider wurden zwei davon, versehen mit Allianzwappen sowie Initiale A und dem Bibelwort „Befiehl dem Herren deine Werke und hoffe auf ihn, er wird es wohl machen“, erheblich zerstört. Das linke Fenster zeigt unter der goldenen und gekrönten Initiale E den Spruch „Alles ist unser, wir aber sind Christi und Christus in Gott“. - An der Wand befindet sich ein Reliefbild der Herzogin.

Die Orgel



Kirchenraum mit Orgel

Die Orgel von Oskar Ladegast, Weißenfels, besitzt 2 Manuale und 26 Register, 1510 tönende Pfeifen. Der Klavierumfang ist C - f“‘, C - d‘. 1924 wurde sie durch die Firma Wilhelm Sauer, Frankfurt/O. umgebaut.

Der Architekt Alfred Hermann Wanckel

Der seit 1891 als Baudirektor der Sachsen-Altenburger Staatsregierung tätige Geheime Baurat Alfred Hermann Wanckel (1855—1925) entwarf u. a. den Bau des jetzigen Altenburger Landratsamtes, des Mauritianums, des Bismarckturms, die Kirchenneubauten bzw. -erneuerungen von Hummelshain, Nöbdenitz, Lohma/L. oder auch Wintersdorf sowie die Umbauten u. a. von Gieba, Mehna, Dobraschütz, Treben, Dobitschen, Stünzhain, Saara, Posterstein, Flemmingen, Frohnsdorf, Göllnitz, Gößnitz, Neuenmörbitz. Nach 1921 berief ihn der Landeskirchenrat in Eisenach zum Kunst- und Bauwart für ca. 1500 Kirchen und 800 Pfarrhäuser. Wegen seines Engagements sollte ihm die Würde eines „Doctor theol. honoris causa“ verliehen werden, leider vereitelte der Tod diese berechtigte Ehrung.

Quelle:
Der kleine sakrale Kunstführer“
Herausgeber. Altenburger Akademie
Text. Barbara Löwe, Günter Hummel, Gustav Wolf