Gottesackerkirche

Ein halb vergessenes, aber hochinteressantes Altenburger Bauwerk ist die Gottesackerkirche. Sie wird auch Kirche der Auferstehung Christi oder Garnisonkirche genannt. Der Grundstein wurde am 28. August 1638 vom damaligen Bürgermeister Johann Christoph Richter gelegt, vollendet war der Bau indes erst 1656, obwohl die Einweihung bereits 1650 erfolgte.

In den Grundstein wurde eine Metalltafel mit sechs darauf gestochenen Namen eingelegt:
Seine herzliche Durchlaucht Friedrich Wilhelm II., Herzog zu Sachsen-Altenburg, 1639-1669;
Dr. Bernhard Bertram, Geheimer Rat und Kanzler;
als Bauverordnete
Herr Johann Christoph Richter, Bürgermeister;
Herr David Faber, Stadtvogt;
Herr Jacob Meise, Kämmerer;
Herr Ernst Böttiger, Geschossherr“

Vom Baustil her der römischen Spätrenaissance zuzuordnen, ergab sich eine an einen antiken Tempel erinnernde Optik. Die Kirche diente anfangs nur zu Begräbnisfeierlichkeiten, wurde aber später der Garnison- und der Hospitalgemeinde zur Mitbenutzung überlassen. 1911/12 kam es im Rahmen der Umgestaltung des benachbarten damaligen Kaiser-Wilhelm-Platzes auch zu einer umfangreichen Rekonstruktion der Kirche im Stile des Klassizismus. Leider ist das Gebäude in den letzten Jahrzehnten immer mehr verfallen, und es bleibt zu hoffen, dass noch rechtzeitig Maßnahmen zur Erhaltung ergriffen werden können.

(Quellen: „Altenburg - Auf Stadterkundung“ - E. Reinhold Verlag; Chronik der Stadt Altenburg, Steffen Sell, Heimatverlag)