Die Stadtkirche in Bürgel

Bei einer älteren, 1133 erwähnten Befestigung auf eines Anhöhe am rechten Gleißeufer gründete die am anderer Ufer gelegene Benediktinerabtei Thalbürgel im 13. Jahr. hundert die planmäßig angelegte Stadt Bürgel, die 1234 erstmals als oppidum bezeugt ist. Es war eine Ackerbürgerstadt von geringer wirtschaftlicher Kraft. Die Pfarrkirche St. Johannis taucht bereits 1243 in Urkunden auf Sie gehörte im Mittelalter zum Archidiakonat der Dom Propstei Naumburg, Dekanat Schkölen, Bistum Naumburg. i 526 wurde Bürgel evangelisch. Ab 1730 war es längere Zeit Sitz einer Superintendentur. Heute gehört es zur Ephorie Eisenberg. Seit Ende des 19. Jahrhunderts ha das Bürgeler Töpfergewerbe überörtliche Bedeutung.

Die Stadtkirche liegt nördlich des rechteckigen Marktplatzes. Nach einem Brand im Jahre 1754, der fast die ganze Stadt vernichtete, wurde die Kirche 1755-1790 wie- deraufgebaut. Jedoch scheint das Mauerwerk des mehrfach abgebrannten Vorgängerbaues wiederverwende worden zu sein. Es handelt sich um einen Saal, der in Osten polygonal endet. Die Innenausstattung mit den drei Emporen, die auch das Chorpolygon umziehen, stammen aus der letzten Bauperiode. Mittels kräftiger toskanische Emporenstützen, die den Kanzelaltar fassen, hat man versucht, den Innenraum zu monumentalisieren. Auf den Emporenstützen ruht das mittlere Deckenfeld, das die Form eines Muldengewölbes hat. Recht gefällig wirkt der Orgelprospekt auf der zweiten Westempore, der 1767 von J. E. Gerhard aus Lindig gebaut worden ist.

Die beiden Portale der Kirche, das Hauptportal auf der Südseite sowie das Portal der Nordseite, sind kunstgeschichtlich nicht uninteressant: Sie stellen eine eigenar­tige Vermischung von gotischen Formen (Spitzbogen) mit figürlichen und ornamentalen Renaissanceformen – hier wohl des 17. Jahrhunderts – dar. Die Elemente wirken eigenartig addiert, ohne daß eine ausgewogene Kompo­sition zustande kommen würde.

Das Äußere der Kirche ist seit 1971 als Beginn einer Gesamtrestaurierung neu verputzt worden. Seit 1982 wurde der Innenraum grundlegend renoviert.