Stadtgeschichte von Eisenach

Erste Besiedlung
Erste Spuren einer Besiedlung reichen für Eisenach ca.5000 Jahre zurück. Nördlich von Eisenach weisen archäologische Funde darauf hin, dass hier von Bandkeramikern schon in sehr früher Zeit Ackerbau und Viehzucht betrieben wurde.
Seit dem 2. Jahrtausend v. u. Z. siedelten Kelten in unserem Gebiet, was unter anderem durch Bronzefunde belegt wird. An der gleichen Stelle wie die Bandkeramiker dürften sich etwa zur Zeitenwende vor 2000 Jahren, Germanen (Hermunduren) niedergelassen haben. Die an dieser Stelle gefundenen Überbleibsel ihrer Arbeits- und Lebensweise, wie auch der Kultur der Bandkeramiker, werden im Thüringer Museum Eisenach aufbewahrt.
Nach der Zerschlagung des Thüringer Königreiches durch die Franken im Jahr 531 wurde auch das Eisenacher Gebiet dem Frankenreich einverleibt. Fränkische Siedler dürften es dann auch gewesen sein, die sich vielleicht im 8. Jahrhundert u. Z. am Fuße des Petersberges, am Ufer der Hörsel niederließen. Es wird angenommen, dass sie den Namen ihres ursprünglichen Heimatortes auf ihren neuen Siedlungsort übertragen haben. Einen Ort, der ebenfalls Eisenach heißt, gibt es in der Nähe von Trier. Dieser Ort ist jedoch allem Anschein nach älter als die hiesige Siedlung am Petersberg, da dieser Ort bereits im 8. Jahrhundert genannt wird. Heute noch weisen Flurbezeichnungen wie Altstadtstraße oder An der Peterskirche auf diese alte Siedlung hin, die den Ursprung der heutigen Stadt Eisenach bildet. Eine lange Lebensdauer dürfte diesem kleinen Ort nicht beschieden gewesen sein, denn dem Sog, der sich herausbildenden Stadt am Fuß der Wartburg hat er wohl nicht standgehalten.
Über die Deutung des Namens „Eisenach“ wurde bereits viel spekuliert, und die Geister werden sich auch fortan scheiden. Jedoch scheinen solche Spekulationen überflüssig, wenn man davon ausgeht, dass es sich bei „Issenach“ oder „Isenacha“ um eine Namensübertragung von einem fränkischen Ort handelt. Von daher sollte man eine Namensdeutung andernorts vornehmen. Deutungen, die sich auf geologische bzw. topografische Besonderheiten im Eisenacher Raum beziehen, würden sich demnach erübrigen. Da man jedoch nicht mit endgültiger Sicherheit von einer Namensübertragung ausgehen kann, seien hier noch zwei der populärsten Deutungsvarianten angeführt.
Auf der einen Seite vermutet man eine Namensverwandtschaft von „Eisenach“ mit „Eisen machen“ bzw. „Isen machen“. Das würde jedoch Eisenerzvorkommen in Eisenach bzw. der näheren Umgebung voraussetzen. Solche Vorkommen sind aber nicht vorhanden, was diese Variante bereits ad absurdum führt. Einer zweiten Variante kann schon eher Glaubwürdigkeit beigemessen werden. Jene Deutungsvariante geht von dem in der mittelalterlichen Schreibweise enthaltenen „Isenacha“ enthaltenen Wortstamm „is“ aus, der übersetzt wird mit „sich heftig bewegen“ „eilen“ „schnell fließen“ (derselbe Wortstamm ist in den Flussnamen Isar und Isen enthalten). Demzufolge müsste der Name „Eisenach“ auf einen schnell fließenden Wasserlauf zurückzuführen sein. Diese Deutung wird noch dadurch unterstützt, dass es sich bei Hörsel und Nesse einstmals um beachtliche Flussläufe gehandelt hat, die sich in niederschlagsreicher Wasserregulierung in reißende Ströme verwandelten. Diese Deutung erscheint logisch und schwer widerlegbar. Der interessierte Leser mag sich zu diesem Sachverhalt anhand der hier aufgeführten' Deutungen selbst eine Meinung darüber bilden, welche er favorisieren würde. Mit Sicherheit sind zu diesem Thema jedoch noch nicht sämtliche Varianten ausgelotet, was jedem Interessierten jedoch gern offen steht.

Die Entstehung
Die sagenhafte Gründung der Wartburg soll durch Graf Ludwig den Springer im Jahr 1067 erfolgt sein. Während einer Jagd im Hörseltal soll er den Berg, der heute jene weltberühmte Feste trägt, für sich entdeckt haben. „Wart Berg, du sollst mir eine Burg werden:“. Tatsächlich suchten die Ludowinger, deren Geschlecht Ludwig der Springer entstammte, durch den Bau von Burgen ihre territoriale Herrschaft zu festigen bzw. zu erweitern. So dürfte es wohl im Fall der Wartburg auch gewesen sein. Die relativ genaue zeitliche Einordnung der Wartburg-Gründung im Jahr 1067 ist, trotzdem sie auf einer sagenhaften Überlieferung beruht, die erste halbwegs gesicherte zeitliche Einordnung der Eisenacher Stadtgeschichte. Die erste Erwähnung der Wartburg erfolgte 1080 durch den sächsischen Chronisten Bruno von Merseburg. Für die Stadt Eisenach kann eine solch genaue und frühe Jahresangabe der Stadtgründung überhaupt nicht gegeben werden. Man kann jedoch davon ausgehen, dass sich Eisenach aus mehreren Marktsiedlungen im Mittelalter zu einer Stadt entwickelt hat. Zur Zeit der Wartburg-Gründung dürfte es drei Marktsiedlungen im jetzigen innerstädtischen Bereich gegeben haben - das waren der Sonnabendsmarkt (am heutigen Karlsplatz), der Mittwochsmarkt (am heutigen Frauenplan) und der Montagsmarkt, der heute noch als Handelsplatz genutzt wird. Auf diese drei Marktsiedlungen führt Eisenach seine unmittelbare Entstehung zurück.
Als älteste Niederlassung vermutet man die Kaufmannssiedlung am Sonnabendsmarkt.
Im allgemeinen stellte man solche Siedlungen unter den Schutz eines Patrons, dem im gleichen Zug auch ein Gotteshaus geweiht wurde. Im vorliegenden Fall diente der Heilige Nikolaus als Schutzpatron der Händler und Seefahrer (unter Umständen auch ein Hinweis auf die Schiffbarkeit der Hörsel). Noch heute gibt es die Nikolaikirche. Auch die langgestreckte Form des Platzes hat sich noch bis in unsere Tage erhalten - ebenfalls ein Indiz für sein hohes Alter.
Besonders günstig auf die Entstehung dieser Kaufmannssiedlung, wie auch auf die gesamte Stadtentwicklung, hat sich deren Anbindung an Fernhandelsstraßen ausgewirkt.
Insgesamt sieben Handelsverbindungen kreuzten sich im heutigen Stadtgebiet bzw. trafen hier aufeinander. Sie verliefen vorrangig entsprechend der vier Himmelsrichtungen.
Am Sonnabendsmarkt traf ein von Süden her kommender Handelsweg auf die aus Richtung Hersfeld kommende und in Richtung Erfurt und Leipzig führende Handelsstraße. Dieser Umstand provozierte regelrecht die Entstehung einer Siedlung an jener Stelle.
Geht man von der Größe des Platzes aus (die in etwa der heutigen Größe entsprechen müsste), können Rückschlüsse auf die Bedeutung dieses Handelsplatzes und den Umfang der Siedlung gezogen werden. Dem Sonnabendsmarkt und der dazugehörigen Kaufmannssiedlung können demnach wesentliche Impulse im Prozess des Zusammenwachsens der drei Siedlungsschwerpunkte zugebilligt werden.
Die an zweiter Stelle stehende Mittwochsmarktsiedlung am Frauenplan stand unter dem Schutz der auf einer Anhöhe stehenden Marienkirche „Unser lieben Frauen“, die 1246 erstmals urkundlich bezeugt und später zum Dom ausgebaut wird. Als der Mittwochsmarkt am Frauenplan einging, wurde auf dem dritten Marktplatz (an der Georgenkirche) statt bislang montags nur mittwochs Markt gehalten. Dieser Ort wurde von den Thüringer Landgrafen zielstrebig zum politischen Machtzentrum der in Entstehung begriffenen Stadt ausgebaut.
Der Steinhof an der heutigen Esplanade, die innerstädtische Residenz der Ludowinger und die von ihnen in der 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts erbaute Georgenkirche, flankierten den Marktplatz von Süden her. Nördlich wurde der Platz von der via regia lusatiae oder Königstraße begrenzt.
Der Heilige Georg war einerseits Schutzpatron der hiesigen Marktsiedlung, andererseits aber auch Schutzheiliger des Ludowinger-Geschlechts. Die St. Georgs-Kirche kann deshalb als Hauskirche der hier residierenden Landesherren angenommen werden.
Neben der landgräflichen Residenz (Steinhof) und der Georgenkirche entstanden auf diesem Platz das Rathaus und das Brothaus. Die Existenz dieser drei Marktsiedlungen machte die Residenz der Thüringer Landgrafen auf der Wartburg und im Steinhof erst möglich, andererseits boten sie der Stadt Schutz, so dass sich ihr beste Entwicklungsmöglichkeiten boten.
Dank seiner günstigen Verkehrslage, den hier regelmäßig durchgeführten Wochen- und Jahrmärkten und dem durch Bannmeile geschützten ausschließlichen Privileg des Bierverlages und der Handwerksausübung in der Stadt, entwickelte sich Eisenach innerhalb kürzester Zeit (2. Hälfte 12. Jh./1. Hälfte 13. Jh.) zum wirtschaftlichen Mittelpunkt der Landgrafschaft Thüringen. Eine weitere wesentliche Rolle in dieser Entwicklung hat seine führende Rechtsstellung als Oberhof für die Städte der Landgrafschaft und als Haupt einer Stadtrechtsfamilie gespielt (eine Fassung des Eisenacher Stadtrechts von 1283 ist überliefert). Es wird angenommen, dass unter den Thüringer Landgrafen Ludwig I. / 1140-1172) und Ludwig II. (1172 -1190) die Verbindung dieser drei Marktsiedlungen durch Ansiedlung von Bauern und Handwerkern aus Eisenachs Umgebung und aus dem Dorf Isenacha (am Fuße des Petersberges) erfolgte. In diese Zeit fällt die erste Nennung von Isenacha im Zusammenhang mit dem Tod des Ritters Bertholdus de Isenacha der auf dem Klosterfriedhof zu Fulda beerdigt wurde. Zwischen 1180 und 1189 wird Eisenach erstmals urkundlich als Civitas erwähnt.
Landgraf Hermann I. (1190-1217) veranlasste jüdische Handelsleute, sich in der Stadt niederzulassen. Durch diese jüdischen Siedler erfolgte der repräsentative Ausbau jener Straße, die damals wie heute als Herzstück der Stadt gilt, der Karlstraße, die bis 1825 noch die Bezeichnung „Judengasse“ trug. (Von einer Ghetto-Bildung kann jedoch keine Rede sein.)
Unter seiner Regie wurde Eisenach u. a. durch die Siedlung am Jakobsplan erweitert. Die in Eisenach ansässigen Zünfte wurden beauftragt, eine Stadtmauer und einen Stadtgraben um die junge Stadt anzulegen.
Der landgräfliche Hof wurde unter Hermann I. zu einem Ort kultureller Blüte. Die Minnesänger jener Zeit waren gern gesehene Gäste an Hermanns „hof zu Dürengen“, den Walter von der Vogelweide in einigen seiner Verse beschreibt.
Auf das Jahr 1206 wird der sagenumwobene „Sängerkrieg“ datiert, der erst 1207 seine Fortsetzung und seinen Abschluss durch den Entscheid des aus Ungarn herbeigerufenen Magiers Meister Klingsor fand. Er war es auch, der bei dieser Gelegenheit die Geburt der ungarischen Königstochter Elisabeth weissagte, die vier Jahre später als auserwählte Schwiegertochter Hermanns I. auf die Wartburg kam. Das spätere karitative Wirken Elisabeths galt vor allen Dingen den Armen und Kranken aus Eisenach und den umliegenden Gemeinden. Ein Hospital am Fuße der Wartburg (am heutigen Elisabethplan) wurde vermutlich auf ihr Betreiben eingerichtet und von ihr betreut. Ihrem Gemahl, Landgraf Ludwig IV., folgte nach dessen frühen Tod während eines Kreuzzuges Landgraf Heinrich Raspe, der 1227 zunächst die Regentschaft für den minderjährigen Hermann II. übernahm. Elisabeth verließ den Thüringer Landgrafenhof und starb 1231 im Alter von 24 Jahren. in Marburg. Bereits vier Jahre später wurde Elisabeth für ihr Tun im karitativen Bereich heilig gesprochen. Heinrich Raspe ließ zu Ehren Elisabeths das Predigerkloster erbauen (welches heute noch für schulische und museale Zwecke genutzt wird).
Er baute seine Macht zielstrebig aus. Nach dem Tod Heinrich II. übernahm er endgültig die Landgrafenwürde.
1242 wird Heinrich Raspe vom Stauferkaiser Friedrich II. zum Reichsprokurator bestellt.
Gegen den selben trat er jedoch 1246 an, als er von den geistlichen Fürsten auf einer Reichsversammlung zum Gegenkönig ausgerufen wurde. Da er sich nur auf die Unterstützung von Seiten der Geistlichkeit stützen konnte, bekam er in der Geschichtsschreibung den wenig ehrenvollen Beinamen „Pfaffenkönig“. Dem scheinbaren Höhepunkt politischer Macht der Ludowinger folgte aber sehr bald ihr Niedergang. Bereits 1247 starb Heinrich Raspe kinderlos, noch dazu als letzter männlicher Vertreter des Ludowingergeschlechts. Innerhalb von für die städtische Entwicklung geringfügigen 100 Jahren war Eisenach unter den Ludowingern die führende Metropole der Thüringer Landgrafschaft.
Die sich daraufhin anschließenden Thüringer Erbfolgekriege ließen die sich bis dahin dynamisch vollziehende Entwicklung Eisenachs stagnieren. Im Streit um das Erbe der Ludowinger standen die Eisenacher auf der Seite Sophie von Brabants, der Tochter der Heiligen Elisabeth, die sich mit dem Markgrafen von Meißen auseinanderzusetzen hatten. Im Ergebnis der Erbfolgekriege wurde 1264 Hessen von Thüringen abgetrennt. Thüringen wurde nun der Markgrafschaft Meißen angegliedert: Eisenach gelangte unter wettinische Herrschaft, die noch bis 1918 Bestand hatte.
Eisenachs nunmehrige Randlage musste sich hemmend auf eine Fortsetzung seiner Aufwärtsentwicklung auswirken. Die historisch erwachsene Abneigung der Eisenacher gegen Ihre neuen Landesherren versuchten die Wettiner mit dem Bau einer Zwingburg (an der Stelle des heutigen Theaters) niederzuhalten.
Der Volksmund bezeichnete diese Zwingburg als „Klemme“, ein Name der dahingehend gedeutet wird, dass sich die Eisenacher von den Wettinern „eingeklemmt“ fühlten.
In mehreren kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen 1306 und 1308 lehnten sich die Eisenacher gegen ihre Landesherren auf. Die „Klemme“ und die Wehrtürme des Domes wurden von ihnen zerstört. Der Versuch aber, sich der wettinischen Herrschaft zu entledigen und freie Reichsstadt zu werden, scheiterte nach anfänglichen Erfolgen endgültig 1308.
Bis hierhin diese kurze Abhandlung zur Entwicklung Eisenachs und zu verschiedenen Aspekten seiner Entwicklung.
Bevor zur Chronik der Stadtgeschichte übergegangen wird, sei noch hinzugefügt, dass die obigen Abhandlungen keineswegs Anspruch auf Unanfechtbarkeit erheben. Dies ist der Tatsache geschuldet, dass aus Gründen der Übersichtlichkeit der Darstellung verschiedene Gesichtspunkte nur verkürzt wiedergegeben bzw. gar nicht erwähnt werden konnten.

2000 v.Chr. Bis 1150

2. Jahrtausend v.Chr.
Kelten siedelten im Eisenacher Gebiet im 1. Jahrhundert Germanen (Hermunduren) werden von römischen Schriftstellern als Bewohner Thüringens genannt; ihre westlichsten Siedlungen lagen bei Stregda und Sättelstädt
531
Nach der Zerschlagung des Königreiches der Thüringer durch die Franken kommt das Eisenacher Gebiet zum Frankenreich
8. Jahrhundert

Wahrscheinlich fränkische Siedler lassen sich am Fuß des Petersberges an des Hörsel nieder, ihnen verdankt die Stadt Eisenach (von Isenacha) wahrscheinlich ihren Namen, denn die Bezeichnung „Issenach“ taucht schon 762 für einen Ort nahe Triers auf.
1067
Sagenhaftes Gründungsdatum der Wartburg.
1080
Erste urkundliche Erwähnung der Wartburg durch den Chronisten Bruno von Merseburg.
11./12. Jahrhundert
Vermutlich im Zusammenhang mit dem Bau der Wartburg entsteht auch die Stadt Eisenach durch des Zusammenwachsen dreier einst selbstständiger Marktsiedlungen – dem Sonnabendmarkt auf dem heutigen Frauenplan und dem Montagsmarkt auf dem heutigen Marktplatz.
1150
Eisenach taucht erstmals schriftlich in einer Quelle auf, als ein Ritter Berthold de Isenacha beerdigt werden soll

1151 – 1299

1180 – 1189
In einem Urkundenentwurf, dem das Datum fehlt, welcher aber auf Grund äußerer Umstände auf die Zeit zwischen 1180 und 1189 datiert wird, wird Eisenach erstmals als landgräfliche Civitas genannt; der Name Eisenach (Isenach, Isenaha) leitet sich ab vom Wortstamm „is“, in der Bedeutung, „eilen, schnell fließen, sich heftig bewegen“, damit dürfte der Name Eisenach auf einen schnell strömenden Wasserlauf zurückgehen.
1214
Landgraf Hermann I. stiftet das Katharinenkloster (Zisterzienser-Nonnen), welches westlich dem Georgentor vorgelagert ist. Wegen der Gründung des Katharinenklosters wird das Hochgericht von der Georgenvorstadt auf den sog. „Galgenberg“ (Goldberg) verlegt.
1215
Einführung der ersten Äbtissin, Imagina von Brabant, sowie der Nonnen im Katharinenkloster.
1216 (23.3.)
Landgraf Hermann I. erteilt die Gnade, dass innerhalb Eisenachs nur in der Kirche St. Nikolai Schule gehalten werden darf
1217
Landgraf Hermann I. stirbt und wird unter dem Hohen Altar der Klosterkirche zu St. Katharinen begraben.
1218
Ludwig IV., Sohn des Hermann I. wird in der Georgenkirche zum Ritter geschlagen.
1221 (2.3.)
Papst Honorius III. nimmt Sophia, die verwitwete Gemahlin Hermann I., in seinen Schutz, da sie das Gelübde abgelegt hat, Witwe zu bleiben und bei den Nonnen des Katharinenklosters zu wohnen. Desgleichen übereignet sie dem Kloster ihre Güter, um damit die von ihrem Gemahl Geschädigten entschädigen zu können. Vermählung des Landgrafen Ludwig IV. mit Elisabeth von Ungarn in der Georgenkirche.
1225
Den Franziskanermönchen wird in Eisenach die Michaeliskirche am Pfarrberg überlassen. Auf Anregung der Landgräfin Elisabeth wird an dieser Stelle ein Franziskanerkloster errichtet.
1226
Landgräfin Elisabeth stiftet unterhalb der Wartburg (am heutigen Elisabethplan) ein Hospital, wo sie sich der Armen, Kranken und Aussätzigen widmet.
1227
Landgraf Ludwig IV. stirbt während eines Kreuzzuges.
1228
Die nunmehr verwitwete Landgräfin Elisabeth verläßt die Wartburg, um nach Marburg zu gehen und dort ihr karitatives Wirken fortzusetzen. Sie stirbt am 19.11.1231 in Marburg. Bereits 1235 wird sie heilig gesprochen.
1235
Landgraf Heinrich Raspe stiftet zu Ehren der heiliggesprochenen Elisabeth von Thüringen das Predigerkloster. In Eisenach lebt der jüdische Dichter Jechielben Jakob – Verfasser synagogaler Gedichte und Klagelieder. Es ist die erste namentliche Erwähnung eines Juden in Eisenach.
1236 (13.4.)
Das Predigerkloster wird geweiht.
1238
Die verwitwete Landgräfin Sophie wird im Katharinenkloster an der Seite ihres Gemahls Hermann I. Beigesetzt. Landgraf Heinrich Raspe verschreibt dem Nikolaikloster den „roten Hof“ (Rotenhof)
1239 (4.5.)
Landgraf Heinrich Raspe fordert alle Prälaten und Priester seines Landes auf, mit ihm in der Nikolaikirche eine geistliche Brüderschaft zu schließen und an bestimmten Tagen zusammenzukommen, damit jeder dieser Kirche und anwesenden Brüdern nach seinem Vermögen diene.
1240
Heinrich Raspe schenkt den Predigerbrüdern unter Prior Elger von Honstein, die zu Ehren Johannes des Täufers und der Heiligen Elisabeth erbaute Predigerkirche.
1246
Erste urkundliche Erwähnung der Marienkirche am heutigen Frauenplan.
Papst Innocenz IV. erteilt allen 2 Jahre Ablass, welche künftig am Todestag des noch lebenden Landgrafen Heinrich Raspe und noch 8 Tage nachher an dessen Grabe für seine Seelenheil beten.
Februar – Ladgraf Heinrich Raspe tritt von der kaiserlichen zur kirchlichen Partei innerhalb der Reichsversammlung über.
22.5. – Heinrich Raspe bestätigt der Stadt Eisenach ihre Rechte und Freiheiten.
Heinrich Raspe wird von der Reichsversammlung zum König ausgerufen.
1247 (16.2)
Heinrich Raspe stirbt auf der Wartburg. Sein Leib wird im Katharinenkloster, sein Herz im Predigerkloster beigesetzt. Mit seinem Tod erlischt das Geschlecht der Ludowinger.
1247 – 1264
Erbfolgekriege um die Hinterlassenschaften der Ludowinger.
1252
Gründung des Zisterzienser-Klosters im Johannistal.
1264
Erbfolgestreitigkeiten zwischen Markgraf Heinrich dem Erlauchten von Meißen (Neffe Heinrich Raspes) und der Herzogin Sophie von Brabant (Tochter der Heiligen Elisabeth), werden mit der Abtrennung Hessens und der Angliederung Thüringens an die Markgrafschaft von Meißen beendet – Eisenach gelangt unter wettinische Herrschaft.
1278 (10.2.)
Landgraf Albrecht (der Entartete, Sohn Heinrichs des Erlauchten) bekennt, dass er die Stadt Eisenach mit allem Zubehör von den Äbten und den Konventen zu Fulda und Hersfeld zu Lehen trage.
1283
Landgraf Albrecht verleiht der Stadt Eisenach unter Berufung auf die von den Thüringer Landgrafen bisher verliehenen Rechte, die „Handfesten“ (Stadtrechte). Eisenach wird zugleich als juristischer Oberhof für die Städte des Landgrafschaft bestimmt.
1286
Erste Nennung von magistri consulum (Ratsmeistern) in den ratsfasten (Ratslisten), Landgraf Albrecht verlieh demnach der Stadt das Recht, zwei Bürgermeister zu wählen.
1293
Für Eisenach wird erstmals urkundlich eine gepflasterte Straße („der steinerne Weg“) erwähnt.
1294
Landgraf Albrecht veranlaßt die Umwandlung der Marienkirche in ein Kollegiatsstift der Augustinerchorherren.
Ausbau der Marienkirche zur Stiftskirche

1300 - 1399

1305
Der Ehrensteig („der ern Stig“) wird erstmals urkundlich erwähnt.
1306/07
Kampf Eisenachs, das Freie Reichsstadt werden will, mit seinem wettinischen Stadtherren. Dies führt zur Zerstörung der Zwingburg „Klemme“ sowie der Wehrtürme der Marienkirche und einer vergeblichen Belagerung der Wartburg.
1308
Eisenach ergibt sich Friedrich dem Freidigen (Sohn Albrechts des Entarteten). Die Eisenacher müssen die von ihnen niedergelegte „Klemme“ und die Türme der Marienkirche wieder aufbauen.
1321
Aufführung des „Spiels von zehn Jungfrauen“ durch die Dominikaner auf der Rolle, dem heutigen Pfarrberg.
Landgraf Friedrich der Freidige soll der Aufführung beigewohnt haben.
1330
Mehrere Eisenacher Bürger erhalten von der Abtei Hersfeld Lehen.
1331
Landgraf Friedrich II. der Ernsthafte und seine Gemahlin Mechthild stiften an der Stelle des Elisabeth-Hospitals ein Franziskanerkloster.
1333 – 1362
Zeitraum der Niederschrift der „Eisenacher Stadtwillküren“.
1333
Kaiser Ludwig der Bayer weilt als Gast seines Schwiegersohnes, Landgraf Friedrich II. des Ernsthaften in Eisenach und auf der Wartburg – ein anderer Aufenthalt Kaiser Ludwigs ist für 1335 beurkundet.
1342
Ein großer Stadtbrand zerstört fast sämtliche Häuser der Stadt. Im Rathaus am Markt verbrennen die städtischen Urkunden.
1349
Im Eisenacher Predigerkloster treffen sich König Karl IV. und Markgraf Ludwig von Brandenburg. Eine von Italien her kommende Pestepidemie erfasst auch Eisenach. Die Pest veranlasst die Eisenacher, sich der hier lebenden Juden zu entledigen – sie werden aus der Stadt vertrieben; Pogrome wie in anderen Städten sind für Eisenach nicht nachgewiesen.
1350
Eisenach wird von Flaggellanten (Geißlern) heimgesucht.
1373
Nach ihrer Vertreibung im Zuge der grassierenden Pest, kehren Juden wieder nach Eisenach zurück. Sie besiedeln nun die Löbergasse und unterhalten auch einen Versammlungsraum, ein Ritualbad sowie eine Schule.
1375
Landgraf Friedrich III. erteilt den Eisenacher Juden einen Schutzbrief.
1378
Am Frauenberg gründen aus Erfurt kommende Kartäusermönche ein Kloster. Schon bald beginnen sie mit Rodungen in einem ihnen vor dem Frauentor zugewiesenen Terrain (dem heutigen Kartausgarten).
1380
Für den 28. Sept. ist die Errichtung des Kartäuserklosters beurkundet.
1385
In den Ratsfasten treten erstmals die sog. Vierleute auf, die über die städtischen Finanzen wachen sollen.
1387
Johannes Rothe (gest.1434) wird Priester am Marienstift. Zugleich verewigt er sich in der Eisenacher Stadtgeschichte als Chronist und Verfasser der Eisenacher Rechtsbücher („Kettenbuch“). Diese leider verlorengegangenen Rechtsbücher, bildeten die Grundlage für das im Eisenacher Stadtarchiv noch vorhandene Rechtsbuch des Johannes Purgold (Anfang 16. Jh.). Landgraf Balthasar (1381 – 1406) setzt einen dritten Rat ein, der mit den zwei schon vorher bestehenden Räten jährlich wechselt.
1392 werden wiederum zwei Räte von Landgrafen eingesetzt, deren Zahl sich jedoch von 12 auf 18 Ratsmänner erhöht.
1392
Ein Hochwasser in Eisenach richtet größere Zerstörungen an.
1393
Der „Schwarze Tod“ (die Pest) soll in diesem Jahr 3000 Opfer in Eisenach gefordert haben.
1395
Ein nicht näher bekannter Eisenacher Dominikanermöch verfaßt die „Chronika Thuringorum“.
1397
Der seit 1387 aus 18 Ratsmännern bestehende Eisenacher Rat wird wieder auf 12 Ratsmänner beschränkt

1400 – 1499

1401
Landgraf Balthasar vertreibt die Eisenacher Juden.
1405
Mit dem Tod des Landgrafen Balthasar verlieren Eisenach und die Wartburg die Hofhaltung und die landgräfliche Verwaltung. Die Stadt Eisenach verliert ihren Status einer landgräflichen Residenz. Das führt zum wirtschaftlichen Niedergang Eisenachs.
1406
Die Pest sucht 1406 und 1408 Eisenach heim.
1408
Landgraf Friedrich der Friedfertige erneuert den Schutzbrief für die Juden der Landgrafschaft Thüringen.
1409
Johannes Rothe schließt die von ihm verfasste Chronik Eisenachs ab. Zehn Jahre später vollendet er seine „Düringische Chronik“.
1411
Abermalige Vertreibung der nach Eisenach erst zurückgekehrten Juden.
1422
Landgraf Friedrich der Friedfertige bewilligt der Stadt Eisenach die Erhebung einer Sondersteuer (Ungeld) von allen Einwohnern (einschließlich Geistlichen) zur Abwendung der Finanznot der Stadt.
1434 (5.5.)
In Eisenach stirbt der Prälat und Scholasticus am Marienstift, der Eisenacher Stadtschreiber Johannes Rothe.
1439
Die Pest wütet in Eisenach
1443
Curt Cotta wird Bürger von Eisenach. Damit begründet er die berühmte Eisenach Patrizierfamilie Cotta.
1445
Bei der Teilung der landgräflichen Gebiete zwischen Friedrich dem Sanftmütigen und Wilhelm III. (dem Tapferen), fällt Eisenach an Letzteren.
Der Landgrafentitel wird durch den Herzogtitel ersetzt.
Um 1450
Herzog Wilhelm III. lässt die Eisenacher Münzstätte schließen.
1463
Die Pest erfasst wiederum Eisenach.
1466
In einer Klageschrift an den Herzog Wilhelm III. beschreibt der Stadtschreiber Johannes Biermost den wirtschaftlichen und baulichen Verfall Eisenachs.
Beginn des Rathausneubaues vor der Georgenkirche. Das Gebäude wird 1743 abgerissen.
1485
Thüringen fällt an den Kurfürsten Ernst von Sachsen.
1498
Martin Luther, der hier Verwandtschaft mütterlicherseits hatte, kommt nach Eisenach, um die hiesige Lateinschule zu besuchen. Er ist Gast der Familie Cotta im Haus „Hinter den Fleischbänken“, dem heutigen Lutherhaus. Sein Aufenthalt in Eisenach dauert bis 1501

1500 - 1599

1515
Die Georgenkirche wird umgebaut.
1521 (2.5)
Martin Luther predigt auf der Rückreise vom Wormser Reichstag in der überfüllten Georgenkirche.
1521 (3.5.)
Treue Mannen des Kürfürsten Friedrich des Weisen nehmen Martin Luther während seiner Rückreise nach Wittenberg gefangen. Friedrich der Weise gewährt Luther auf der Wartburg Schutzhaft. Hier lebt er unter dem Namen „Junker Jörg“ bis zum 1.3.1522. Seinen Aufenthalt nutzt Luther, um das neue Testament aus dem griechischen Urtext in die deutsche Schriftsprache zu übersetzten.
1522
Dr. Jakob Strauß ist erster evangelischer Prediger in Eisenach.
1525 (24.4.)
Der deutsche Bauernkrieg erfasst auch Eisenach. Fast sämtliche Inneneinrichtungen klerikaler Gebäude in Eisenach werden verwüstet.
Am 11.5. werden mehrere aufständische Bauern exekutiert. Heute noch erinnert ein Steinkreuz in der Straßenpflasterung vor der Georgenkirche an deren Enthauptung.
1528
Unter seinem ersten Superintendenten Justus Menius, dem „Reformator Thüringens“ wird Eisenach endgültig eine evangelische Stadt.
1544
Die größtenteils inzwischen verwaisten Klostergüter werden säkularisiert. In diesem Zuge wird die Lateinschule ins Predigerkloster verlegt.
1550
Eisenach hat rund 4.500 Einwohner. Das wirtschaftliche Leben wird durch den einsetzenden Kupferbergbau um Eisenach belebt.
1558
Bei einer Umgestaltung der Georgenkirche werden Emporen eingebaut.
1564
Umbau des Stadtweinkellers, der später (bis in unsere Tage) als Rathaus dient.
1577
Aufgrund einer neuerlichen grassierenden Pestepidemie hat Eisenach 2000 Tote zu beklagen.
1585
Am Glockenturm der Stadtmauer wird ein Glockenhaus für die Georgenkirche errichtet.
1596
Eisenach wird unter Herzog Johann Ernst (1596 – 1638) wieder fürstliche Residenz. Daraufhin wird das Schloss auf der Esplanade ausgebaut. Anstelle des als fürstliche Kanzlei eingerichteten alten Rathauses an der Georgenkirche wird der o.g. Stadtweinkeller zum Rathaus

1600 - 1699

1626
Die wiederum in Eisenach auftretende Pest fordert 800 Tote. Doppelt soviel sind es 1636, die an derselben Seuche sterben.
1636 (12.11.)
Der größte Stadtbrand in Eisenachs Geschichte vernichtet fast die gesamte Stadt. In den Flammen des Rathauses verbrennen fast sämtliche hier aufbewahrte Archivalien.
1637 – 1640
Wiederaufbau des Rathauses
1650
Eisenach hat etwa 5500 Einwohner
1685 (21.3.)
Johann Sebastian Bach wird in Eisenach geboren.
1697 (2.12.)
Auf dem Terrain des Friedhofs hinter der „Münze“ wird die Kreuzkirche eingeweiht

1700 - 1799

1700
Eisenach hat nun etwa 6.500 Einwohner. Das Kaiserliche Reichspostamt wird eingerichtet.
1707 (26.10.)
Die Lateinschule im ehemaligen Predigerkloster wird Gymnasium.
1709
Unter der Regierung Johann Wilhelms wird das Schloss auf der Esplanade weiter ausgebaut. Eisenach erlebt in der Zeit um 1700 eine hohen Musikkultur.
1741
Mit dem Tod von Herzog Wilhelm Heinrich fällt das Herzogtum Sachsen-Eisenach an Herzog Ernst August von Sachsen-Weimar.
1742 – 1748
Der baubesessene Herzog Ernst August lässt die fürstliche Kanzlei auf dem Markt und das Schloss auf der Esplanade abbrechen. An der Nordseite des Marktes veranlasste er den Bau eines neuen Schlosses, dessen Architekt Landbaumeister Gottfried Krohne ist.
1748 (19.1.)
Mit dem Tod des Herzogs Ernst August bekommt Eisenach die nachteiligen Folgen des endgültigen Verlustes der fürstlichen Hofhaltung zu spüren.
1752 (1.1.)
Beginn des Erscheinens der „Eisenachischen wöchentlichen Nachrichten“.
1777
Auf Einladung des weimarischen Herzogs Carl August weilt Johann Wolfgang Goethe erstmalig in Eisenach auf der Wartburg.
1784 (3.9.)
Gründung der Eisenacher Zeichenschule

1800 – 1849

1800
in Eisenach leben rund 8000 Einwohner.
1805
Das Frauental, zwischen Eisenach und der Hohen Sonne gelegen, wird zu Ehren der Herzogin Maria Paulowna in Mariental umbenannt.
6.12. – Die Landespolizeidirektion richtet für das Gesindewesen in und um Eisenach ein Gesindebüro ein.
1806 – 1813
Eisenach ist während der Napoleonischen Kriege Hauptetappenort der durchziehenden Armeen.
1806 (15.10.)
Leutnant Hellwig befreit mit seinen 55 Husaren bei Eichrodt 9.000 gefangene Preußen von den Franzosen. Daran erinnert heute noch ein Gedenkstein vor dem Ortseingang nach Wutha.
1807 (23.7.)
Kaiser Napoleon passiert unter Glockengeläut Eisenach.
1808 (27.9.)
In den Morgenstunden trifft erneut Kaiser Napoleon in Eisenach ein. Er wird bei seinem Kurzaufenthalt durch den Stadtrat und Herzog Carl August empfangen. Wiederum unter Glockengeläut kommt Napoleon am 13. Oktober desselben Jahres nach Eisenach. Ihm zu Ehren bildet sich ein festliches Spalier vom Sonnabendsmarkt durch die Judengasse. Er ist an diesem Abend Gast des Herrn Streiber (jetzt Karlstraße 3).
1810 (1.9.)
Bei einem durch die Stadt geführten französischen Munitionstransport gehen drei mit Munition beladene Wagen in die Luft. Die Explosion fordert 62 Tote. An dieses Ereignis erinnern noch heute der Schwarze Brunnen in der Georgenstraße und das traditionelle jährliche Läuten der Glocken.
(1.12.) – Unter Trommelschlag und in Begleitung von französischer Gendarmerie und Stadtmiliz werden sämtliche in Beschlag genommene Fabrikate englischer Herkunft aus der Stadt gebracht und öffentlich verbrannt.
1811 (7.12.)
Wegfall des Leibzolls für durchreisende Juden
1812 (7.4.)
Alle Reden, Gespräche und Urteile mit politischem Inhalt werden v.a. in den Gasthäusern verboten.
1813 (1.1.)
Eisenach erhält ein eigenes Kriminalgericht.
19.4. – Einrichtung eines neuen Stadtgerichts.
23.6. – Der neue Stadtrat nimmt seine Geschäfte auf.
27.10. – Preußische Truppen unter Feldmarschall Graf Neidhard von Gneisenau beziehen ihr Hauptquartier im Eisenacher Schloss.
1814 (29.6.)
Das bislang gestattete Tabakrauchen auf Straßen und öffentlichen Plätzen wird in Eisenach verboten.
14.7. – Zar Alexander I. von Rußland erreicht in den Abendstunden Eisenach.
1816
1.1. – In der städtischen und herzoglichen Verwaltungsstruktur werden Veränderungen vorgenommen.
2.1 – Das durch den französischen Rückzug (25.-27.10.1813) ruinierte und abgebrannte Männersiechen, das Hospital zu St. Clemens ist wieder neu aufgebaut.
16.1. – Das Eisenacher Land wird in Ober- und Unterland eingeteilt.
5.5. – Großherzog Carl August gibt die erste landständische Verfassung in Deutschland.
1817 (22.4.)
Johannes Falk aus Weimar ruft in Verbindung mit den bestehenden hiesigen Armenanstalten eine Sonntagsschule ins Leben.
21.9. – Die nach den Zerstörungen der Befreiungskriege wiederhergestellte Nikolaikirche wird nach elf Jahren ihrer eigentlichen Bestimmung übergeben. Zwischenzeitlich war sie zur Aufbewahrung Gefangener und als Lazarett genutzt worden.
17. – 19.10. – Etwa 500 Studenten aus allen Teilen Deutschlands begehen in Erinnerung an Luthers Thesenanschlag 1517 und der siegreiche Völkerschlacht bei Leipzig vier Jahre zuvor, das Wartburgfest der deutschen Burschenschaft. Die Studenten wie auch die anwesenden Jenaer Professoren sprechen sich in ihren Festreden im Festsaal der Wartburg für ein einiges deutsches Vaterland aus. Der Festveranstaltung auf der Wartburg schließt sich ein Fackelzug zum Wartenberg an, bei dem feudalistische Symbole von den Studenten auf einem Scheiterhaufen verbrannt werden.
1819 (10.2.)
Die Eisenacher Armenanstalt berichtet, dass die Armut in der Stadt immer mehr zunimmt, v.a. durch die „Mangeljahre 1816 und 1817 und die Stockung vieler Gewerbe des Handels.“
20.02. – Im „Mohren“ wird ein Museum für Wachsfiguren eröffnet.
16.11. – Im unteren Stockwerk des Rathauses wird die Ratsweinstube eröffnet.
1820 (13.1.)
Die Einrichtung und Haltung aller Weinschankstuben wird mit Ausnahme der Ratsweinschankstube verboten.
1822 (5.6.)
Eröffnung der Eisenacher Stiftungssparkasse
1823 (16.10.)
Großherzog Carl August legt den Grundstein zur ersten Eisenacher Bürgerschule
1824 (9.3.)
Dr. med. Wilhelm Eduard Wislicenus aus Eilenburg, der bekannte Mitbegründer der Homöopathie, lässt sich mit einer medizinischen Praxis in Eisenach nieder.
1825 (12.6.)
Den verantwortlichen Stadtgeistlichen wird die Führung einer Ortschronik zur Pflicht gemacht.
3.9. – In Eisenach erfolgt eine Neuorganisation des Schulwesens mit der Einweihung der ersten Bürgerschule an der Esplanade. Sie vereinigt in sich sämtliche bisher bestehende städtischen Schulen.
1.10. – Zu Ehren des 50. Regierungsjubiläums von Großherzog Carl August wird auf Betreiben von Eisenacher Bürgern die Judengasse in Carls-Straße umbenannt.
1827 (26.11.)
In einem Zimmer der Bürgerschule wird eigens für die Baugewerke eine freie und unentgeltliche Handwerksschule eingerichtet.
1828
Der Sonnabendsmarktplatz wird auf Wunsch einiger Anwohner nun „Carlsplatz“ genannt.
1830 (16.5.)
Eröffnung der Eisenacher Forstakademie.
1.7. – Das neue, im klassizistischen Baustil errichtete Leichenhaus wird auf dem Eisenach Friedhof (jetzt alter Friedhof) eröffnet.
1831 (1.9.)
Eine Speiseanstalt für Unbemittelte und Arme öffnet ihre Pforten.
1832 (30.6.)
Anstelle des verstorbenen Bürgermeisters Hofrat Beyer wird der bisherige Regierungs- und Vormundschaftssekretär Geh. Rat Carl Christian Wilhelm Mey zum Bürgermeister gewählt.
1.10. – Die noch bestehende Torsperre an den Stadttoren wird aufgehoben.
1833
Das sich südlich ans Mariental anschließende Tal wird nach der Schwester der Großherzogin Maria Pawlowna, der späteren niederländischen Königin Anna, Annatal benannt.
1834 (1.1.)
Einrichtung der Freien Gewerkschule zur Förderung der Technik
(Dezember) – Eine Volkszählung stellt für Eisenach 9.106 Bewohner fest.
1836 (29.9.)
Einrichtung eines Landkrankenhauses für Eisenach anstelle des zu klein gewordenen Siechenhauses
1837 (21.3.)
In der ersten Versammlung des Eisenacher Gewerbevereins werden 70 Gründungsmitglieder gezählt.
1.5. – In Zimmern des Hospitals St. Annen öffnet eine Kleinkinderschule für Kinder von 2 bis 6 Jahren.
1840 (23.1.)
Der bedeutende Physiker Ernst Abbe wird in Eisenach geboren.
26.6. – Das Großherzogliche Gymnasium erhält den ehrenvollen Namen „Carolo Fridericianum“.
12.7. – Preußische Ingenieure beginnen mit der Projektierung für eine Eisenbahn zwischen Meinigen und Eisenach.
1844 (10.3.)
Eine Unterrichtsanstalt für weniger bemittelte Kinder und Eltern wird eingerichtet. Ziel ist eine umfassende Ausbildung für das Gewerbe.
10.6. – An der 2. Bürgerschule vor dem Nadeltor wird der Unterricht aufgenommen, im Juli die neu begründete Realschule eröffnet.
1846
23.6. – Im Streit um den Standort des städtischen Bahnhofes fällt der Entscheid auf den Platz vor dem Nikolaitor, da dies um 20.000 Taler billiger kommt als der Platz vor dem Nadeltor.
6.9. – Bürgermeister Mey stirbt im Alter von 69 Jahren.
1847
26.1. – Der Landes-Direktions-Sekretär August Roese wird als Oberbürgermeister in Eisenach auf Lebenszeit ernannt. Die feierliche Amtseinführung erfolgt am 28. Januar
18.6. – Mit einer ersten Fahrt von Gotha nach Eisenach wird die Thüringer Bahnlinie eröffnet. Am 24. Juni beginnt der regelmäßige Eisenbahnverkehr.
23.8. – Das Liederfest des Thüringer Sägerbundes wird erstmals in Eisenach ausgetragen. Es lockt 16.000 bis 20.000 Menschen ins Mariental.
17.10. – Um den Besuch fremder Personen in Eisenach zu erleichtern, verpflichtet der Stadtrat Stadtführer.
1848
8. – 13.3. – Im Zuge der bürgerlich-demokratischen Revolution in Deutschland kommt es in der „Erholung“ zu allgemeinen Bürgerversammlungen mit anschließenden Protestaktionen. Am 11. März wird das Polizeigebäude in der Karlstraße 4 teilweise verwüstet. Daraufhin konstituiert sich in Eisenach eine Bürgergarde, die Ruhe und Ordnung herstellen soll.
3.5. – Die Herzogin von Orléans beginnt ihren letztlich neun Jahre währenden Aufenthalt in Eisenach. Nach ihren zwei Söhnen wird der „Prinzenteich“ benannt.
31.7. – Die Stadtratssitzungen werden für jeden Eisenacher veröffentlicht.
1849
25.9. – Die Bahnlinie nach Gerstungen wird eröffnet, und damit die ununterbrochene Verbindung mit Kassel hergestellt.

1850 – 1899

1855
8.1. – Eine städtische Arbeitsanstalt für Arbeitslose wird in der Predigerkirche eröffnet.
12.5. – Für das Sparkassengebäude auf dem Predigerplatz wird der Grundstein gelegt.
5.7. – Bildung eines Vereins zur Rettung verwahrloster Kinder.
1857
April – Der Eisenacher Steinkohle-Aktien-Verein löst sich wegen Verfehlung seines Zieles auf. Im Georgental wurde keine Steinkohle gefunden.
1858
1.9. – Der Eisenacher Stadtvorstand beschließt, dass der Löbersbach im innerstädtischen Bereich überwölbt wird.
1.11. – Feierliche Eröffnung der Werratalbahn. Am folgenden Tag wird sie dem öffentlichen Verkehr freigegeben.
1859
14.1. – Der Eisenacher Armenverein wird ins Leben gerufen.
16.2. – Stiftung der Freimaurerloge „Carl zur Wartburg“.
2.4. – Der Landtag bewilligt die Einrichtung von Gefängnissen im hiesigen ehemaligen Münzgebäude.
14.8. – In der Ausflugsgaststätte „Phantasie“ findet die vorbereitende Gründungsversammlung des Deutschen Nationalvereins statt.
1860
30.1. – Die Werneburgstiftung wird als Armenspeiseanstalt ins Leben gerufen. Stifter war der im Jahr zuvor verstorbene Wilhelm Heinrich Werneburg.
12./13.9. – Deutsche Ärztetag in Eisenach
1862
23.10. – Die erste Eisenacher Gasfabrik öffnet. Sie dient vorrangig der Beleuchtung von Straßen und Gasthöfen.
1863
1.4. – Im Großherzogtum tritt das allgemeine deutsche Handelsgesetzbuch in Kraft. Im Handelsregister des Stadtgebietes Eisenach werden 108 Firmen eingetragen.
1864
22.5. – Im „Halben Mond“ (an der Stelle des heutigen Titania) findet der erste deutsche Journalisteneintrag statt.
3.12. – Eisenach zählt 12.072 Einwohner.
1865
10.11. – Die hiesigen Freunde der Fröbelschen Erziehungsgrundsätze bilden ein Ortskomitee.
1866
23.08. – Die mangelhafte Bezeichnung der Häuser und Straßen sowie die außergewöhnliche Ausdehnung der Vorstädte und Neuansiedlungen machen eine Einteilung Eisenachs in 6 neue Bezirke (A-F) nötig.
1867
16.6. – Das erste Eisenacher Wohnungsvermittlungsbüro nimmt seine Arbeit auf.
4.7. – Die erste Nummer des „Eisenacher Tagesblattes“ erscheint im Verlag von H. Kahle.
28.8. – Mit der festlichen Uraufführung von Franz Liszts Oratorium „Die Legende von der Heiligen Elisabeth“ wird des 800jährigen Bestehens der Wartburg gedacht.
1868
19.6. – Der neue Friedhof am Wartenberg wird eingeweiht. Er besitzt auch einen Teil für jüdische Begräbnisstätten.
1869
Gründung der SDAP.
1870
1.5. – Der Eisenacher Kaufmannsverein gründet eine Handelsschule.
16.7. – Nachdem Frankreich Preußen den Krieg erklärte, erfolgt auch in Eisenach eine allgemeine Mobilmachung.
24.7. – Das hiesige Bataillon wird verabschiedet.
31.10. – In den Räumen der alten Kaserne werden etwa 300 französische Gefangene untergebracht.
1871
1.1. - Aus dem „Eisenacher Tageblatt“ wird die im Format vergrößerte „Eisenacher Zeitung“.
18.1. – Im Schloss zu Versailles (bei Paris) erfolgt in feierlicher Form die Proklamierung des Deutschen Reichs und die Krönung des deutschen Kaisers.
27.2. – Der Vorfrieden von Versailles führt auch in Eisenach zu Feierlichkeiten. Insgesamt hatte der Deutsch-Französische Krieg 117 Eisenachern das Leben gekostet.
1.5. – Beginn der Bauarbeiten zur Schaffung eines befahrbaren Weges zur Wartburg (Wartburg-Chaussee).
1872
1.7. – Ein von Anna von Eichel gestiftetes Kindeshospital wird eröffnet.
19.11. – Der Eisenacher Frauenbildungsverein eröffnet seine Sonntags- und Abendschule für unbemittelte konfirmierte Mädchen.
1873
16.1. – Ein Verschönerungsverein gründet sich für Eisenach und seine Umgebung. Am 5. März beschließt er, eine Lindenallee längs des Georgentores anzulegen sowie neue Wege vom Alten Friedhof zum Roeseschen Hölzchen zu schaffen.
1874
20.2. – Die alte Stadtbrauerei wird in eine Vereinsbrauerei und 1886 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt.
29.6. – In der städtischen Turnhalle gründet sich der Nationalliberale Reichsverein mit anfangs 460 Mitgliedern.
1875
8.3. – Der Eisenacher Verschönerungsverein hat sich inzwischen zu einer festen Organisation entwickelt. Sein Vorstand entwirft erstmals einen allgemeinen Plan für ein systematisches Arbeiten.
1.12. – Eine Volkszählung ergibt für Eisenach 16.164 Einwohner. Des weiteren werden 3.433 Haushalte und 1.664 Häuser gezählt.
1876
27.7. – Durch Oberregimentsprojekt für Henoch (Gotha) wird ein Kanalisationsprojekt für Eisenach vorgelegt.
Darin werden die Gesamtkosten auf 290.000 Mark veranschlagt.
1877
7.2. – Geplant ist der Bau einer Schwimm- und Badeanstalt oberhalb des Eisenacher Bahnhofes, das spätere Carl-Alexander-Bad. Die Kosten sollen sich auf 20.000 Mark belaufen. Am 16. Juni des darauffolgenden Jahres wird die Badeanstalt im Räuberloch eröffnet. Sie besitzt getrennte Männer- und Frauenschwimmbecken. Ihr Wasser erhält sie aus dem Hörselmühlgraben.
9.4. – Das Eisenacher Lehrerinnen-Seminar wird eröffnet.
27.7. – Der Komponist Richard Wagner besucht mit seiner Familie Eisenach und die Wartburg.
13.9. – Der Gemeinderat beschließt, an jeder Straße Namensschilder anzubringen und die Neunumerierung der Häuser vorzunehmen.
13.11. – Gründung eines Volksbildungsvereins mit anfänglich 83 Mitgliedern.
20.12. – In Eisenach wird die erste Fernsprechverbindung zwischen der Bahn und der Stadtpost hergestellt.
1878
12.12. – Im Gewerbeverein führt Dr. Zeuter (Berlin) erstmals den Edisonschen Phonographen vor. Beginn der Kanalisation Eisenachs.
1879
1.1. – Das von Julius von Eichel-Streiber gestiftete Eisenacher Stadttheater wird seiner Bestimmung übergeben.
17.02. – Der Verschönerungsverein beginnt mit den Arbeiten zur Anlage eines Promenadenweges im Johannistal und mit der Einrichtung eines Aussichtspunktes im Helltal. Vor dem Nikolaitor nimmt er Baumbepflanzungen vor.
1.7. – Das Stadtgericht Eisenach wird mit dem Justizamt vereinigt. Seit 1813 war das Stadtgericht Justizbehörde des Stadtbezirks Eisenach.
10.7. – Julius von Eichel erbietet sich, ein Gebäude für die Hospitäler St. Anna, St. Justus und St. Spiritus zu bauen.
1.10. – Das seit 30 Jahren bestehende Appellationsgericht in Eisenach wird aufgelöst.
1880
27.2. – Der Schulvorstand beschließt den Bau einer Schule in der Katharinenstraße.
8.3. – Der Verschönerungsverein beschließt in seiner Jahresversammlung die Vorhaben für das laufende Jahr. Dazu gehören die Instandsetzung ser Johannistalpromenade, die Fortführung der Baumpflanzungen in der Bahnhofs- und Katharinenstraße und das Anlegen eines gepflasterten Straßenüberganges am Promenadenweg Prinzenteich.
1884
21.1. – Auf Vorschlag des Eisenacher Kaufmanns Hentze gründet sich das „Komitee zur Errichtung Eisenachs zum klimatischen Kur- und Badeort“. Das Komitee löst sich 1886 wieder auf. An seine Stelle tritt der „Verein zur Hebung des Fremdenverkehrs“, der unterstützt wird vom „Verschönerungsverein“ von 1873 und dem Eisenacher Zweigvereins des „Thüringerwaldvereins“ von 1880.
6.3. – Die Charlottenschule (jetzt Goetheschule) am Pfarrberg wird eingeweiht.
28.9. – Vor dem Haupteingang der Georgenkirche wird Adolf von Donndorfs Denkmal für Johann Sebastian Bach enthüllt.
30.9. – August Julius Roese (1807 – 1891) scheidet aus dem von ihm seit 1847 bekleideten Amt des Oberbürgermeisters. Roese gilt als bedeutendster Eisenacher Bürgermeister des 19. Jahrhunderts. In seiner Amtszeit entstanden u.a. die Gasbeleuchtung, Wasserleitungen und Kanalisation. Eisenach wurde ins Eisenbahnnetz integriert. Unter Roeses Regie wurden die Prinzipien neuzeitlicher Stadtverwaltung durchgesetzt. Aufgrund dieser Verdienste wird Roese beim Ausscheiden zum Ehrenbürger Eisenachs ernannt.
1885
5.1. – Feierliche Einweihung der Synagoge in der Wörthstraße durch die Eisenacher „Israelitische Religionsgemeinschaft“.
1.4. – Amtseinführung des neuen Oberbürgermeisters Georg Eucken (1855 – 1942).
Es erscheint die erste „Kurliste des Luftkurortes Eisenach“ mit dem Namen von 105 Kurgästen. Die Zahl der Erholung suchenden Kurgäste nimmt rasch zu beträgt zwei Jahre später bereits 61.000. 1906 wurden schon 100.000 Gäste gezählt. Eugen d’Albert nimmt von 1885-89 seinen Wohnsitz in Eisenach.
1886
Vom 17. – 23. Dezember schneit es in Eisenach ununterbrochen.
1887
13.5. – Das Reichspostamt am Pfarrberg wird seiner Bestimmung übergebe. Im gleichen Jahr werden auch die katholische Elisabethkirche an der Sophienstraße errichtet und die Kuranstalt im Haus Hainstein eingeweiht. Die Nikolaikirche wird restauriert und die Innenausgestaltung entsprechend dem Zeitgeschmack historisierend verändert.
1888
8.9. – Die katholische Elisabethgemeinde weiht ihre Kirche an der Sophienstraße.
29.9. – Der Eisenacher Gewerbeverein vollendet den unter seiner Regie vollzogenen Bau des Gewerbehauses am Theaterplatz.
1889
9.1. – Die Carl-Alexander-Bibliothek im Gebäude des Eisenacher Gymnasiums am Predigerplatz wird zum allgemeinen Gebrauch geöffnet. Später wird sie durch eine Volksbücherei ergänzt.
1890
In jenem Jahr werden in Eisenach Projekte in Angriff genommen, die noch heute für uns Bedeutung haben. Auf dem Pflugensberg, auf dem von 1888 bis 1892 der Stadtpark angelegt wird, beginnt der Bau des Eichelschen Schlosses, welches 1891 vollendet ist. Ebenfalls beginnt der Aufbau eines Fernsprechnetzes im innerstädtischen Bereich.
1891
1.7. – Gründung des Evangelisch-Lutherischen Diakonissen-Mutterhauses für Thüringen.
1892
2.4. – Mit der Inbetriebnahme des Eisenacher Elektrizitätswerkes wird den Betrieben und Kaufleuten „Kraft und Licht“ geliefert.
15.6. – Der Schlachthof am Petersberg wird eröffnet.
1893
15.5. – Dank seiner Verdienste um die Stadt Eisenach, beruft der Herzog Carl Alexander Oberbürgermeister Georg Eucken zum Direktor des Verwaltungsbezirkes Eisenach. Im Amt des Oberbürgermeisters wird Eucken gefolgt von August Müller (1856 – 1926), der am 1. Juni antritt.
Des weiteren werden in diesem Jahr der Westbahnhof (1.August), das städtische Gewerbegericht (9.März) und das Offizierscasino (24. Juni) eröffnet.
1894
Auf der Marienhöhe südlich von Eisenach beginnt die Villenbebauung, die in den darauffolgenden Jahren ein beachtliches Villenviertel entstehen lässt.
1895
4.5. – Das von Adolf von Donndorf geschaffene Denkmal für Martin Luther wird auf dem Karlsplatz feierlich enthüllt.
13.10. – Die Eisenacher Hilfsschule wird durch die Einführung eines Lehrers in die Klasse für schwachsinnige Kinder in der Katharinenschule eingerichtet.
1896
19.7. – Das Fritz-Reuter-Museum öffnet seine Pforten. Ein Jahr später nimmt das Haus auch die Richard-Wagner-Sammlung Nikolaus Oesterleins auf.
14.10. – Eröffnung des Diakonissenkrankenhauses.
3.12. – Gründung der Eisenacher Fahrzeugfabrik durch den Düsseldorfer Großindustriellen Ehrhardt. Im gleichen Jahr werden auch die Maschinenfabrik Wallmeyer und die „Naturheilanstalt Johannisbad“ in der Kurstraße / Ecke Prinzenweg ihrer Bestimmung übergeben.
1897
Mit einem Festzug und der Einrichtung eines Volksfestes wird der Eisenacher Sommergewinn wiederbelebt.
8.6. – Zum Bau eines Denkmales für die Deutschen Burschenschaften wird auf dem Wartenberg der Grundstein gelegt.
1.8. – Erste Fahrt der Straßenbahnlinie vom Bahnhof ins Annatal. Damit nimmt die für den sich ausweitenden Fremdenverkehr wichtige Straßenbahn ihren Linienverkehr auf. Von ebensolcher Wichtigkeit ist die Eröffnung des Hotels „Kaiserhof“ am 25. Dezember.
1898
1.4. – Vom kaufmännischen Verein wird die Eisenacher Gewerbebank eröffnet.
27.11. – Die Freimaurerloge „Zur Krone der Elisabeth“ wird in Eisenach gestiftet.
7.12. – Die neue Gasanstalt am Siebenborn nimmt ihren Betrieb auf. Des weiteren wird die Burchardie-Schule als Kochschule für junge Frauen eingerichtet. Sie entwickelt sich später zu einer „Haushalts- und Gewerbeschule für Mädchen mit Lehrerinnenbildungsanstalt und Berufsoberschule“.
1899
21.6. – In der ehemaligen Predigerkirche wird das Thüringer Museum gegründet. Die am 26.2. des darauffolgenden Jahres dort eröffnete Ausstellung zeigt in der Hauptsache mittelalterliche Schnitzplastik aus Thüringen.
1.10. – Die auf Betreiben des Ärztlichen Bezirksvereins gebildete Sophienbad AG eröffnet das Sophienbad in der Grimmelgasse

1900 - 1945

1900
1.5. – Einführung einer „Fremden-Abgabe“. Sie besagt, dass Fremde, die sich zwischen dem 1. Mai und dem 1. Oktober länger als fünf Tage in Eisenach aufhalten, pro Person 2 Mark, pro Familie 4 Mark zu bezahlen haben. Diese Verordnung wurde 1925 aufgehoben und dafür 1928 eine Kurtaxe eingeführt.
15.11. – Für den aus dem Amt geschiedenen August Müller wird Dr. Georg von Fewson Oberbürgermeister Eisenachs.
Eisenach zählt zur Jahrhundertwende 31.580 Einwohner. Damit erlebte die Stadt in den vergangenen zehn Jahren den größten Bevölkerungszuwachs seiner Geschichte. 1890 hatte die Einwohnerzahl noch 21.399 betragen. Auch im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts nimmt die Zahl nochmals erheblich zu – 1910 liegt sie dann bei 38.362.
1901
Im Zuge der Erneuerung der Gerogenkirche wird mit dem Bau eines Turmes begonnen, der am 7.7.1902 eingeweiht wird.
5.2. – Im „Tivoli“ gründet sich der Konsumverein. Er eröffnet sich am 24. April seine erste Verkaufstelle im Haus Georgenstraße 24.
1902
15.5. – Das Kurhotel „Fürstenhof“ oberhalb des Kartausgartens wird seiner Bestimmung übergeben. Es ist das größte Hotel der Stadt.
22.5. – Mit einem Volksfest wird das von Wilhelm Kreis entworfene Burschenschaftsdenkmal auf der Göpelskuppe eingeweiht.
20.7. – Der Verein für Gesundheitspflege öffnet am Roeseschen Hölzchen das Luft-, Licht- und Sonnenbad.
25.-28.7. – Eisenach erlebt den III. Deutschen Automobiltag
19.10. – Am Wartenberg wird die Bismarcksäule eingeweiht.
1903
1.4. – Das ebenfalls vom Stuttgarter Bildhauer Adolf von Donndorf stammende Bismarckdenkmal wird am Eingang zum Stadtpark enthüllt.
25.9. – Nachdem sich Unregelmäßigkeiten in seiner Amtsführung herausgestellt hatten, wird Oberbürgermeister von Fewson amtsenthoben. Über seinen weiteren Lebensweg ist nichts bekannt. Sein Nachfolger wird am 9. April 1904 Hans Schmieder, der bis 1919 amtiert.
1904
In diesem Jahr öffnen das ausgebaute Hotel „Rautenkranz“ auf dem Markt und auch der neue Eisenacher Hauptbahnhof ihre Pforten.
1905
Unter starkem Engagement von Bürgermeister Schmieder wird von der Stadtverwaltung die Wilhemsglücksbrunner Saline bei Creuzburg erworben, deren Vorbesitzer Kommerzienrat von Dreyse war.
1.1. – Das städtische Kaufmannsgericht nimmt seine Arbeit auf. Es wird am 1.7.1927 zusammen mit dem Gewerbegericht zum Arbeitsgericht umgewandelt und verstaatlicht.
13.9. – Der Gesellschaftsvertrag der Kurbad Eisenach GmbH wird geschlossen. Einen Teil des Stammkapitals trägt die Stadtgemeinde.
1.9. – Das Hotel „Karthäuser Hof“ nimmt deinen Hotelbetrieb auf.
1906
11.5. – Der Gemeinderat beschließt den Erwerb des Johannistals.
8.7. – Mit der Eröffnung der Trink- und Wandelhalle am Kartausgarten wird das Eisenacher Kurbad eröffnet. Anwesend ist auch der Weimarer Großherzog Wilhelm Ernst. Ausgeschenkt wird in den Wandelgängen das Wasser der „Karolinenquelle“ von der Wilhelmsglücksbrunner Saline.
1907
27.5. – Im Rahmen des 3. Deutschen Bachfestes wird das Bachhaus als Museum und Memorialstätte eröffnet.
26.9. – Eröffnung des Berghotels „Marienhöhe“ auf dem gleichnamigen Berg im Süden der Stadt. In diesem Jahr nimmt das Metallwerk Alfred Schwarz am Kupferhammer seinen Betrieb auf.
1909
16.6. – Das Eisenacher Straßenbahnnetz wird um die Verbindung vom Markt zum neuen Friedhof und vom Markt in die Frankfurten erweitert.
24.6. – Gegenüber der Wartburgauffahrt wird das Carl-Alexander-Denkmal enthüllt. Am 11. Oktober wird die Carl-Alexander-Schule am Wartenberg eingeweiht.
14./15.10. – In Eisenach findet ein Automobiltreffen mit Bergrennen statt.
1910
9.2. – Das erste Patenschiff der Stadt Eisenach, der Norddeutsche Lloyd-Dampfer „Eisenach“ macht eine erfolgreiche Probefahrt.
14.5. – Der Neubau des Amt- und Landgerichts am Theaterplatz ist fertiggestellt.
1.9. – Der neugestaltete Schwarze Brunnen in der Georgenstraße wird eingeweiht.
1911
4.5. – Der „Verband für Frauenstimmrecht“ gründet in Eisenach eine Ortsgruppe.
9.12. – Max Reger dirigiert im Stadttheater zum ersten Mal in Eisenach.
1912
24.5. – Das städtische Arbeitsamt öffnet in der Georgenstraße 26. Tags darauf beginnt der „Thüringer Hof“ seinen Hotelbetrieb.
1913
18.3. – An der Bismarckhütte öffnet ein kleiner Tierpark.
19.6. – Die Straßenbahnlinie vom Bahnhof in die Weimarische Straße nimmt ihren Verkehr auf.
1914
Im Jahre 1914 wird die schon seit dem Mittelalter in Eisenach existierende Kurrende wiederbelebt. Durch die Entfachung des Weltkrieges wird der bis dahin forschen Entwicklung der Stadt ein jähes Ende gesetzt. Das wirtschaftliche Leben und die Kurbadentfaltung erfahren eine Stagnation. Bis zu seinem Ende kostet der Weltkrieg etwa 1.400 Eisenachern das Leben.
1915
22.2. – Eine „Brotkarte“ zur Rationierung von Brot wird in Eisenach eingeführt.
1916
Dieses ist das Jahr der Rationierung fast sämtlicher Lebensmittel. Am 9. Januar wird die Milchkarte eingeführt – ab dem 6. Februar erhalten die Eisenacher Lebensmittelkarten für Butter und Fett. Der Fleischkonsum wird am 8. Mai mit der Einführung von Fleischkarten reguliert. Eine Zucker- und Seifenkarte wird ab dem 20. Mai ausgegeben. Ende Juni wird in Verbindung mit der Werneburgstiftung eine Kriegsküche eingerichtet. Eine ebensolche Kriegsküche stellt der Nationale Frauendienst im „Tivoli“ bereit. Diese wird bereits im Februar des folgenden Jahres in den „Halben Mond“ (an dr Stelle des Kino „Titania“) verlegt.
1917
10.6. – Im „Engel“ gründet sich eine Ortsgruppe der USPD.
30./31.7. – Die Glocken der Georgen-, Annen-, und Kreuzkirche werden abgenommen und zerschlagen. Ihre Überbleibsel werden für kriegerische Zwecke gebraucht. Anfang September grassiert in Eisenach eine Typhusepidemie.
2.10. – Der Stadtvorstand verleiht Generalfeldmarschall von Hindenburg an Anlaß seines 70. Geburtstages das Ehrenbürgerrecht.
25.10. – Das 2. Ersatz-Bataillon 167 wird von Eisenach nach Kassel verlegt. An dessen Stelle rückt am 2. November das Ersatz-Bataillon des Landwehr-Infanterie-Regiments Nr. 83 aus Eschwege in Eisenach ein.
1918
3.3. – In Eisenach wird der Friedensschluß mit Rußland feierlich begangen.
30.5. – Als der Rest des o.g. Bataillons Eisenach verläßt, ist die Stadt ohne Garnison.
3.7. – Infolge der besonders unter der Jugend grassierenden „Spanischen Krankheit“ werden in Eisenach Schulschließungen vorgenommen. Ab 22. Oktober müssen wegen der Verschärfung dieser Krankheit sämtliche Schulen geschlossen werden. Im Zuge der Novemberrevolution wird auch Eisenach von ihrem Gedankengut erfaßt. Am 7. November versammeln sich etwa 600 Personen in der „Clemda“. Sie entschließen sich, einen Arbeiterrat zu wählen. Zum Vorsitzenden wird Karl Hermann bestimmt. Am folgenden Tag wird in einer von der USPD einberufenen öffentlichen Versammlung im „Tivoli“ ein Soldatenrat gewählt. Eine Großdemonstration Eisenacher Arbeiter führt am 9. November von der Kaserne zum Karlsplatz. Hier verkündet Karl Hermann, dass der Arbeiter- und Soldatenrat die politische Gewalt für die Stadt und den Kreis übernommen hat. Oberbürgermeister Schmieder übergibt dem Arbeiter- und Soldatenrat die Polizeigewalt. Das Post- und Telegraphenamt und der Bahnhof werden besetzt. In einer Massenversammlung im „Fürstenhof“ am 10. November erläutert Karl Hermann die Ziele der revolutionären Bewegung. Ein Aufruf des Arbeiter- und Soldatenrates an die Eisenacher Bevölkerung ist das letzte Zeugnis dieser stürmischen Tage in Eisenach. Der Weimarer Großherzog Wilhelm Ernst dankt ab. Die Wartburg geht 1922 an eine gleichnamige Stiftung.
1919
1.1. – Gründung der „Eisenacher Volkszeitung“, die bis 1933 erscheint.
23.2. – Bildung einer Ortsgruppe der KPD.
31.3. – Gründung der Eisenacher Volkshochschule, die am 2. Mai ihren Lehrbetrieb aufnimmt.
2.4. – Eisenach erlangt den Status einer kreisfreien Stadt. Am gleichen Tag wird das städtische Orchester gegründet.
30.6. – Oberbürgermeister Hans Schmieder scheidet aus dem städtischen Dienst. Am 12. Oktober wird der Jurist Dr. Fritz Janson (1885-1946) zum Oberbürgermeister Eisenachs gewählt und am 20. November feierlich in sein Amt eingeführt. In den schwierigen Zeiten der Weimarer Republik hat er sich große Verdienste um die Stadt erworben.
1920
Während des Kapp-Putsches im März stehen die Eisenacher hinter der Regierung Ebert. Auf dem Wartenberg wird am 15. und 16. März eine Arbeiterwehr stationiert.
3.7. – Ein großes Beethovenfest findet am 3. und 4. Juli in Eisenach statt.
1921
1.1. – Eisenach wird durch die Belegung mit dem 2. Bataillon des Infanterie-Regimentes 15 wieder Garnisonsstandort.
12.1. – Gründung der freien Volksbühne
1.4. – Der Landeskirchenrat der Evangelisch-Lutherischen Kirche Thüringens bezieht das Eichelsche Schloss auf dem Pflugensberg. Noch heute residieren hier der Landesbischof und der Landeskirchenrat.
27.6. – Die Eisenacher Fahrzeugfabrik wird von der Gothaer Waggonfabrik A.G. übernommen. In Eisenach gibt es starke Bestrebungen, sich von Thüringen zu lösen und Hessen-Nassau anzuschließen.
1922
20.4. – Konstituierung der Wartburgstiftung
4.6. – Zwanzig Jahre nach der Einweihung des Burschenschaftsdenkmals wird das Burschenhaus eröffnet.
16.8. – Der Schulneubau des Ernst-Abbe-Gymnasiums wird seiner Bestimmung übergeben.
1.10. – Die Stadt Eisenach vollzieht die Eingemeindung von Eichrodt, Wutha, Stockhausen, Trenkelhof, Stregda, der Wartburg, Mittelshof, Dürrerhof und Ramsborn. Am gleichen Tag wird im Zuge der Inflation an die Eisenacher Notgeld im Gesamtbetrag von 15 Mio. Mark ausgegeben.
9.12. – Am Turm der Georgenkirche wird das Ehrenmal für die im Weltkrieg gefallenen Eisenacher eingeweiht.
17.12. – Gründung des Vereins „Freunde der Wartburg“.
Im Jahre 1922 tritt an die Stelle der Bürgergemeinde die Einwohner-Gemeinde – der Erwerb des Bürgerrechts durch Geldzahlung wird aufgehoben.
1923
1.4. – Eröffnung der staatlich anerkannten Frauenfortbildungsschule, die der Ida-Stiftung angegliedert ist. Im Mai vereinigen sich Stadt- und Stiftungssparkasse.
20.6. – Das Kindererholungsheim auf der Marienhöhe wird eröffnet.
18.8. – An die Eisenacher wird Notgeld zu 1 und 2 Mio. Mark ausgegeben. Am 7. November beläuft sich die Gesamtsumme des ausgegebenen Geldes auf 100 Milliarden Mark.
19.8. – Der Lutherische Weltkonvent tagt vom 19. bis 24. August im Fürstenhof.
1.10. – Die Stadt gemeindet Stedtfeld ein.
20.11. – Die Landwirtschaftsschule wird von Marksuhl nach Eisenach verlegt. Sie erhält ihre Räume in der früheren Stiftungssparkasse am Predigerplatz.
1924
19.3. – In der Gambrinushalle hält der „Stahlhelm“ eine erste Versammlung ab.
4.4. – Im Hotel „Zum Landgrafen“ gründet sich vermutlich die NSDAP-Ortsgruppe.
30.9. – Die 1922 und 1923 eingemeindeten Ortschaften Eichrodt, Wutha, Stockhausen, Stregda, Mittelsdorf, Dürrerhof und Stedtfeld werden wieder ausgemeindet.
5.11. – Eröffnung des städtischen Säuglings- und Kinderheims an der Rennbahn.
1925
3.5. – Die von Curt Elschner der Stadt gestifteten Kunstsammlungen werden als „Curt-Elschner-Galerie“ im Eisenacher Schloß gezeigt. Am 27. Januar 1926 wird der Geheime Kommerzienrat Curt Elschner zum Ehrenbürger der Stadt ernannt. Infolge einer Ende 1925 einsetzenden allgemeinen Wirtschaftkrise kommt es auch in Eisenach zu Entlassungen und Kurzarbeit. Im März 1926 zählt Eisenach 1.600 Erwerbslose. Im Januar 1927 sind es 2.123.
Die Arbeitslosigkeit geht 1927/28 wieder stark zurück.
1926
11.2. – In der Moltkestr. 13 wird das Reinhardt-Vierecke-Rentnerheim der Stadtgemeinde eröffnet.
27.6. – Auf dem Karlsplatz wird das Ärztedenkmal enthüllt.
1.11. – Die nord-, süd- und oststädtischen Volkskindergärten werden von der Stadt übernommen. In den Jahren 1926 und 1927 erfolgt der Ausbau der nach den führenden Teilnehmern des Wartburgfestes von 1817 benannten Straßen am Wartenberg.
1927
13.1. – Der NSDAP-Vorsitzende Adolf Hitler kommt nach Eisenach und spricht im vollbesetzten Fürstenhofsaal.
1.7. – Das jahrzehntelang mit der Stadtverwaltung verbundene Kaufmanns- und Gewerbegericht wird als Arbeitsgericht verstaatlicht.
6.8. – Den Till-Eulenspiegel-Brunnen vor dem Eisenacher Theater stiftet Curt Elschner.
5.8. – Die Wartburg wird erstmals elektrisch beleuchtet.
1928
7.9. – Nuntius Pacelli, der später als Papst Pius XII. in die Geschichte eingeht, besucht die Wartburg.
26.8. – Der Dichter Friedrich Lienhardt zieht nach Eisenach.
1.10. – Die Eisenacher Dixi-Werke werden von den Bayerischen Motorenwerken übernommen.
1.11. – Das bislang städtische Arbeitsamt wird der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenfürsorge angegliedert.
1929
1.4. – Die Steuererhebung geht in den Finanzdienst über.
27.5. – Die Wartburgstiftung beschließt die Anlage eines großen Parkplatzes im roten Steinbruch unterhalb der Wartburg.
16.11. – Der Fürstenhofsaal brennt ab.
1930
23.5. – Der Fürstenhofsaal wird nach erfolgter Renovierung wieder seinen Zwecken zugeführt.
1.7. – Die Stadt erwirbt den Kartausgarten.
30.8. – Die Thüringer NSDAP veranstaltet ein Wartburgtreffen, an dem auch Hermann Göring, Fritz Sauckel und Wilhelm Frick teilnehmen.
31.8. – Das Luftschiff „Graf Zeppelin“ überfliegt gegen 12.45 Uhr Eisenach, als auf dem Markt die Nationalsozialisten versammelt sind.
29.10. – Bei einer SPD-Kundgebung im „Fürstenhof“ werden ebenfalls anwesende Nationalsozialisten schwer verprügelt.
1931
Die Weltwirtschaftkrise bedroht die Existenz des Eisenacher BMW-Werkes und der Kammgarnspinnerei.
Vom 19. August bis 19. November wird Geheimrat Dr. Gelpcke als Staatskommissar zur Regulierung des städtischen Haushaltes in der Eisenacher Stadtverwaltung eingesetzt.
1932
5.7. – Im „Fürstenhof“ wird die Rote Einheitsfront gegründet.
1933
31.1. – Eine Demonstration Eisenacher Bürger gegen die Machtübernahme Adolf Hitlers wird am Nachmittag durch berittene Polizei verhindert.
6.2. – Verbot der sozialdemokratischen „Eisenacher Volkszeitung“, das durch den Beschluß des Reichsgerichts am 16. Februar wieder aufgehoben wird.
25.2. – Eine Wahlversammlung der SPD im „Fürstenhof“ wird aufgelöst – eine von der SPD ausgehende Kundgebung am 26. Februar wird verboten.
1.3. – Die „Eisenacher Volkszeitung“ wird beschlagnahmt. Am 4. März erscheint sie letztmalig, jedoch mit weißen Zensurlücken. Trotzdem kann folgende Wahlkampfparole abgedruckt werden. „Freiheit! Auf ein Leben und Tod! Trotz allem an die Urne für Liste 2 (SPD)! Wahl ist geheim!“ Am folgenden Tag geht die NSDAP siegreich aus den Reichstagswahlen hervor.
7.3. – Auf dem Rathaus weht die Hakenkreuzfahne.
8.3. – In der überfüllten Georgenkirche läßt die NSDAP einen Dankgottesdienst für die Machtübernahme abhalten.
12.3. – Auf dem Metilstein hißt Otto Speßhardt die Rote Fahne.
26.4. – Im Zuge der einsetzenden Gleichschaltungsmaßnahmen wird der Eisenacher Stadtrat neu gebildet. Die NSDAP-Fraktion übernimmt dessen Führung.
20.4. – Am Geburtstag Adolf Hitlers wird die Wartburg-Waldbühne eingeweiht.
1.5. – In Eisenach werden mehrere Straßen im Zuge der sog. „nationalen Revolution“ umbenannt. Der Marktplatz wird zum „Adolf-Hitler-Platz“, die Querstraße zur „Schlageterstraße“, die Katharinenstraße zur Horst-Wessel-Straße“. In Eisenach leben in dieser Zeit 378 jüdische Bürger bei einer Gesamtbevölkerungszahl von 45.831 (im Jahre 1934).
7.9. – Vom 7. bis 9. September treffen sich führende nationalsozialistische Kulturpolitiker zu einer ersten Tagung des „Reichsverbandes Deutsche Bühne“ in Eisenach.
1.10. – Mit der Übernahme seiner Leitung durch Rolf Ziegler wird das eigenständige Eisenacher Stadttheater wieder ins Leben gerufen.
1934
13.5. – In der Georgenkirche erfolgt die feierliche Amtseinführung von Landesbischof Martin Sasse. Die Amtseinführung wird umrahmt von einer Kundgebung der „Deutschen Christen“ im „Fürstenhof“ und auf dem Markt. 24.6. – Das Fritz-Sauckel-Bad an der Katzenaue wird der Öffentlichkeit zur Nutzung übergeben.
2.7. – Bei einem Großfeuer wird der Wartburggasthof schwer beschädigt.
4.-7.7. – Eisenach ist Ort der ersten Reichstagung der „Nationalsozialistischen Kulturgemeine“, die aufsichtsführend über den kulturellen Aktivitäten steht. Diese in Eisenach durchgeführte Tagung stellt eine weitere und höhere Stufe der Gleichschaltungsmaßnahmen im kulturellen Leben des Deutschen Reichs dar.
15.7. – Hermann Köhler löst den bisherigen NSDAP-Kreisleiter Martin Seidel in seiner Funktion ab. Die Geschäftstelle der NSDAP-Kreisleitung befindet sich im Haus Karlsplatz 13. Feierliche Verabschiedung des II. Bataillons Infanterie-Regiment 15 mit großem Zapfenstreich und Feldgottesdienst.
1.10. – Willie Schmitt übernimmt die Intendanz des Stadttheaters.
29.11. – Die Eisenacher Kurrende singt im Berliner Reichskanzleramt vor dem Reichskanzler.
1935
22.6. – Das Eisenacher Gymnasium feiert sein 750-jähriges Bestehen.
12.10. – Der Hitler-Stellvertreter, Rudolf Heß, besucht mit 300 „alten Kämpfern“ Eisenach und die Wartburg.
18.10. – Die Verbände der Deutschen Burschenschaften werden auf der Wartburg aufgelöst und in den „Nationalsozialistischen Studentenverband“ überführt.
20.10. – Das aus Schlesien nach Eisenach verlegte Panzerregiment II bezieht die neu gebauten Kasernen am Ludendorffwall (heute Ernst-Thälmann-Straße).
1936
Im November 1936 wird die Amtskette des Oberbürgermeisters eingeführt.
1937
9.1. – Einzug der von Kassel nach Eisenach verlegten Panzer-Abwehr-Abteilung 37 in die neuen Kasernengebäuden. Zusammen mit den Wohnblöcken von BMW entsteht somit im Nordwesten der Stadt ein neuer Stadtteil.
2.3. – An den Tagen 2. und 14. März veranstalten die „Bekennenden Christen“ und die Deutschen Christen voneinander getrennte Großkundgebungen.
31.3. – Oberbürgermeister Dr. Janson verabschiedet sich in einem Betriebsappell von seinen Mitarbeitern. Unter Verleihung des Ehrenbürgerbriefes am 18.3. wird Janson in den Ruhestand geschickt. Offizielle Begründung für die Ablösung Jansons ist der §44 der deutschen Gemeindeordnung, in dem ein Wechsel des Verwaltungspersonals empfohlen wird, um der Verwaltungsarbeit neue Impulse zu geben. Friedrich Janson gilt als einer der bedeutendsten Bürgermeister Eisenachs im 20. Jahrhundert. In den politisch wirren Zeiten der Weimarer Republik hat er es vermocht, das Ruder der Stadtverwaltung fest in seinen Händen zu halten. Die Entwicklung der Stadt in wirtschaftlicher, infrastruktureller und kultureller Beziehung hat er ausschlaggebend gefördert. Genannt seien hierfür die Übernahme des Elektrizitätswerkes in städtische Hand und die Entstehung von Wohnsiedlungen am Wartenberg, am Kirschberg und in der sog. Hofferbertaue. Mit Janson scheiden der verdiente Bürgermeister Oberbaurat Hofferbert, Stadtkämmerer Eckel und Stadtrat Sachse mit gleicher Begründung aus dem Amt.
3.4. – Dr. Herbert Müller-Bowe (1896 – 1979) wird auf der Wartburg offiziell du feierlich ins Amt des Oberbürgermeisters eingeführt.
14.5. – In der Gagfah-Siedlung am Kirschberg und Ramsberg wird Richtfest gefeiert. Hier entstehen 130 Gagfah-Heimstätten.
2.7. – Die Zigarrenfabriken Bruns feiern 100-jähriges Jubiläum.
1938
12.3. – Anlässlich des Anschlusses Österreichs an das Deutsche Reich findet eine Feier auf dem Markt statt.
31.3. – Mit der Auflösung der Brunnenverwaltung verabschiedet sich die Stadt entgültig von den Plänen, Weltkurbad werden zu wollen.
11.4. – Auf Betreiben der Nationalsozialisten wird auf dem Bergfried der Wartburg anstelle des lateinischen Kreuzes ein Hakenkreuz aufgestellt. Am 14. April wird das Hakenkreuz aufgrund internationaler Proteste wieder abgenommen und am 23. April die ursprüngliche Bekrönung des Bergfrieds mit dem lateinischen Kreuz wiederhergestellt.
13.4. – Im Bechtholsheimschen Palais wird das „Heim der SA“ eingerichtet.
9.11. – Wie im gesamten Deutschen Reich hat die sog. „Kristallnacht“ vom 9. zum 10. November auch für die noch in Eisenach lebenden Juden verheerende Auswirkungen. Jüdische Geschäfte und Wohnungen werden teilweise zerstört und geplündert, die Synagoge in der Wörthstraße wird verwüstet und in Brand gesteckt, so dass sie später abgerissen werden muss, jüdische Bürger werden teilweise inhaftiert und in der Goethe Turnhalle zusammengetrieben.
1939
13.8. – Das Panzerreiterdenkmal am Ludendorffwall wird eingeweiht (heute auf dem Jacobsplan). Künstler der Plastik ist Erich Windbichler. In diesem Jahr wird auch das heute Elisabeth-Gymnasium als Hans-Schemm-Schule ihrem Zweck übergeben. Später dient es als Lazarett und als Casino.
3.9. – Der Beginn des 2. Weltkrieges wird für die Eisenacher durch einen ersten, allerdings blinden Fliegeralarm in den Abendstunden spürbar. Bis zum Kriegsende lassen etwas 2.000 Eisenacher ihr Leben im Krieg.
1940
15.11. – Unter dem Vorwurf, „Rassenschande“ im Sinne der irrwitzigen NS-Gesetzgebung begangen zu haben, werden ein polnischer Zwangsarbeiter und eine Eisenacherin im Stile mittelalterlicher Anprangerung auf dem Markt an einen Schandpfahl gebunden. Tausende Eisenacher wohnen dieser Zurschaustellung bei.
1941
Das bislang städtische Eisenacher Theater wird vom Land Thüringen übernommen. Im September wird den 145 noch in Eisenach verbliebenen Juden die Benutzung der Straßenbahn untersagt.
1942
20.2. – Die Glocken der Georgenkirche werden als Kriegsmetallspende vom Georgenkirchenturm abgenommen.
Am 9. Mai und 19. September erfolgen zwei größere Deportationen Eisenacher Juden in Vernichtungslager. Nur noch wenige Juden verbleiben in der Stadt.
1944
24.2. – Ein erster Fliegerangriff auf Eisenach kostet 41 Menschenleben. Vom Fliegerangriff auf Eisenach sind besonders der Wartenberg, die Amrastraße und die Ebertstraße betroffen. 53 Wohnhäuser sind beschädigt.
11.3. – Der 19jährige polnische Zwangsarbeiter Stanislaus Chudy wird wegen angeblichen Tabakdiebstahls gehängt.
5.5. – Das Burschenhaus wird vom Abteilungsstab Eisenach der Flakgruppe Thüringen in Anspruch genommen.
20.7. – Ein Fliegerangriff durch amerikanische Bomber fordert 27 Menschenleben. Besonders betroffen sind die Tiefenbacher Allee und die Graf-Keller-Straße.
11.9. – Eisenach ist wiederum Ziel eines Luftangriffs, der in vier Wellen von Osten kommend geflogen wird.
23.11. – Englische Luftmienen richten in der Lutherstraße und auf dem Frauenplan schwere Zerstörungen an. Bachhaus und Lutherhaus liegen in Trümmern. Aufgrund fortgesetzter Luftangriffe werden auf dem Karlsplatz, vor dem Bahnhof, auf dem Frauenplan, in der Horst-Wessel-Straße, Franz-Seldte-Platz und auf dem Adolf-Hitler-Platz Feuerlöschteiche angelegt.
1945
8.1. – Auf dem Markt werden Einheiten des Volkssturms feierlich vereidigt. Die sind für den Kampf an der Ostfront bestimmt.
9.2. – Beim letzten Luftangriff auf Eisenach wird die Ostseite des Marktes in Schutt und Asche gelegt. Auch das Rathaus wird größtenteils zerstört. Die insgesamt sieben auf Eisenach geflogenen Luftangriffe, die vorrangig der für die Rüstungsproduktion genutzten Eisenacher Werke der BMW galten, kosten 321 Menschenleben.
31.3. – Oberbürgermeister Müller-Bowe verabschiedet sich in der Ratsherrensitzung aus seinem Amt. In Erwartung feindlicher Armeen setzt er sich am 2.4. aus Eisenach ab.
4.4. – NSDAP-Kreisleiter Hermann Köhler bestellt den Ratsherren Dr. Rudolf Lotz zum Stadtoberhaupt. Dieses Amt nimmt er bis zum 7. Mai des gleichen Jahres wahr. Am gleichen Tag verabschiedet sich auch Kreisleiter Köhler.
5.4. – Oberbürgermeister Lotz wird die Entscheidung des kommandierenden Generals übermitteln, dass Eisenach gegen die anrückenden amerikanischen Truppen, wonach bis zum Morgen des darauffolgenden Tages die Häuser der Stadt weiß geflaggt sein sollen, wenn Eisenach einem Bombardement entgehen will. Die Kampfkommandanten der Stadt und des Kreises lehnen Verhandlungen mit den Amerikanern über eine kampflose Übergabe Eisenachs ab. In der Nacht zum 6. April kommt es zu einer dreistündigen Beschießung der Stadt durch amerikanische Truppen. Die Kampfkommandanten setzen sich ab. Die Truppen der Deutschen Wehrmacht ergeben sich. In den Morgenstunden zum 6. April wird die Stadt den Amerikaner übergeben. Noch am gleiche Tag findet im Kaiserhof die erste Besprechung zwischen Oberbürgermeister Lotz und amerikanischen Offizieren statt. Angeordnet wird die Ablieferung aller Waffen und ein Ausgehverbot für 48 Stunden. Die amerikanischen Besetzer beziehen das Elektrohaus am Karlsplatz. Befehlshaber über die Stadt Eisenach ist Oberleutnant Hanstone.
7.5. – Die amerikanischen Besetzer bestimmen den sich auf der Durchreise gerade befindlichen Dr. Ernst Fresdorf (1889 – 1965) zum Oberbürgermeister der Stadt.
2.7. – Die Rote Armee zieht in Eisenach ein und löst die Amerikaner als Besatzungsmacht ab. Ihre Kommandantur richten sie im Gerichtsgebäude am Theaterplatz ein.
25.7. – Von den sowjetischen Besatzungstruppen wird Oberbürgermeister Fresdorf unter Anschuldigung des Devisenvergehens verhaftet. Bis 1950 ist er in Buchenwald interniert.
27.7. – Der erst kurz vorher aus dem Konzentrationslager zurückgekehrte Sozialdemokrat Karl Hermann (1885-1973) übernimmt die Funktion des Stadtoberhauptes von Eisenach.
7.8. – Das Eisenacher Theater nimmt wieder seinen Spielbetrieb auf. Als erstes Stück wird Lessings „Nathan der Weise“ aufgeführt.
1.10. – In Eisenachs Schulen beginnt wieder der Unterricht

1946 - 1988

1946
2.1. – Die Eröffnung des „Tausch-Kaufhauses Takaha“ (genannt Taukauhau) in der Karlstraße 36/42 hat die Funktion, die unzulängliche Versorgung der Bevölkerung zu mildern.
19.2. – Wilhelm Pieck, Vorsitzender der KPD, besucht Eisenach. In einer Veranstaltung im Fürstenhof wirbt er für die bevorstehende Vereinigung von KPD und SPD.
11.3. – In der Charlottenschule am Pfarrberg wird die pädagogische Fachschule eröffnet, die bald darauf nach Wilhelmsthal verlegt und 1950 wieder aufgelöst wird.
30.3. – Die Eröffnung des ersten „Freien Marktes“ auf dem Karlsplatz stellt eine Maßnahme gegen Not und Schwarzhandel dar. Verkauft werden hier in erster Linie Haushaltsgegenstände und landwirtschaftliche Bedarfsartikel.
3.4. – Gründungsfeier der FDJ (Freie Deutsche Jugend) des Kreises Eisenach, die das Haus Löberstraße 3 bezieht.
6./7.4. – In Gotha erfolgt der Zusammenschluss der thüringischen SPD und KPD zur SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands).
18.7. – Die erste öffentliche Sitzung der Stadtversammlung, als neue beratende Körperschaft der Stadt, endet mit der Wahl der Gemeindevertretung.
15.9. – Die Bayrischen Motorenwerke Eisenach werden Teilbetrieb der sowjetischen Aktiengesellschaft „Awtowelo“. Eisenachs Oberbürgermeister Karl Hermann wird am 4.Oktober von Werner Fischer (1902-1976) in seinem Amt abgelöst. Im Gegensatz zu seinen unmittelbaren Vorgängern wird Werner Fischer wieder vom Stadtparlament in diese Funktion gewählt.
10.10. – Die am 8. September in der für lange Zeit letzten demokratischen Gemeindewahl gewählte und bis zum 15. Oktober 1950 amtierende Stadtverordnetenversammlung tritt zusammen. Sie besteht aus 21 LPD-, 18 SED- und 11 CDU-Stadtverordneten.
1947
8.1. – Die in den Kriegswirren verlorengegangene Amtskette des Oberbürgermeisters wird wiedergefunden.
1.9. – Das Eisenacher Stadtkrankenhaus, das vorübergehend vom sowjetischen Militär beansprucht worden war, wird wieder zivilen Zwecken zugeführt.
21.9. – An der Stelle der 1938 niedergebrannten Synagoge wird die jüdische Gedenkstätte eingeweiht.
19.10. – Als neuer Landesbischof Thüringens wird Dr. Moritz Mitzenheim ins Amt eingeführt.
1948
29.11. – Mit der Eröffnung des ersten „Freien Ladens“ am Johannisplatz 1 soll dem blühendem Schwarzhandel entgegengesteuert werden.
1949
2.8. – Auf der Durchreise von der Weimarer Goethefeier macht Thomas Mann in Eisenach Station.
7.10. – Die Einsetzung der Volkskammer in Berlin und die Gründung der DDR finden in Eisenach keine nennenswerte Resonanz. Erst am 13. Oktober treffen die Einwohner zu einer politischen Kundgebung zusammen.
10.10. – Das wiederhergestellte Rathaus wird in verkleinerter Gestalt wieder seinen Funktionen übergeben.
1950
26.3. – Zum ersten Mal seit dem 2. Weltkrieg wird in Eisenach wieder der Sommergewinn mit Festzug gefeiert.
1.7. – Eisenach verliert den Status als Kreisfreiheit.
1952
5.7. – Die Eisenacher Fahrzeugfabrik wird aus der staatlichen sowjetischen Aktiengesellschaft „Awtowelo“ ausgegliedert. Das Werk wird volkseigener Betrieb und führt den Firmennamen „VEB IFA Automobilfabrik EMW Eisenach“.
1.8. – Dr. Siegfried Asche wird in das Amt des Direktors der Wartburgstiftung eingeführt.
1953
1.6. – Eröffnung der von Pfaffenrode in den Eisenacher „Rautenkranz“ verlegten Medizinische Fachschule.
16.6. – Landesbischof Mitzenheim spricht in der überfüllten Georgenkirche über die zwischen Staat und Kirche aufgetretenen Spannungen.
17.6. – Wegen auftretender Unruhen verhängt der sowjetische Stadtkommandant den Ausnahmezustand über Eisenach. In den Nachtstunden gilt die Ausgangssperre. Am 24. Juni werden diese Maßnahmen wieder aufgehoben.
30.10. – Werner Fischer legt sein Bürgermeisteramt nieder.
1.12. – Hermann Harden (1912 – 1964) übernimmt das Amt des Eisenacher Bürgermeisters.
1954
4.-7.7. – Unter der Überschrift „Vom Brückenschlag des Wortes“ findet auf der Wartburg eine gesamtdeutsche Dichtertagung statt.
11.7. – Im Casino des ehemaligen Hotels „Fürstenhof“ wird eine Sporthalle für Boxveranstaltungen eingerichtet.
24.-26.9. – Auf der Wartburg findet bereits zum zweiten Mal ein gesamtdeutsches Sängertreffen statt.
9./10.10 – Deutsche Studenten treffen sich zu einem Wartburgfest.
1955
werden in Eisenach insgesamt 511 Republikflüchtlinge gezählt.
6.5. – Der Eisenacher Bürgermeister Harden und der Leiter der SED-Kreisleitung Geißler werden in Berlin mit dem Vaterländischen Verdienstorden ausgezeichnet.
19.6. – Mit einem Volksfest wird die Einweihung und Namensgebung des „Wartburgstadions“ vollzogen. Ein Festzug der Betriebssportgemeinschaften nimmt am Lindenhof und am Prinzenteich seinen Anfang, um sich in der Innenstadt zu treffen und vereint das Wartburgstadion zu erreichen.
Am gleichen Tag wird der Falkhof (ehemals „Schweizergarten“) in Erweiterung der Diakonieanstalt „Johannes-Falk-Haus“ eröffnet.
1956
28.4. – Die ersten sowjetischen Touristen treffen in Eisenach ein.
30.4. – Das Landeskirchenamt eröffnet das renovierte Lutherhaus mit dem hier untergebrachten Pfarrhausarchiv als Museum.
19.10. – Der bekannte Fernseh-Kommentator Karl Eduard von Schnitzler spricht im vollbesetzten „Stiegker Volkshaus“. Die Zahl der Republikflüchtlingen aus Eisenach erreicht 1.029.
1957
Das Automobilwerk, die Kammgarnspinnerei und die privaten Metallbetriebe des Kreises führen die 45-Stunden-Arbeitswoche ein.
Insgesamt 1.305 Eisenacher verlassen 1957 die Republik.
9.2. – Im ehemaligen Finanzamt (Phillip-Kühner-Str.2) wird die Medizinische Fachschule untergebracht.
12.6. – Im „Rautenkranz“ wird die Ausstellung „Argenten, Spione, Saboteure entlarvt“ eröffnet. Verantwortlich zeichnet das Ministerium für Staatssicherheit.
1958
16.3. – Im Klubhaus „Friedrich Wolf“ findet die erste „Sozialistische Namensgebung“ für Kinder konfessionell ungebundener Eltern statt. Es ist die erste im Bezirk Erfurt. Am gleichen Tag öffnen die Türen des Thüringer Museums für eine Ausstellung Otto Niemeyer-Holsteins.
6.5. – Das vorherige Haus der Deutsch-Sowjetischen Freundschaft in der Stalinallee 55 (jetzt Wartburgallee) wird als Haus der Jugend „Philipp Müller“ eröffnet.
29.5. – Die Lebensmittelkarten werden abgeschafft.
21.6. – Im Festsaal der Wartburg erklingt das erste Wartburgkonzert des Deutschlandsenders.
15.8. – Mit dem Einzug der Mieter wird der Neubau am Lutherplatz 1-5 fertiggestellt. Die Häuserzeile war 1944 beim Bombardement Eisenachs zerstört wurden.
4.9. – Ein Komitee für innerdeutschen Reiseverkehr im Karosseriebau des Automobilwerkes nimmt seine Arbeit auf.
12.10. – Die Handballmannschaft von Motor Eisenach wird DDR-Meister im Feldhandball.
Da ein verstärkter Zustrom aus Westdeutschland zu verzeichnen ist, wird das Durchgangsheim Eisenach zum Ende des Jahres auf 700 Betten vergrößert. Auf der anderen Seite verlassen in diesem Jahr 653 Eisenacher die Republik in Richtung Westen.
1959
4./5.9. – Auf der Wartburg beraten Vertreter des NOK der DDR und Westdeutschlands über die Aufstellung einer gesamtdeutschen Olympiamannschaft 1960.
1.11. – Der Eisenacher Flughafen (auf dem Kindel) dient als Ausweichflughafen für den im Umbau befindlichen Flughafen in Erfurt. Am 16. Mai 1960 nimmt die Lufthansa die Fluglinien Eisenach-Berlin und Eisenach-Barth auf.
Die Sportgemeinschaft Dynamo Eisenach wird in Torgau DDR-Fechtmeister.
15.12. – Das neue Arbeiterorchester des Automobilwerks gründet sich. Am 9. Februar rufen die Motorenbauer des AWE ein Arbeitertheater ins Leben.
Die Zahl der Republikflüchtlingen aus Eisenach geht 1959 auf 415 zurück.
1960
1.9. – Die Luther-Oberschule räumt den traditionsreichen Gebäudekomplex am Predigerplatz und wird in die „Ernst-Abbe-Oberschule“ integriert. Dafür bezieht das bislang in der Theodor-Neubauer-Schule (jetzt Elisabeth-Gymnasium) befindliche Lehrerbildungsinstitut das Gebäude am Predigerplatz.
7.10. – Vom 7. bis 9. Oktober tagt in Eisenach das Komitee für Verständigung und Zusammenarbeit der deutschen Städte und Gemeinden und Kommunalvertretern der DRR und der Bundesrepublik. Unter den insgesamt 794 Republikflüchtlingen aus Eisenach befindet sich Siegfried Asche. Für ihn übernimmt Werner Noth am 5. Januar 1961 das Direktorenamt.
1961
23.1. – Der Rat der Stadt beschließt zur Behebung der laufenden Versorgungsschwierigkeiten die Einteilung der Stadt in neun Versorgungsbereiche.
12.3. – Der in Eisenach beheimatete Erhard Mauersberger wird neuer Thomaskantor in Leipzig.
31.3. – Eine Sonderausstellung im Thüringer Museum zeigt Werke Fritz Cremers. Im März/April wird die Häuserinsel auf dem Frauenplan abgerissen.
2.5. – Feierliche Weihe und Aufzug der neuen Glocke auf dem seit 1942 verwaisten Glockenturm von St. Georgen.
17.8. – Landesbischof Dr. Moritz Mitzenheim erhält den Ehrenbürgerbrief der Stadt Eisenach.
13.9. – Aus gesundheitlichen Gründen scheidet Bürgermeister Herrmann Harden aus seinem Amt. Für seine Amtszeit ist vor allem sein Engagement zur Aufrechterhaltung gesamtdeutscher Beziehungen hervorzuheben.
Gefolgt wurde Harden am 11. Oktober von Siegfried Möckel (1923-1987).
27.10. – Die umgebaute ehemalige Reithalle der Garnison in der August-Bebel-Straße wird als „Friedrich-Ludwig-Jahn-Sporthalle“ eingeweiht.
1962
9.1. – Die Stalinallee wird in Wartburgallee umbenannt.
6.5. – Im Thüringer Museum wird eine Käthe-Kollwitz Ausstellung eröffnet.
18.8. – Ein in den Eisenacher Raum eingeflogenes Düsenflugzeug der Bundeswehr wird abgeschossen.
1963
15.2. – Die ehemalige Bismarck-Denkmal-Anlage im Eingangsbereich zum Stadtpark wird abgebrochen.
23.7. – Anläßlich der Sommerfilmfesttage in der Wandelhalle kommt es bei enormem Andrang zum amerikanischen Wildwestfilm „Die glorreichen Sieben“ zu „Undiszipliniertheiten der Jugendlichen“ und einem Zusammenstoß mit der Volkpolizei.
1964
15.6. – Mit der Auflösung der Kommandantur endet die sowjetische Besatzungszeit in Eisenach.
19.6. – Bürgermeister Möckel wird Vizepräsident des Deutschen Städte- und Gemeindetages.
12.8. – Staatsoberhaupt Walter Ulbricht empfängt Landesbischof Mitzenheim, Bürgermeister Möckel und Oberkirchenrat Lotz auf der Wartburg.
1965
5.8. – Oberkirchenrat Gerhard Lotz wird zum Vizepräsidenten des Friedensrates der DDR gewählt.
1966
19.1. – In einem feierlichen Rahmen wird im Rokokosaal der Ehrenbürgerbrief der Stadt Eisenach an Karl Hermann überreicht.
1967
15.1. – Die noch verbliebenen Gebäude der Farbenfabrik Arzberger, Schöpff & Co. in der Waldhausstraße werden abgerissen – das Verwaltungsgebäude nimmt das Organisationsbüro für die Feierlichkeiten „900 Jahre Wartburg“ auf – das übrige Gelände wird als Parkplatz genutzt – entlang der Bahnhofstraße entstehen Grünanlagen mit Sitzbänken und Springbrunnen.
19.1. – In der Wartburgallee beginnen die Arbeiten zum Bau eines Glaspavillons des AWE zur Ausstellung historischer Fahrzeuge aus Eisenacher Produktion.
1.3. – Eine Ausstellung mit Bibelillustrationen von Marc Chagall wird in der Predigerkirche eröffnet.
6.4. – In einer „Nacht-und-Nebel-Aktion“ wird der mittelalterlich gepflasterte Markt asphaltiert.
25.6. – In Anwesenheit der Künstlerin wird im Thüringer Museum eine Ausstellung mit Werken der Dresdnerin Lea Grundig eröffnet.
28.10. – Mit dem Abschluss der Bauarbeiten am Glaspavillon des AWE in der Wartburgallee wird eine weitere Ausstellungsstätte eingerichtet.
30.11. – Am Johannisplatz wird das Kaufhaus „Magnet“ eröffnet.
1970
Nach dem Ausscheiden von Dr. Moritz Mitzenheim wird Oberkirchenrat Ingo Braecklein zum Thüringer Landesbischof gewählt. In diesem Jahr wird nach der Entfernung des Eulenspiegel-Brunnens vor dem Eisenacher Landestheater mit der Umgestaltung des gesamten Platzes begonnen, die bereits am 1.Mai des darauffolgenden Jahres mit der Inbetriebnahme des Brunnens aus der Kunstschmiede Laufer abgeschlossen wird. In der Stedtfelder Straße entsteht ein Neubaugebiet.
1971
22.11. – Im Neubau der Bahnhofstraße 3/5 werden die Geschäftsstelle von Eisenach-Information und ein Reisebüro eröffnet.
31.12. – Das Automobilwerk Eisenach feiert die Eröffnung des Betriebsferienheimes „Sophienaue“.
1972
7.10. – Zwischen Eisenach und Sedan (Frankreich) wird ein Partnerschaftsvertrag unterzeichnet.
1973
10.12. – In der Karlstraße öffnet ein „Exquisit-Laden“, in dem Bekleidung westlicher Herkunft angeboten wird.
1974
13.1. – In der Sophienstraße und am Jakobsplan beginnt der Abriß ganzer Straßenzüge zum Bau eines Neubauviertels. Die ersten Neubauviertel werden hier am 7.Mai des folgenden Jahres fertiggestellt.
12.6. – Aufgrund seiner stark angegriffenen Gesundheit, scheidet Siegfried Möckel aus dem Bürgermeisteramt, das am 19. Juni von Joachim Klapczynski besetzt wird.
1975
16.7. – Die Eisenacher Stadtverordneten beschließen, den Straßenbahnverkehr in Eisenach einzustellen und durch Buslinien zu ersetzen. Am 31. Dezember machen die Straßenbahnen ihre letzten Fahrten durch die Straßen Eisenachs.
1976
Im November wird der obere Teil des Alten Friedhofs umgestaltet. Im Zuge dieser Maßnahmen wird auch die klassizistische Leichenhalle abgerissen.
1977
16.9. – In der Ernst-Thälmann-Str. wird dem Grenzausbildungsregiment der Granztruppen das Klubhaus „Theodor Neubauer“ übergeben. Gleichzeitig wird im Eingangsbereich die Plastik „Der Auftrag“ enthüllt.
19.9. – Im Parlament wird die neue AWE-Betriebsschule eröffnet.
7.10. – An der Katzenaue wird die neue Volksschwimmhalle ihrer Bestimmung übergeben. Im gleichen Monat eröffnet auch die in den neuen Schwimmbadkomplex eingebundene Gaststätte.
1978
1.4. – Hans Herbst wird neuer Eisenacher Superintendent. Im gleichen Jahr tritt Dr. Werner Leich das Amt des Thüringer Landesbischofs an.
1979
7.8. – Auf der Katzenaue wird eine neue Großsporthalle gebaut. Das Automobilwerk baut im „Grieß“ ein neues Presswerk, das im Juli 1980 mit der Produktion beginnt.
1980
13.6. – In Vorbereitung der Feierlichkeiten zu Ehren Martin-Luthers 500. Geburtstags, konstituiert sich das Martin-Luther-Komitee der DDR, in dem Bürgermeister Klapczynski und der Direktor der Wartburgstiftung Werner Noth Mitglieder sind.
1981
30.4. – Der einmillionste PKW „Wartburg“ wird im AWE übergeben.
1982
19.12. – Im Jahr ihrer 800-Jahr-Feier wird in der Georgenkirche eine neue Orgel eingeweiht.
1983
21.4. – Anlässlich der Luther-Feierlichkeiten und anlässlich der Wiedereröffnung der Wartburg nach umfassender Sanierungsarbeiten, besucht der DDR-Staatsvorsitzende Erich Honecker die Wartburg.
3.5. – Die Luther-Feierlichkeiten der DDR werden mit einer kirchlichen Großveranstaltung auf der Wartburg eröffnet.
1987
5.1. – In der Sophienstraße und im Bereich des Markscheffelshof werden großflächig Häuser abgerissen. Eine Neubebauung ist für 1988 vorgesehen, geschieht aber erst in den 90er Jahren.
19.10. – Zum 170. Jahrestag des Wartburgfestes der Deutschen Burschenschaften besuchen Egon Krenz und Eberhardt Aurich (1. Sekretär des Zentralrates der FDJ) Eisenach.
1988
10.6. – Im festlichen Rahmen im Festsaal der Wartburg setzen die Stadtoberhäupter von Marburg und Eisenach, Dr. Hanno Drechsler und Joachim Klapczynski ihre Unterschriften unter die Partnerschaftsurkunden beider Städte. Erst im Zuge der Wiedervereinigung beider deutscher Staaten erlangt diese Partnerschaft eine entscheidende Bedeutung

Wende in Eisenach

1989, September
Vom 15. – 19. September tagt im Haus Hainstein die Synode des Bundes der Evangelischen Kirche in der DDR. In der Synode wird zu den drängenden Probleme des Landes Stellung bezogen und versucht, Ursachen für die Massenauswanderung von Bürgern der DDR in die Bundesrepublik zu beenden. Eine Mitteilung an die Gemeindemitglieder wird von der Bundessynode beschlossen. In den westdeutschen Medien wird ausführlich über die Synode berichtet. Das Parteiorgan „Neues Deutschland“ spricht von einer „Frontberichterstattung“
Oktober
Der 40. Jahrestag der DDR wird auch in Eisenach mit zahlreichen Veranstaltungen gefeiert. In der von Pfarrer Martin Wienecke geöffneten Paul-Gerhardt-Kirche kommen am 10. Oktober mehrere Hundert Menschen zusammen. Von Dr. Hasse und Margot Friedrich wird der „Demokratische Aufbruch“ (DA) vorgestellt. Am gleichen Tag verfaßt das Schauspielensemble des Landestheaters gemeinsam mit der Landeskapelle eine Resolution, in der allgemeine Forderungen an die Partei- und Staatsführung sowie die Bürger gerichtet werden. Ein von Landesbischof Leich verfaßter „Hirtenbrief an die Gemeinden“ wird am 15. Oktober in allen Gottesdiensten des Landes verlesen. In ihm wird zu einer Erneuerung von Staat und Gesellschaft aufgefordert und erste Schritte dahingehend benannt. Am darauffolgenden Tag treffen sich Tausende Eisenacher in der Georgenkirche zum ersten großen Friedensgebet. Landesbischof Dr. Wener Leich spricht zu den Versammelten. Die Friedensgebete finden nun allwöchentlich montags in der Georgenkirche statt.
Am 18. Oktober treffen sich mehrere Vertreter der Kirche und der Bürgerbewegung im „Glockenhof“ - unter Ihnen Dr. Hasse, Margot Friedrich und Superintendent Hans Herbst. Sie bereiten ein für den kommenden Tag anberaumtes Treffen mit Vertretern der staatlichen Seite vor. Die Zusammenkunft von Vertretern der Bürgerbewegung, der Kirche und des Staatsapparates am 19. Oktober im Rat des Kreises stellt die Geburtsstunde der „Rundtisch-Gespräche“ auf dem Boden der DDR dar: Moderatoren des abendlichen Gesprächs sind Superintendent Herbst und der katholische Pfarrer Egenolf: Damit beginnen die regelmäßigen Beratungen zwischen dem Rat des Kreises und den demokratischen Gruppierungen in Eisenach. Am gleichen Tag treffen sich im Diakonissenhaus auf Einladung des Neurologen Dr. Hermann Schwenkbier Eisenacher Ärzte aller Konfessionen. Sie bereiten eine gemeinsame Erklärung zu Fragen und Problemen der Zeit vor, die zu einem späteren Zeitpunkt öffentlich verlesen wird. Eine „Initiativgruppe Ärzte“ wird von ihnen am 24. Oktober gebildet. Ein Gedankenaustausch zu aktuellen Fragen wird vom Ersten Sekretär der SED-Kreisleitung, Klaus-Dieter Waschau, mit Vertretern der Parteien und staatlichen Massenorganisationen initiiert.
Tausende Eisenacher finden sich auch am 23. Oktober wieder in der Georgenkirche ein. Da die Georgenkirche die Menschenmassen nicht fassen kann, kommt es vor dem Georgenbrunnen zu einer parallelen Veranstaltung. Landesbischof Leich berichtet über sein Zusammentreffen mit dem neuen SED-Generalsekretär Egon Krenz am 19. Oktober in Schloß Hubertusstock. Mehrere Parteien und basisdemokratische Gruppen nutzen den Friedensgottesdienst zur Information der Massen über Ihre Programme und Forderungen.
Der folgende Tag bringt eine erste demokratische Aussprache zwischen Bürgern und dem Bürgermeister in der Aula des Instituts für Lehrerbildung (IfL), bei der es vorrangig um Probleme der Stadtsanierung geht. Im Syltenhaus treffen sich am 25. Oktober schätzungsweise 800 Personen zur Gründung des „Neuen Forums“
Eisenach (NF). Der DA Eisenach wird am 26. Oktober im Falkhaus gegründet. Des weiteren werden Facharbeitsgruppen zur Ausarbeitung von Reformvorschlägen gebildet. Auf Initiative der Kirche findet ebenfalls an diesem Tag ein Empfang beim Vorsitzenden des Rates des Kreises, Werner Uth, statt. Vertreter der Kirche,
der Bürgerbewegung, der territorialen Staatsorgane, der SED und des FDGB des Kreises diskutieren das Wie eines demokratischen Dialogs zu gesellschaftlichen Problemen.
In der Aula des Instituts für Lehrerbildung wird auf Einladung des Rates der Stadt und des Bürgermeisters am 28. Oktober ein Bürgergespräch veranstaltet, das unter dem Thema, „Eisenach heute und morgen steht“. Diese Dialogveranstaltung ist die erste demokratische Aussprache ihrer Art in Eisenach und wird wöchentlich als „Samstagsdialog“ zu einer bestimmten Themenstellung fortgeführt.
Der Friedensgottesdienst am 30. Oktober vereint wiederum Tausende in der Kirche sowie zu einer Kundgebung vor dem Georgenbrunnen. Bei dieser Gelegenheit wird das Eisenacher „Bürgerkomitee“ aus 12 gewählten Vertretern aller gesellschaftlichen Bereiche gebildet. Ein Demonstrationszug durch die Innenstadt schließt sich an.
November
Auf Einladung des Rates des Kreises kommt es in der Sporthalle Katzenaue zu einem Dialogabend mit etwa 4000 Teilnehmern. Vertreter der Stadt, des Kreises, der Parteien und Massenorganisationen sowie der basisdemokratischen Gruppen stellen sich der Aussprache mit den Bürgern. Moderator des Abends ist Uwe Ehrich (CDU). Die vom 2. - 5. November tagende Synode der Thüringer Landeskirche verabschiedet eine Entschließung zur aktuellen Situation. Der zweite „Samstagsdialog“ findet unter Leitung von Hajo Jacobs (Kulturbund-Sekretär) im Hotel Stadt Eisenach statt. Der folgende Sonntag bringt ein Treffen von 12
Vertretern des Partei- und Staatsapparates mit den 12 Mitgliedern des Eisenacher Bürgerkomitees im Rathaus. Am gleichen Tag trifft sich die SED-Kreisleitung zu einer Besprechung der aktuellen Lage und zur Entscheidung von Kaderfragen. Im Anschluss an das Montags-Friedensgebet am 6. November bildet sich ein Demonstrationszug, der durch die gesamte Stadt führt. Vor den Gebäuden der Staatssicherheit in der Kurstra8e, der SED Kreisleitung und der Volkspolizei stellen die Demonstranten brennende Kerzen auf. Am Abend des 9. November öffnet sich für die DDR-Bürger die Grenze zur Bundesrepublik Deutschland. Der Rat des Kreises veröffentlicht am 11. November die Stellungnahme „Für beschleunigte Umgestaltung“. Die Bürgergespräche mit dem Rat der Stadt werden fortgesetzt. Es werden Arbeitsgruppen mit unterschiedlicher Themenstellung gebildet. Die Resonanz der Bevölkerung für politische Dialog-Veranstaltungen und
Friedensgebete nimmt auch in Eisenach ab. Trotzdem werden begonnene Veranstaltungen konsequent fortgeführt.
Wiederum in der Aula des IfL wird am 16. November eine Diskussion um die Zukunft des Eisenacher Sommergewinns geführt, an der neben der Sommergewinns-Zunft auch Vertreter der SED-Kreisleitung teilnehmen. Im Ergebnis wird von seiten der Zunft erklärt, dass ein Sommergewinn in traditioneller Form 1990 nicht möglich ist.
Am 18. November moderiert Dr. Hasse eine weitere Gesprächsrunde über Volksbildung und Jugendfragen zwischen Mitgliedern des Eisenacher Bürgerkomitees und Vertretern staatlicher Stellen. Das Gespräch findet im Diakonissen-Mutterhaus statt.
An einer Demonstration auf Initiative von Eisenacher Kulturschaffenden am 19. November beteiligen sich etwa 8.000 Bürger. Sie beginnt mit einem Demonstrationszug vom Markt zum Gebäude der Staatssicherheit und über die Wartburgallee wieder zum Markt zurück. Dem schließt sich eine Kundgebung vor der Rathaustribüne an. Zahlreiche Transparente fordern das Ende der SED-Herrschaft und ein vereintes Deutschland. Mehrere Redner melden sich zu Wort.
Im Klubraum der Kammgarnspinnerei treffen sich am 24. November Bewohner der Weststadt und der Stadtbaudirektor Johannes Jaschinski zu einer Diskussion über den Bebauungsplan für die Katharinenstraße. Die Bürger sprechen sich gegen Plattenbauweise und für eine nochmalige Überarbeitung der Baustudie aus.
Am 25. November versammelt sich im Hotel Stadt Eisenach die SED-Kreisdelegiertenkonferenz, in der gefordert wird, dass die Partei an die Spitze der Umgestaltung treten müsse. Der Landesbischof ruft beim montäglichen Friedensgebet in der Georgenkirche am 27. November zu Wachsamkeit gegen den alten Machtapparat auf. In der Diskussion wird die Forderung nach Wiedervereinigung mit starkem Beifall bedacht. Die Kreistags-Sitzung am folgenden Tag gibt zahlreiche Kaderveränderungen im Rat des Kreises und im Kreistag selber bekannt. Weitreichende Beschlüsse werden gefasst, die beispielsweise die Innenstadtbebauung betreffen.
Dezember
Zu einer Gesprächsrunde im Rat des Kreises finden sich am 2. Dezember das Eisenacher Bürger-Komitee und Vertreter der staatlichen Seite ein. Das Gespräch behandelt Rechtsfragen und die Kultur. Am ersten Adventsonntag, dem 3. Dezember, schließen sich auch die Eisenacher Bürger zu einer Menschenkette zusammen, die durch die gesamte DDR führt. In Eisenach beginnt sie an der Georgenkirche, und führt durch die Karlstraße und das Nikolaitor bis in die Oststadt. Mit der Menschenkette wollen sich die Menschen für die Erneuerung und Demokratisierung der Gesellschaft einsetzen. Am 4. Dezember begeben sich der Kreisstaatsanwalt Fischer, Dr. Hasse und weitere Vertreter des Bürgerkomitees zur Kreisdienststelle der Staatssicherheit in der Kurstraße. Mehrere Räume werden versiegelt, um die Beseitigung von Beweismaterial zu verhindern. Des weiteren werden Bürgerwachen vor dem Gebäude organisiert. Gleichzeitig kommen wieder mehrere tausend Eisenacher beim Friedensgebet in der Georgenkirche zusammen. Landesbischof Leich wendet sich vor den Zuhörern gegen eine voreilige Unterzeichnung des am 28. November von Christa Wolf und Stefan Heym verfassten Aufrufs „Für unser Land“. Er warnt vor der Ausnutzung des Aufrufs zur Stützung verfallender Machtstrukturen. Ziel sollte nicht unbedingt ein sozialistischer, sondern vielmehr ein demokratischer Staat sein, mit dem man über verschiedene Stationen zur Annäherung beider deutscher Staaten bis zur Überwindung der Trennung kommen könne.
Am gleichen Abend überträgt das Hessische Fernsehen eine Live-Sendung aus dem Hospiz. An diesem deutsch-deutschen Meinungsstreit beteiligt sich Margot Friedrich als Gesprächspartnerin.
Am folgenden Tag begeben sich Vertreter des Eisenacher Bürgerkomitees zusammen mit dem Kreisstaatsanwalt Fischer wiederum zur Dienststelle der Staatssicherheit und der SED-Kreisleitung, um die Archive und sämtliche Panzerschränke zu versiegeln.
Das Hessische Fernsehen sendet am Abend live vom Eisenacher Markt. Bürgermeister Klapczynski, Dr. Hasse und mehrere Bürger kommen zu Wort.
Die „Initiativgruppe Ärzte“ inspiziert am 6. Dezember das Kampfgruppenobjekt Eisenach-Nord. Der Waffenstützpunkt, u. a. mit Granatwerfern, Geländewagen, Maschinengewehren und tonnenweise Munition ausgestattet, wird ausgehoben und abtransportiert.
Die Eisenacher Sozialdemokratische Partei (SDP) gründet sich an diesem Tag mit anfangs 19 Mitgliedern. Bei der Kontrolle der Versiegelung an den Panzerschränken in der SED-Kreisleitung stellen Vertreter des Bürgerkomitees den Bruch eines Siegels im Zimmer des Mitarbeiters für Sicherheitsfragen fest. Der Vorfall wird der Kriminalpolizei übergeben.
In einer Beratung des Rates des Kreises mit Vertretern der im Kreis wirkenden Bürgerinitiativen, den neuen Parteien und der Kirche, wird am 7. Dezember der Rücktritt der gesamten Kreisverwaltung beschlössen. Bis zur Neuwahl amtieren die Ratsmitglieder. Einen Tag darauf wird die Dienststelle der Staatssicherheit geräumt. An der Räumung beteiligen sich auch Mitglieder des Bürgerkomitees, unter ihnen Dr. Hasse. Akten und Waffen werden auf einen LKW der Polizei geladen. Ein Siegelbruch im Heizungsbereich wird festgestellt.
Die Angehörigen der Eisenacher Volkspolizei geben am 9. Dezember eine öffentliche Erklärung ab, in der sie sich bei den Bürgern für ihr teilweise unrechtmäßiges Verhalten entschuldigen. In ähnlicher Weise äußert sich die Eisenacher Transportpolizei in einer Erklärung.
Im Anschluss an das Friedensgebet am 11. Dezember fahren mehr als tausend Eisenacher mit Autos und Bussen zum SED-Erholungsheim nach Wilhelmsthal. Die Teilnehmer des Autokorso dringen in das Gelände des Erholungsheims ein. Die Situation eskaliert teilweise - es kommt zu Gewaltanwendungen seitens der Demonstranten sowie zu verbalen Entgleisungen des Heimleiters. Die Protestaktion endet letztlich friedlich. Der Sprecherrat des „Neuen Forum“ reagiert Tags darauf mit einem Aufruf zur friedlichen und gewaltlosen Fortführung der Revolution auf die Wilhelmsthaler Ereignisse.
Die Arbeitsgruppe Wirtschaft des NF in Eisenach veröffentlicht am 13. Dezember ein Diskussionspapier mit allgemeinen Forderungen. Das Landestheater sagt eine Kabarett-Premiere ab, da die Problematik der geplanten Vorstellung von der Realität bereits überholt wurde.
Am 14. Dezember treffen sich führende Kommunalpolitiker des Werra-Meissner-Kreises und des Kreises Eisenach zu ersten deutsch-deutschen Gesprächen in Eisenach.
Vom 15. bis 17. Dezember treffen sich in Eisenach einheimische und Marburger Denkmalpfleger zu einer Beratung über Möglichkeiten einer Stadtsanierung.
Das Eisenacher Bürgerkomitee und der amtierende Rat des Kreises führen am 16. Dezember einen Dialog. In Anbetracht der Wilhelmsthaler Ereignisse fordern mehrere Redner die Aufstellung von Ordnungsgruppen bei derartigen Veranstaltungen.
Mitte Dezember häufen sich in Eisenachs Stadtbild die schwarz-rot-goldenen Fahnen ohne DDR-Emblem als offene Willensbekundung für die Einheit Deutschlands. Die SED-PDS-Kreisleitung tritt am 18. Dezember zurück. An ihre Stelle tritt ein geschäftsführender Ausschuss.
Der Präsident des bundesdeutschen DRK, Prinz zu Sayn Wittgenstein, übergibt am selben Tag auf dem Gelände des Eisenacher Krankenhauses dem DRK der DDR verschiedenes medizinisches Material.
Im Gebäude des Rates des Kreises wird ein gemeinsames Büro für die SDP, das Neue Forum und den Demokratischen Aufbruch eröffnet. Am Abend wird das letzte Friedensgebet für 1989 veranstaltet. Es ist dem Gedenken an die Opfer des Stalinismus gewidmet. Am Nachmittag des 20. Dezember bildet sich in den Räumen der Superintendentur am Pfarrberg der Runde Tisch der Stadt Eisenach (unterscheidet sich vom Runden Tisch des Kreises) unter der Leitung des Eisenacher Superintendenten Herbst.
In einer öffentlichen Erklärung entschuldigen sich ehemalige Eisenacher Stasi-Mitarbeiter für die Auswirkung ihrer früheren Arbeit. In der Nacht vom 23. zum 24. Dezember wird die innerdeutsche Grenze auch für die Bundesbürger zur visafreien Durchfahrt geöffnet.
Eine Hilfsaktion für Rumänien beginnt in Eisenach.
Am 28. Dezember ist der hessische Ministerpräsident Walter Wallmann Gast des Diakonissenhauses. Er übergibt eine Hilfssendung des Bundeslandes Hessen, bestehend aus medizinischem Material. Bürgermeister Klapczynski und Dr. Hasse nehmen die Hilfssendung entgegen.
1990, Januar
Der Runde Tisch des Kreises tagt am 2. Januar. Beschlossen wird die Bildung eines Pressebeirates, um mehr Demokratie und Pluralismus in den Medien zu erreichen.
Auch zum ersten Friedensgebet des neuen Jahres am 8. Januar ist die Georgenkirche wieder gefüllt. Der sich traditionell anschließende Demonstrationszug führt vor das Lutherdenkmal. In einer Kundgebung spricht der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Wilfried Machalett, zu den Bürgern. Die SPD, wie sie sich nun auch in der DDR nach der ersten Landesdelegiertenkonferenz vom 12. bis 14. Januar nennt, verteilt bei der Gelegenheit Flugblätter. Der Runde Tisch der Stadt Eisenach kommt am 11. Januar zusammen. Er fordert den Eisenacher Stadtbaudirektor Jaschinski zum Rücktritt auf. Einstimmig wird von den Versammelten Gerhard Schneider vom NF als neuer Stadtbaudirektor vorgeschlagen. Am Vormittag des 15. Januar treten Mitarbeiter des Eisenacher Kraftverkehrs in den Warnstreik. Sie fordern bessere Arbeits- und Lebensbedingungen, wahre Demokratie ohne Vormachtstellung der SED-PDS, und sprechen sich für eine Vereinigung von DDR und BRD in ein bis zwei Jahren aus.
Das am selben Montag stattfindende Friedensgebet wird wiederum von einer Kundgebung vor der Nikolaikirche gefolgt, die in erster Linie dem Wahlkampf dient (Volkskammerwahlen am 18. März). Zur Einheitsfront der oppositionellen Gruppierungen gegen die SED-PDS wird aufgerufen. Dem Warnstreik von Arbeitern des Kraftverkehrs schließen sich am darauffolgenden Tag Mitarbeiter der Eisenacher Kammgarnspinnerei mit einem eigenen Warnstreik und einem Forderungskatalog an.
Im Gemeindezentrum Hinter der Mauer gründet sich der Eisenacher Kreisverband der Grünen Partei. Am 18. Januar treten die Mitarbeiter des Eisenacher Kohlehandels in einen unbefristeten Streik. Auf dem Markt stellen sie ihre überalterte Fahrzeug-Technik aus.
Der Präsident der Konrad-Adenauer-Stiftung, Bernhard Vogel, trifft am 20. Januar im Diakonissen-Mutterhaus mit Vertretern des DA zusammen. Bei dem Gespräch geht es um die Arbeit des DA und um die Kommunalwahlen am 6. Mai.
Auf dem Marktplatz erfolgt am 22. Januar die feierliche Übergabe von Straßentechnik aus Marburg durch den Oberbürgermeister der Stadt, Hanno Drechsler. Am Abend spricht er auf der Montags-Kundgebung vor dem Rathaus, nachdem er am Runden Tisch der Stadt im Rathaus teilgenommen hatte. Die Leitung des Runden Tisches der Stadt übernimmt Pfarrer Reinhard Kiehne. Tags darauf trifft sich der Runde Tisch des Kreises im Gebäude der Kreisverwaltung am Markt. Die Serie der Warnstreiks setzt sich im VEB Elektrotechnik fort. Auf einer Mitgliederversammlung der Eisenacher SPD am 24. Januar wird eine Aufnahmesperre für ehemalige SED-Mitglieder erlassen. Ende Januar ziehen die Bürgerinitiativen und neuen Parteien in die Alte Posthalterei.
Der 27. Januar ist von einer SPD-Kundgebung auf dem Markt geprägt, an der Willy Brand als SPD-Ehrenvorsitzender teilnimmt und zu den auf dem Markt versammelten Bürgern spricht. Regelmäßig montags trifft sich nun der Runde Tisch der Stadt.
Die abendliche Montagskundgebung im Anschluß an das Friedensgebet am 29. Januar wird offiziell zur Wahlveranstaltung erklärt. Vertreter verschiedener Parteien und demokratischen Gruppierungen ergreifen das Wort.
Der Runde Tisch des Kreises trifft sich am darauf folgenden Dienstag.
Februar
Der Runde Tisch des Kreises beschließt am 6. Februar u. a. die Bildung eines Büros für Wirtschaftskoordination und Beratung von BRD-Firmen. Das Büro wird beim Rat des Kreises eingerichtet und mit Dr. Dirk Zickler besetzt. Eine Woche später entscheidet dasselbe Gremium, als Leiterin der Abteilung Kultur beim Rat des Kreises Heidi Brand einzusetzen. Eine kontroverse Diskussion wird um die Zukunft des AWE und dessen Erweiterungsvorhaben am Gries geführt. Am 14. Februar demonstrieren erstmalig die Polizisten der Eisenacher Dienststelle auf dem Markt . Eines ihrer Hauptanliegen ist, Polizei des Volkes zu sein, „ohne Wenn und Aber“.
Der Runde Tisch des Kreises beschäftigt sich am 17. Februar vornehmlich mit Vorbereitungen zur Volkskammerwahl.
In der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am 21. Februar wird die Frage nach Verbleiben des Stadtbaudirektors Jaschinski behandelt. Eine Abberufung wird mehrheitlich abgelehnt.
Während einer CDU-Wahlkundgebung am 24. Februar spricht der CDU-Politiker Friedrich Bohl, Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion auf dem Eisenacher Markt.
Im Verlauf der Sitzung des Runden Tischs des Kreises am 27. Februar berichtet AWE-Direktor Dr. Wolfram Liedtke über die ersten Gespräche mit der Adam Opel AG, die seit Anfang des Jahres geführt wurden. In Anbetracht der Entscheidung der Stadtverordnetenversammlung vom 21. des Monats zum Verbleib des Stadtbaudirektors im Amt, droht der Runde Tisch sich aufzulösen, falls seiner Rücktrittsforderung nicht entsprochen wird. Um dies zu vermeiden, erklärt Stadtbaudirektor Jaschinski am folgenden Tag seinen Rücktritt. Sein Nachfolger wird der vom Runden Tisch vorgeschlagene Gerhard Schneider.
März
Die Sitzungen des Runden Tischs der Stadt und des Kreises widmen sich am 5. und 6. März vornehmlich den drängenden Fragen der Wahlvorbereitung. Die Eisenacher Parteien und Bürgerinitiativen stellen sich mit ihren Programmen den Bürgern vor. Im Vordergrund steht der Wahlkampf.
Während der Leipziger Frühjahrsmesse wird am 11. März ein Vertrag über die Gründung eines Joint-venture-Gemeinschaftsunternehmens zwischen der Adam-Opel-AG und der AWE-GmbH unterzeichnet. Ziel der „Opel-AWE-GmbH“ ist die jährliche Produktion von I50.000 PKW in Eisenach, und der Erhalt des PKW-Produktions-Standorts Eisenach. Am 12. März nimmt Gerhard Schneider seine Arbeit als neuer Stadtbaudirektor auf. Mit einer seiner ersten Amtshandlungen verfügt er einen Baustopp für die Tchibo-Filiale in der Karlstraße.
Am Nachmittag spricht der hessische Ministerpräsident Walter Wallmann auf einer Wahlveranstaltung der „Allianz für Deutschland“, einem Wahlbündnis von CDU, DA und Deutscher Sozialer Union (DSU), auf dem Marktplatz. Mitte März häufen sich die Geschäftseröffnungen im Stadtgebiet. Unter anderem wird am 15. März die erste Tchibo-Filiale der DDR in Eisenach eröffnet.
Die Volkskammerwahlen am 18. März ergeben einen klaren Sieg der „Allianz für Deutschland“, an deren Spitze die CDU steht.
Am 22. März treffen sich die Eisenacher Stadtverordneten zu ihrer letzten Sitzung.
Zwei Tage später wird der Sommergewinn in kleiner Form begangen. Der traditionelle Umzug durch die Weststadt entfällt. Das Streitgespräch zwischen Frau Sunna und Herrn Winter findet jedoch auf der Rathaustreppe statt.
In der Sitzung des Kreistages am 26. März wird die Kreiswahlkommission für die Kommunalwahlen am 6. Mai gebildet. Die Wahlkommission für die Stadt Eisenach konstituiert sich einen Tag darauf.
Vom 29. März bis 2. April tagt in Eisenach die Frühjahrssynode der Thüringer Landeskirche. Landesbischof Leich fordert die Pfarrer auf, sich zu entscheiden, ob sie Politiker oder Seelsorger sein wollen.
Die Deutschen Burschenschaften kehren offiziell nach Eisenach zurück. Am 31. März feiern sie ein Wartburgtreffen, nachdem der Eisenacher Bürgermeister sein vorheriges Verbot des Treffens aufgehoben hatte.
April
Aufgrund vermehrter Gewerbezulassungen wird beim Rat der Stadt Anfang April ein Gewerbeamt eingerichtet. In Anbetracht der anstehenden Kommunalwahlen am 6. Mai fordern verschiedene Parteien und Gruppierungen die Überprüfung der Kandidaten auf etwaige frühere Stasi Tätigkeit.
Der Runde Tisch des Kreises beschäftigt sich am 17. April vornehmlich mit der Problematik des zukünftigen Status des ehemaligen SED-Erholungsheims Wilhelmsthal.
Mit einer Liste werden alle Kandidaten für die Eisenacher Stadtverordnetenversammlung sowie den Kreistag der Öffentlichkeit vorgestellt. Am 20. April besuchen der Botschafter der USA in der DDR R. C. Barkley, und der Vorstandsvorsitzende von General Motors, R. B. Smith, das Eisenacher Automobilwerk. Gesprochen wird bei dieser Gelegenheit über die geplante Zusammenarbeit von Opel und AWE in der Automobilproduktion.
Am gleichen Tag kommt der Rat der Stadt zu seiner letzten Sitzung zusammen.
Letztmalig tritt am 23. April der Runde Tisch der Stadt zusammen - der Runde Tisch des Kreises beendet seine regelmäßigen Zusammenkünfte einen Tag später.
Das Eisenacher Bürgerkomitee erklärt am 27. April seine Arbeit für beendet, da nach den Kommunalwahlen kein Kontrollorgan für die kommunale Verwaltung mehr nötig sei.
Bei der PDS-Wahlveranstaltung im Neubauer-Klubhaus am 29. April stellt sich deren Parteivorsitzender Gregor Gysi den Fragen des Publikums.
Im Rathausgarten veranstaltet die SPD tags darauf ein Frühlingsfest, bei dem die Bürger über die kommunalen Ziele der Eisenacher SPD informiert werden sollen.
Mai
Der 1. Mai wird nach langer Zeit wieder ohne große Zeremonie begangen. In einem Wahlforum im Capitol werden am 2. Mai verschiedene Kandidaten für das Stadtparlament und den Kreistag vorgestellt. Im Laufe der folgenden Tage stellen die Parteien ihre Kandidaten für die Parlamente in Wahlveranstaltungen vor.
Die Kommunalwahlen ergeben am 6. Mai eine Mehrheit der CDU-Abgeordneten in der Stadtverordnetenversammlung, wie auch im Kreistag.

Eisenach auf dem Weg zur Einheit

Im Ergebnis der Kommunalwahlen beginnen Mitte Mai 1990 Koalitionsgespräche zwischen der CDU, der SPD und weiteren in den Parlamenten vertretenen Parteien, zur Bildung einer großen Koalition auf Stadt- und Kreisebene. Auch die künftige Struktur der kommunalen Verwaltungen wird in diesen Gremien festgelegt.
Eine Welle von Warnstreiks und Demonstrationen erfaßt in diesen Wochen Eisenach – die Bürger fürchten infolge der rasanten politischen Veränderungen um ihre soziale Sicherheit. Volkseigene Betriebe werden in Kapitalgesellschaften umgewandelt und marktwirtschaftlich orientiert. Teure DDR-Waren werden radikal im Preis gesenkt - wahre Preisstürze erleben z. B. Fernseher (von 6.000 Mark auf 2.500 Mark) und Kaffeemaschinen (von 187 Mark auf 32 Mark) - der Trabant ist nun um 3.000 Mark billiger zu haben und kostet je nach Ausstattung zwischen 8.000 und 11.000 Mark.
Ende Mai kündigt die im März gegründete Opel-AWE-GmbH öffentlich die Produktion des Opel Vectra in Eisenach an. Am 28. Mai werden im Rathaus die Koalitionsvereinbarungen für die Stadtverordnetenversammlung unterzeichnet. Eine Große Koalition bilden die CDU, die SPD, der Bund Freier Demokraten (später FDP), der Demokratische Aufbruch und die Bürgerinitiative Hofferbertaue.
Am 31. Mai findet sich das Stadtparlament zu seiner konstituierenden Sitzung in der Aula der Medizinischen Fachschule ein. Zum Bürgermeister Eisenachs wird Dr. Hans-Peter Brodhun (CDU) gewählt.
Am 6. Juni, auf der konstituierenden Kreistagssitzung, fällt die Wahl zum Landrat des Eisenacher Landkreises auf Dr. Martin Kaspari (CDU).
Am 9./ 10. Juni veranstalten im Ehrensteig die Stiegker Gemeinde und die Sommergewinnszunft gemeinsam das erste Stiegker Straßenfest. Eine Marburger Brauerei spendet zehn Hektoliter Bier für diese Eisenacher Festlichkeit.
Lange Schlangen wartender Kunden kennzeichnen in den Juni-Tagen das äußere Bild der Kreissparkasse - für die Umstellung ihrer Geldguthaben zur Währungsunion, reichen die Bürger ihre Anträge ein. Am 17. Juni treffen sich mehrere hundert Burschenschaften zu ihrer ersten offiziellen Kundgebung in Eisenach seit 55 Jahren.
Ende Juni informiert die Geschäftsführung des AWE, dass der Betrieb mit Wirkung vom 30. Juli Kurzarbeit einführen müsse. Diese Maßnahme resultiert aus der erforderlichen Umstellung auf marktwirtschaftliche Bedingungen.
Die Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion zum 1. Juli bereitet die Vereinigung der beiden deutschen Staaten vor. Der befürchtete Ansturm auf die Eisenacher Auszahlstellen bleibt aus. Neben den positiven Erscheinungen, die der Vereinigungsprozeß mit sich bringt, gilt fortan die größte Sorge der Bürger dem Erhalt des Arbeitsplatzes und der sozialen Sicherheit.
Am 11. Juli sichern sich die Bayerischen Motorenwerke die Nutzungsrechte für ein Grund stück am Deubachshof (bei Eisenach), mit dem Ziel, an diesem Standort eine Fertigungsstätte für Großwerkzeuge zu errichten. Damit wird BMW nach 45 Jahren Abstinenz wieder in Eisenach heimisch.
Am 23. Juli besuchen Bundeswirtschaftsminister Haussmann und Opel-Vorstandschef Hughes den AWE-Betriebsteil am Gries. Der Bundeswirtschaftsminister sagt zu, sich dafür einsetzen zu wollen, dass Eisenach ein Standort modernster Automobilproduktion wird.
Ende Juni/Anfang August wird das Gros der Dezernenten- und Amtsleiterstellen in Stadt- und Kreisverwaltung besetzt. Damit sind die Verwaltungen weitgehend arbeitsfähig. Vom 1. - 5. August werden die 41. und zugleich letzten DDR-Tennismeisterschaften auf der Tennisanlage im Johannistal ausgetragen.
Am 11. September äußert sich Geschäftsführer Liedtke in einer Belegschaftsversammlung der AWE GmbH optimistisch zur Zukunft des „Wartburg 1. 3“ - hoffnungsvolle Signale seien von hochrangigen Politikern, von Wirtschaftsfachleuten sowie von der Treuhandanstalt gekommen.
Am 25. September beginnen in der Georgenkirche wieder Friedensgebete, die sich diesmal gegen Ausländerhaß und für Frieden in Kuwait nach der Okkupation durch den Irak aussprechen. Bundeswirtschaftsminister Haussmann vollzieht am Vortag der deutschen Wiedervereinigung den „ersten Spatenstich“ für das Gewerbegebiet am Deubachshof, dem künftigen BMW-Standort bei Eisenach.
Den Tag der deutschen Wiedervereinigung am 3. Oktober läuten zur Mitternachtsstunde die Glocken der Georgenkirche ein. Mehrere hundert Eisenacher wohnen dem Ereignis auf dem Marktplatz bei. Mit einer Festsitzung im Rokokosaal begeht die Stadtverordnetenversammlung u. a. mit Gästen aus der Partnerstadt Marburg diesen historischen Tag. Der Festsitzung schließt sich ein Gottesdienst in der Georgenkirche an, bevor sich Stadt- und Kreisparlament gemeinsam mit zahlreichen Ehrengästen im Festsaal der Wartburg zusammenfinden. Die Festansprache hält Dr. Günther Schmidt, Direktor der Erweiterten Oberschule „Ernst Abbe“.

1990 bis 2000

5.10. - Der erste in Eisenach hergestellte Opel Vectra verläßt das Montageband am Gries Ehrengast ist erstmals Bundeskanzler Helmut Kohl.
14.10. - Die Thüringer Landtagswahlen bringen eine Mehrheit für die CDU - erster Ministerpräsident des Landes Thüringen wird Josef Duchac (CDU).
22.10. - In Eisenach beginnt man mit der offiziellen und zeitgemäßen Umbenennung von Straßen und Plätzen.
9.11. - Der SPD-Kanzlerkandidat Oskar Lafontaine kommt aus Anlaß der bevorstehenden Bundestagswahl zu einer Wahlkampfveranstaltung nach Eisenach, wo er auf dem Marktplatz spricht.
2.12. - Die Bundestagswahlen sind für die Bürger der Neuen Bundesländer der vierte Urnengang in diesem Jahr - die CDU bleibt stärkste Partei im Bundestag, Helmut Kohl wird als Bundeskanzler wiedergewählt.
13.12. - Der Präsident der Treuhandanstalt, Detlef Rohwedder, der Vorstandsvorsitzende der Adam Opel AG, Louis R. Hughes, und der Geschäftsführer des Automobilwerkes Eisenach, Wolfram Liedtke, unterzeichnen einen Grundstückskaufvertrag, der die geplanten Opel-Investitionen von rd. einer Milliarde DM für den Bau eines Automobilmontagewerkes im Westen Eisenachs besiegelt - damit beginnt für Eisenach ein neues Kapitel der Automobilproduktion.
1991
17.1. - In der Nacht beginnt der Golfkrieg, den die NATO gegen den Irak führt, der Teile Kuwaits besetzt hat, - in den Vormittagsstunden wenden sich Schulkinder in einer Friedensdemonstration gegen den Krieg- neben dem Rathaus richtet sich eine ständige Mahnwache ein - in der Alten Posthalterei gründet
sich das Eisenacher Friedensforum - die Tradition der Montagsdemonstrationen lebt wieder auf.
17.1. - Mehrere tausend Automobilwerker fordern in einer Kundgebung auf dem Bahnhofsvorplatz die Fortführung der Autoproduktion im AWE.
21.1. - Die Treuhandanstalt fordert einen Stopp der Produktion im AWE - als die Entscheidung der „Treuhand“ bekannt wird, bilden sich spontan Autokolonnen, die hupend durch die Stadt fahren - über Lautsprecher werden die Eisenacher zur Solidarität mit den Automobilwerkern aufgerufen.
25.1. - Automobilwerker , Betriebsrat und IG Metall organisieren eine vollständige Blockade der Autobahn A4 an der Auffahrt Eisenach-West.
28.1. - Mehrere tausend Eisenacher und Arbeiter aus Zuliefererbetrieben demonstrieren abermals auf dem Bahnhofsvorplatz gegen die Schließung des AWE. Ende Januar unterbreitet die AWE-Geschäftsleitung der Treuhandanstalt einen Vorschlag zur Aufarbeitung der Materialbestände - dieser macht ein Fortführen der PKW-Fertigung für zwei Monate möglich.
28.1. - Der Magistrat der Partnerstadt Marburg richtet für ein halbes Jahr eine Beratungsstelle für die Stadt und den Landkreis Eisenach ein.
4.2. - Im „Glockenhof“ wird im Beisein von Landrat Dr. Kaspari und Bürgermeister Dr. Brodhun der „Gewerbeverein Eisenach 1991“ gegründet – er zählt 31 Gründungsmitglieder.
7.2. - Feierliche Grundsteinlegung für das Opel-Werk in Eisenach-West.
9.3. - Nach einjähriger Pause wegen der zeitweiligen Selbstauflösung der AG „Sommergewinn“ im September 1989, feiern die Eisenacher wieder ihr traditionelles Frühlingsfest - der Festzug steht unter dem Motto „Grenzenlos“.
10.4. - Im Automobilwerk rollt der letzte PKW „Wartburg“ vom Band.
6.5. - Die Gesellschafterversammlung beschließt die Liquidation der AWE GmbH - ein Liquidator wird bestellt.
21.5. - Nach jahrzehntelanger Schließung kann die Öffentlichkeit erstmals wieder das Burschenschaftsdenkmal von innen besichtigen.
25.5. - Umrahmt von einer feierlichen Stadtverordnetenversammlung im Rokoko-Saal, wird der Städtepartnerschaftsvertrag zwischen Eisenach und dem nordfranzösischen Sedan unterzeichnet. Am gleichen Tag besucht der Premierminister Luxemburgs und Präsident des europäischen Rates der EG, Jacques Santer, die Wartburg.
14.6. - Der „Wingolfbund“ trifft sich zum 63. Wartburgfest, das letztmalig 1933 hier stattfand.
29.8. - Die Lear Nosag GmbH feiert Grundsteinlegung am Industriestandort Eisenach-West - hier entsteht ein Autositz-Montagewerk als Zulieferbetrieb für das benachbarte Opelwerk.
1.9. - Die Lutherschule am Predigerplatz ist wieder gymnasiale Lehranstalt als Teil des Ernst-Abbe-Gymnasiums.
9.9. - Richtfest für das Opelwerk nach siebenmonatiger Bauzeit.
15.9 - Eisenachs Superintendent und „Wende-Pfarrer“ Hans Herbst gibt seinen Abschiedsgottesdienst in der Georgenkirche - er amtiert in dieser Funktion aber noch bis zum März 1992.
20.9. - Als Abschluss ihres Besuchs der Neuen Bundesländer treffen der französische Staatspräsident Francois Mitterand, sein Außenminister Roland Dumas und Bundespräsident Richard von Weizsäcker auf der Wartburg ein.
21.9. - Den ersten „Wartburgpreis“ erhalten Mitarbeiter des Deutschlandsenders Kultur als Organisatoren der seit 1958 im Rundfunk übertragenen Wartburgkonzerte.
25.10. - Eröffnung der I. Thüringenschau auf dem Festplatz Spicke.
3.11. - Gründung der „Gesellschaft Thüringer Bachwochen“ im „Glockenhof“.
1992
Im Januar 1992 verdoppelt sich die Zahl der Arbeitslosen im Kreis Eisenach - die Arbeitslosenquote erreicht 20 Prozent.
1.2. - In einem festlichen Gottesdienst in der Georgenkirche wird Dr. Werner Leich aus seinem Amt als Thüringer Landesbischof verabschiedet, er amtiert jedoch noch bis zur Wahl seines Nachfolgers.
28.2. - Bei einem gemeinsamen Treffen bilden Vertreter der Landkreise Eisenach, Bad Salzungen und Schmalkalden Arbeitsgruppen für die bevorstehende Gebietsreform in Thüringen.
2.3. - Der Kunsthistoriker Dr. Ernst Badstübner tritt das Amt des Burghauptmanns der Wartburg an.
10.3. - Das BMW-Werk am Deubachshof nimmt seine Produktion auf - damit geht in dieser Region das erste „auf der grünen Wiese“ gebaute Werk eines Großinvestors in Betrieb.
7.4. - Nach 32 Jahren Tätigkeit als Chefarzt des Diakonissen-Krankenhauses, geht Dr. Gerhard Hasse an seinem 67. Geburtstag in den beruflichen Ruhestand.
20.4. - Mit Festgottesdiensten in der Georgenkirche werden der neue Superintendent Wolfgang Robscheit und eine Woche später der Thüringer Landesbischof Roland Hoffmann in ihre Ämter eingeführt.
14.5. - Die Robert Bosch GmbH feiert Richtfest für das neuen Werk am Wartenberg.
6.10. - In einer außerordentlichen Sitzung beschließt der Kreistag den Abbau der Schauspielsparte am Eisenacher Theater für die Spielzeit. 1993/94 - in Eisenach kommt es daraufhin zu tagelangen massiven Protesten gegen diesen Parlamentsbeschluss.
16.10. - Die Deutschen Burschenschaften feiern den 175. Jahrestag des Wartburgfestes in Eisenach - die Festrede beim Festakt auf der Wartburg hält der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Wolfgang Schäuble.
25.10. - Im 81. Lebensjahr verstirbt der geschätzte Eisenacher Schauspieler Friedewald Berg.
2.11. - Im Festsaal der Wartburg erhalten der ehemalige Bundesaußenminister Hans Dietrich Genscher, der französische Außenminister Roland Dumas und Polens Außenminister Krysztof Skubiszewski den „Wartburgpreis 1992“.
5.11. - Im Bosch-Werk am Wartenberg beginnt die Produktion.
28.11. - Im Rahmen einer feierlichen Stadtverordnetenversammlung im Empiresaal unterzeichnen Vertreter beider Städte einen Städtepartnerschaftsvertrag zwischen Eisenach und der amerikanischen Stadt Waverly / Iowa - sie ist nach Marburg und Sedan die dritte Partnerstadt Eisenachs.
1993
2.3. - Das Thüringer Innenministerium unterbreitet den Vorschlag, die Kreise Eisenach und Bad Salzungen im Zuge der Gebietsreform zu vereinen - Bad Salzungen soll demnach Sitz der Kreisverwaltung sein - Eisenacher Kommunalpolitiker befürworten zwar die Zusammenlegung der Kreise, lehnen aber den Vorschlag über den Verwaltungssitz ab.
11.3. - Der Kreistag berät in einer Sondersitzung in Anwesenheit von Thüringens Innenminister Franz Schuster und Bad Salzungens Landrat Stefan Baldus die Frage der Gebietsreform – vor dem Bürgerhaus demonstrieren etwa 150 Eisenacher für den Verbleib des Kreissitzes in ihrer Stadt.
6.4. - Das Thüringer Kabinett entscheidet, dass bis zum Sommer 1994 zwischen den Theatern Eisenach und Rudolstadt / Saalfeld eine Fusion hergestellt werden soll.
11.5. - Die Landesregierung macht einen Kompromissvorschlag zur Gebietsreform. Eisenach soll 1998 kreisfreie Stadt werden - der zu bildende „Wartburgkreis“ hätte bis dahin zwei Verwaltungssitze in Eisenach und in Bad Salzungen.
4.6. - Während des traditionellen Festaktes der Burschenschaften, erfolgt die feierliche Schlüsselübergabe für das sanierte Burschenschaftsdenkmal.
9.6. - Zum Beginn der „Tage jüdischer Kultur“ wird in Anwesenheit des Vorsitzenden der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen, Raphael Scharf-Katz, und der Publizistin Lea Rosh in der Empfangshalle des Bahnhofs eine Tafel zum Gedenken an die Deportation der Eisenacher Juden 1942 enthüllt.
10.6. - Auf der Wartburg feiern Vertreter beider Städte das fünfjährige Bestehen der Städtepartnerschaft zwischen Eisenach und Marburg.
2.7. - Die Tennisanlage im Johannistal ist Austragungsort des ersten ATP-Challange-Turniers „Wartburg Open“.
14.7. - Die Regierungskoalition im Thüringer Landtag einigt sich auf die Zusammenfassung der Kreise Eisenach und Bad Salzungen zu einem „Wartburgkreis“ - Eisenach und Bad Salzungen behalten den Verwaltungssitz, bis die Stadt Eisenach am 1.1.1998 die Kreisfreiheit erlangt und der alleinige Sitz der Kreisverwaltung nach Bad Salzungen übergeht- tags darauf billigt das Landesparlament diesen Vorschlag.
22.7. - Mit einer Vorstellung von Brechts „Dreigroschenoper“ verabschiedet sich das Eisenacher Schauspielensemble von seinem Eisenacher Publikum.
6.9. - Offizielle Gründung der freien Theatergruppe namens „freies eisenacher burgtheater“.
4.10. - Im Eisenacher Opelwerk beginnt der Drei-Schicht-Betrieb - damit ist die Aufbauphase des Werkes abgeschlossen.
9.10. - Die Stadt Eisenach vereinbart im Rahmen einer feierlichen Stadtverordnetenversammlung im Empiresaal / Karlstr. 3 eine Partnerschaft mit der dänischen Stadt Skanderborg.
25.10. - Der Thüringer Landtag verabschiedet in einer Sondersitzung im Festsaal der Wartburg die Landesverfassung des Freistaates Thüringen.
1994
25.2. - Das Thüringer Innenministerium informiert über einen Gesetzentwurf, wonach die Orte Stedtfeld, Neuenhof, Hörschel, Wartha, Göringen, Stockhausen, Neukirchen, Hötzelsroda, Stregda, Madelungen und Berteroda in Kürze nach Eisenach eingemeindet werden sollen.
8.3. - Im Rathausgarten erfolgt der symbolische „erste Spatenstich“ zum Bau eines Gebäudekomplexes für Zwecke der Kreissparkasse und der Stadtverwaltung - die sog. „Rathauslücke“ soll damit geschlossen werden.
23.3. - Der Thüringer Landtag befürwortet mehrheitlich den Gesetzentwurf zur „Stärkung der kommunalen Selbstverwaltung und wirtschaftlichen Entwicklung“, der die Eingemeindungen o.g. Orte nach Eisenach zum 1.7.1994 festlegt – die Eingemeindung Wutha-Farnrodas wird an die Kreisfreiheit Eisenachs zum 1.1.1998 gekoppelt.
6.5. - Festliche Übergabe des „Wartburgpreises 1993“ an den Dresdner Kammersänger Peter Schreier.
12.6. - Die Bürger sind aufgerufen, das Kreis- und Stadtparlament, den Landrat und den Oberbürgermeister sowie das Europaparlament neu zu wählen - in den Parlamenten erreicht die CDU jeweils eine Mehrheit - über die Besetzung der Posten des Landrates und des Oberbürgermeisters müssen zwei Wochen später Stichwahlen entscheiden, die wiederum zu Gunsten der Amtsinhaber Dr. Martin Kaspari (CDU) und Dr. Hans-Peter Brodhun (CDU) ausgehen.
1.7. - In Thüringen tritt die Kreisgebietsreform in Kraft- Eisenach ist nun „große kreisangehörige Stadt“.
3.9. - Mit einem Festgottesdienst in der Georgenkirche und einer Feierstunde im Theater geht das Martin-Luther-Gymnasium als eigenständige Einrichtung in kirchliche Trägerschaft über.
16.10. - Der Autopavillon in der Wartburgallee wird für den Besucherverkehr geschlossen – ein Teil der Ausstellungsstücke ist nun im Sparkassen-Gebäude vor dem ehemaligen AWE-Haupttor zu sehen.
4.11. - Wegen seiner Verdienste um die deutsch-französische Verständigung ehrt die Wartburgstiftung den französischen Publizisten und Politologen, Prof. Alfred Grosser, mit dem „Wartburgpreis 1994“.
1995
Im Frühjahr werden auf dem Gelände des ehemaligen Automobilwerks umfangreiche Abrißmaßnahmen begonnen.
21.04. - Richtfest für den 1. Bauabschnitt des Komplexes Hellgrevenhof, dessen Sanierung im Zusammenhang mit der Städtepartnerschaft von der Stadt Marburg finanziell unterstützt wird.
27.05. - Mit einem Festakt im Eisenacher Bahnhof wird die Fertigstellung des Verkehrsprojektes „Deutsche Einheit Nr. 7“ (Ausbau der Eisenbahn-Verbindung zwischen Hessen und Thüringen) gefeiert.
August - Im Zuge der Umsetzung einer erneuerten Theaterstruktur in Thüringen bilden die Häuser von Eisenach, Rudolstadt und Saalfeld ein gemeinsames Thüringisches Landestheater
10.-17.09. - Die Stadt Eisenach lädt zur ersten jüdischen Begegnungswoche ein - Gäste der Stadt sind ehemalige jüdische Bürger Eisenachs und ihre Nachfahren
01.10. - Im Rahmen des Stadtfestes „Fünf Jahre Deutsche Einheit“ vom O1.-03.10. steht der 01.10. ganz im Zeichen der Städtepartnerschaft mit Marburg - am 03.10. - finden die zentralen Feierlichkeiten des Freistaates Thüringen zum Jahrestag ebenfalls in Eisenach statt - die Landesregierung trifft sich zum offiziellen Festakt auf der Wartburg.
10.11. - Dem Alt-Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker wird der „Wartburgpreis“ 1995 verliehen.
21.12. - Nachdem tags zuvor das seit 1925 bestehende UFA-Kino „Titania“ geschlossen wurde, kann das Kino „Capitol“ nach zweimonatigen Umbauarbeiten wieder für das Publikum eröffnet werden - anstelle eines großen beherbergt es nun fünf kleine Kinosäle.
1996
15.4. - Einen ersten Höhepunkt im Lutherjahr er - lebt Eisenach mit dem Empfang des historischen „Luther-Tross“ in Anlehnung an Luthers Reise von Wittenberg nach Worms 1521.
22.6. - Der Neubau für Verwaltungszwecke der Sparkasse und der Stadt wird an einem „Tag der offenen Tür“ dem Publikum vorgestellt – zugleich wird den Eisenachern auch das sanierte Rathaus gezeigt.
7.9./6.12. - Mit zwei Festakten erinnert Eisenach an die Gründung der Eisenacher Fahrzeugfabrik durch Heinrich Ehrhardt vor 100 Jahren.
13.9. - Künstlerischer Höhepunkt der städtischen Lutherehrung ist die Aufführung des Projektes „Play Luther“ in der Georgenkirche – prominente Beteiligte der Veranstaltung sind der amerikanische Jazz-Musiker Max Roach, die deutsche Schauspielerin Hannelore Elsner und Yolanda King, Tochter des amerikanischen Bürgerrechtlers Martin Luther King.
17.10. - Der 500.000ste in Eisenach gefertigte Opel verlässt im Beisein des Bundeswirtschaftsministers Günter Rexrodt die Werkhallen am Eisenacher Gries.
26.10. - In einer Sondersitzung des Stadtrates im „Thüringer Hof“ werden sechs verdienstvolle Eisenacher Bürger geehrt: Frank Faber, Isabelle Foerder, Dr. Friedrich Henning, Günter Ritterrath, Christiane Tomaske und Martin Wienecke.
9.11. - Hilmar Hoffmann erhält den „Wartburgpreis 1996“.
11.12. - Im Eisenacher Ratssaal wird der Städtepartnerschaftsvertrag mit der weißrussischen Stadt Mogilew geschlossen.
1997
08.03. - Eisenach feiert „100 Jahre Sommergewinns-Festumzug“.
April - Die Handballer des ThSV Eisenach erreichen den Aufstieg in die 1. Handball-Bundesliga.
27.5. - Eisenach ist Gastgeber des 100. Deutschen Ärztetages - Festredner der Eröffnungsveranstaltung in der Georgenkirche ist Bundespräsident Roman Herzog.
Juni - Die Werner-Aßmann-Halle wird zu einem modernen Sport- und Kongreßzentrum ausgebaut - die erweiterte Handball-Arena kann bereits im Oktober eingeweiht werden.
7.11. - Paul Oestreicher erhält den „Wartburgpreis 1997“.
1998
1.1. - Die Stadt Eisenach erlangt die Kreisfreiheit wieder, die sie bereits zwischen 1919 und 1950 inne hatte.
9.4. - Die Kommunale Verkehrsgesellschaft KVG richtet die „Wartburg-City-Linie“ ein
Mai -Teile der Stadtverwaltung (v.a. jene, die vorher in der A: Bebel-Straße untergebracht waren) ziehen in den ehemaligen „Rautenkranz“ (Markt 22).
9.5. - Grundsteinlegung für das künftige Automobilbaumuseum „Automobile Welt Eisenach“ im früheren 0 2 auf dem Gelände des AWE.
14.5. - US-Präsident Bill Clinton besucht während eines Deutschland-Aufenthalts Eisenach - nach einer Visite im Eisenacher Opelwerk kommt Bill Clinton auf den Marktplatz, wo er vor einer begeisterten Menschenmenge seine Worte an die Eisenacher richtet - auch Bundeskanzler Helmut Kohl, Ministerpräsident Bernhard Vogel und Oberbürgermeister Dr. Hans-Peter Brodhun ergreifen das Wort - der Präsident trägt sich unter dem Jubel der Gäste in das Ehrenbuch der Stadt ein - ein Gang durch die Karlstraße und eine Besichtigung des Bachhauses und der Wartburg schließen sich an - Eisenach war damit die erste Stadt der neuen Bundesländer, die ein US-Präsident besuchte.
11.6. - Japans ehemaliger Premierminister Yosu-Hiro Nakasone trägt sich bei einem Aufenthalt in Eisenach in das Ehrenbuch ein.
13.06. - Das zehnjährige Bestehen der Städtepartnerschaft zwischen Marburg und Eisenach begehen Vertreter beider Städte mit einem Festakt in Marburg.
20.6. - Eröffnung des ersten Parkhauses in der Innenstadt im ehemaligen Straßenbahndepot in der Sommerstraße / Ecke Uferstraße
Juni – der Landtag verabschiedet das Gesetz zur Einrichtung einer Berufsakademie in Eisenach.
August - Beginn der Baumaßnahmen zur Unterbringung der Stadtbibliothek im Komplex Hellgrevenhof.
30.10. - Höhepunkt der städtischen Feierlichkeiten zum Jubiläum „100 Jahre Automobilbau in Eisenach“ ist eine große Galaveranstaltung in der künftigen Ausstellungshalle im 0 2 auf dem Gelände des ehemaligen Automobilwerks.
8.11. - Die Bürger der Stadt gedenken der „Reichskristallnacht“ vor 60 Jahren - im Anschluss an einen Gottesdienst in der Annenkirche werden am Synagogenmahnmal Kränze niedergelegt und eine neue Gedenktafel enthüllt.
9.11. - Jack Lang erhält den „Warturgpreis 1998“.
1999
5.1. - In der Berufsakademie am Wartenberg beginnt der Studienbetrieb - Gründungsdekan ist Prof. Dietrich Tesmer.
26.2. - Ableben des Malers und Grafikers Ernst Ebert (* 29.9.1915).
1.3. - Offizielle Gründung der Berufsakademie am Standort Eisenach mit einem Festakt im Festsaal auf der Wartburg.
7.3. - Den diesjährigen Telemann-Preis der Stadt Magdeburg erhält Bachhausdirektor Dr. Claus Oefner.
10.3. - Der bisherige Vorsitzende der Geschäftsleitung der Opel Eisenach GmbH, Michael Wolf, wird Direktor des Rüsselsheimer Opelwerks – sein Nachfolger in Eisenach ist Arno Wiedenroth.
13.3. - Den diesjährigen Sommergewinns-Festzug unter dem Motto „Einfach märchenhaft“ überträgt das MDR-Fernsehen erstmals live.
15.3. - Der 3. Bauabschnitt der Marktplatzgestaltung (Westseite und östliche Georgenstraße) ist abgeschlossen und wird für den Fahrzeugverkehr freigegeben.
24.3. - In der Kemenate des Hellgrevenhof beginnen die Sanierungsarbeiten - sie wird künftig für Zwecke der Stadtbibliothek genutzt.
12.4. - Gründungsversammlung für den Trägerverein des „Offenen Kanal Eisenach“ in Vorbereitung eines lokalen Radiosenders.
17.4. - Der Tübinger Prof. em. Dr. Theol. Dr. jur. h.c. Hans Küng erhält bei einem Festakt im Festsaal der Wartburg den von den Luther-Städten gestifteten Preis „Das unerschrockene Wort“.
7.5. - Eröffnung des „Internationalen Jazz-Archivs“ der Stadt Eisenach in der „Kulturfabrik Alte Mälzerei“.
14.5. - In Erinnerung an den Besuch des US-Präsidenten Bill Clinton im Vorjahr, wird im Beisein von US-Generalkonsul Patrick Truhn am städtischen Verwaltungsgebäude neben dem Rathaus eine Gedenktafel angebracht.
7.6. - An der Ostseite des Marktplatzes beginnen die Arbeiten des 4. Bauabschnitts zur Marktplatzumgestaltung.
13.6. - Die Stadtratswahlen bescheren der CDU mit 45,3 Prozent die Mehrheit der Stimmen.
20.6. - Das Thüringer Museum begeht sein l00jähriges Gründungsjubiläum mit einer Ausstellung „Einblicke in die Curt-Elschner-Stiftung“ in der Predigerkirche.
30.6. - Eisenach hat 44534 Einwohner.
13.7. - Konstituierende Sitzung des 3. Stadtrates im Bürgerhaus.
29.8. - Zur 2. Woche der Begegnung vom 29.8. - 4.9.1999 sind ehemalige jüdische Einwohner aus Eisenach bzw. ihre Nachkommen eingeladen.
10.9. - Thüringens Sozialministerin Irene Ellenberger zeichnet die Stadt Eisenach als „Seniorenfreundliche Stadt“ aus.
1.10. - Der Eisenacher CDU- Landtagsabgeordnete und frühere Stedtfelder Bürgermeister, Christian Köckert, wird zum Innenminister des Freistaates Thüringen berufen und vereidigt.
4.11. - Im Rathaus überreicht Oberbürgermeister Dr. Hans-Peter Brodhun dem Eisenacher Bauunternehmer Gerhard Günther das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik für sein Engagement im Eisenacher Kulturleben.
10.11. - Der einmillionste in Eisenach produzierte Opel verläßt das Eisenacher Werk.
16.11. - Nach erfolgter Restaurierung und der Umsetzung des Georgenbrunnens in die Mitte des Platzes, kehrt Eisenachs Schutzpatron St. Georg auf den Markt zurück.
17.11. - Franz Kardinal König erhält den „Wartburgpreis 1999“.
6.12. - Am 10. Jahrestag der Besetzung der Eisenacher Dienststelle der DDR-Staatssicherheit enthüllen damals beteiligte Eisenacher Bürger am Haus Kurstr.1 eine Gedenktafel.
9.12. - Dem Bachhausdirektor Dr. Claus Oefner überreicht Landtagspräsidentin Christine Lieberknecht das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik.
2000
18.1. - Im Instrumentensaal des Bachhauses unterzeichnen die Stadtverwaltung Eisenach und das Herzogshaus Sachsen-Meiningen eine „gütliche Einigung“ über die „Rückübertragung von beweglichen Sachen“, die seit dem 2. Weltkrieg im Bachhaus und im Thüringer Museum aufbewahrt waren.
1.4. - Sommergewinnsfestzug zum Thema „Sommergewinn und Stiegker Humor“.
3.4. - Offizielle Freigabe des 3. Bauabschnitts beim Ausbau der E: Thälmann-Straße - mit dem 4. Bauabschnitt wird am 31.5.2000 begonnen.
14.4. - Feierliche Einweihung des im Zuge der Wohnumfeldverbesserung neugestalteten Jacobsplanes mit dem restaurierten Panzerreiter St. Georg.
12.5. - Mit einem Teilstück in Hessen beginnt der Bau der Autobahn A 44 zwischen Kassel und Eisenach.
14.5. - Wahl des Oberbürgermeisters der kreisfreien Stadt Eisenach - die nach diesem Wahlgang erforderliche Stichwahl gewinnt der CDU-Kandidat und Bürgermeister Gerhard Schneider – das Amt des Oberbürgermeisters und Nachfolgers von Dr. Hans-Peter Brodhun tritt er am 1.7.2000 an.
23.5. - Nach erfolgter Sanierung wird die Lutherstraße wieder vollständig freigegeben.
9.6. - Dem Geschäftsführenden Gesellschafter der FER Fahrzeugelektrik GmbH, Klaus Lantzsch, überreicht Thüringens Wirtschaftsminister Franz Schuster im Auftrag des Bundespräsidenten das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik.
18.6. - Im Zuge des diesjährigen Burschentages wird mit der Eröffnung einer ständigen Ausstellung das Burschenschaftsdenkmal wieder zugänglich gemacht.

(Quelle: http://www.eisenachonline.de/information/eisenach/geschichte/)