Chronik einer Entführung anno 1455

25. JUNI Auf dem Altenburger Schloss soll ein Schiedsspruch bekannt gegeben werden: Kunz von Kauffungen verlangte von Kurfürst Friedrich eine weitere Entschädigung für seine Kriegsdienste. Doch er fürchtet ein manipuliertes Urteil und erklärt das Gericht für befangen. Vermutlich berät er bereits am Abend die Entführung der Fürstensöhne als Faustpfand.

5. JULI Ein Brief des Küchenjungen Hans Schwalbe trifft bei den Verschwörern ein. Er informiert, dass der Kurfürst samt Gefolge am nächsten Tag nach Leipzig reist.

7..JULI Kunz erreicht mit 35 Berittenen und zehn Fußknechten kurz vor Mitternacht das Altenburger Schloss, dringt ohne Blutvergießen ein und raubt die Prinzen.

8. JULI Die Kidnapper trennen sich bei Stollberg. Kunz flieht mit Prinz Albrecht in Richtung Böhmen. Bei einer Rast kurz vor der Grenze wird er von Klosterknechten und Köhlern umstellt und zum Aufgeben gezwungen. Er kommt ins Zwickauer Gefängnis.

9. JULI Prinz Albrecht wird vom Abt des Klosters Grünhain nach Altenburg zurückgebracht.

11. JULI Die zweite Gruppe hat es mit Prinz Ernst bis in die Nähe von Burg Stein geschafft, doch die Lage ist aussichtslos. Gegen Straffreiheit wird der Prinz freigelassen.

12. JULI Kunz wird nach Freiberg gebracht, wo der Stadtrat über ihn richten soll.

14. JULI Kunz wird zum Tode verurteilt und auf dem Markt enthauptet.

Quelle: „Osterländer Volkszeitung - EXTRA“ v. 02.07.2005