Erinnerungsgegenstände an der Prinzenraub

In Altenburg sind die historischen Räume nicht mehr vorhanden. Das Schloss wurde bereits im 16. Jahrhundert umgebaut. 1518 begann Kurfürst Friedrich der Weise - der Sohn des entführten Prinzen Ernst - mit dem Neubau der kurfürstlichen Residenz. Dabei wurde auch das Wohngebäude abgerissen.
Selbst die Stelle, wo sich die Entführung abspielte, ist nicht mehr zu erkennen, weil das Schloss seit dem Neubau eine veränderte Gestalt aufweist. (Von der alten Bausubstanz sind nur noch das spätgotische äußere Torhaus, der innere Torturm [15.Jh.], der Hausmannsturm [10.Jh.] und der Mantelturm [11.Jh.] vorhanden.)
Im Museum wird heute noch der obere Teil der Garleiter gezeigt, die zur Entführung benutzt wurde. In einer Vitrine ist das "Manifest an verschiedene Kur- und andere Fürsten, Kunz von Kauffungens böse Handlungen betr." ausgelegt, welches der Kurfürst am 26.Juli 1455 verschicken ließ, um die rasche Hinrichtung des Kunz von Kauffungen zu rechtfertigen, die damals beim Adel innerhalb und außerhalb von Sachsen für Empörung gesorgt hatte.
Die in den Ausstellungsräumen gezeigten bildlichen Darstellungen (Entführung, Porträts der kurfürstlichen Familie, der Verschwörer und des Köhlers) sind erst Jahrhunderte später entstanden.

Im Altenburger Schlossgarten ist heute noch eine der beiden "Prinzeneichen" zu sehen, die 1455 Kurfürstin Margaretha zum Gedenken an die Errettung ihrer Söhne pflanzte. Anlässlich eines Schlossfestes wurden am 19.9.1992 zwei junge "Prinzeneichen" gesetzt.
In der Schlosskirche zu Altenburg befindet sich außer dem Bronzeepitaph für Kurfürstin Margaretha (gest. 1486) auch eine Grabplatte für Mathilde von Waldenburg (gest. 1479). Sie war die Amme der Prinzen Ernst und Albrecht.