Schlossgarten

 

Noch bis ins 16. Jahrhundert grenzten die Altenburger Vorstadt Naschhausen und der östliche Bereich des Schlosses an ein Waldgebiet, das häufig als „Leiste" bezeichnet wurde. 1592 lässt der Herzog Johann von Sachsen-Weimar in dieser Waldung einen „Lustgarten" einrichten, an den sich später auch ein Tiergarten anschließt. Da neben bestand bereits ein heute noch erkennbarer Küchengarten.

In dem von einer Mauer umgebenen Lustgarten sind auch ein Lust- und Ballhaus errichtet worden. Beide Gebäude standen vermutlich an jener Stelle, an der heute das Teehaus und die Orangerie zu finden sind. Im 1596/97 wird der Lustgarten durch die Fasanerie den späteren Tiergärten, und einen Irrgarten erweitert.

Erst zwischen 1701 und 1704 findet eine Umgestaltung zu einem Landschaftsgarten nach Vorbildern der damaligen Zeit statt. Obstgehölze, Rebstöcke und Bosketten gehören genauso dazu wie das 1712 neu errichtete Teehaus mit der Orangerie und das im gleichen Jahr erbaute Jäger- und Forsthaus.

1727 wird dieses Ensemble durch den Umbau des bereits 1595 errichteten Ballhauses in ein Komödien- und Opernhaus ergänzt. Um 1730 entsteht am „Hussitengraben“ das Schönhaus, von dem heute nur noch geringfügige Mauerreste erhalten sind. Rund zehn Jahre später werden im Park mehrere Plastiken aufgestellt.

Zwischen 1827 und 1839 erhält der Schlosspark eine, völlig neue Gestalt. Hans Wilhelm von Thümmel betreibt - beraten wahrscheinlich von dem berühmten Gartengestalter Peter Joseph Lenne - eine konsequente Umgestaltung dieser alten Gartenanlagen ganz im Geschmack der  „englischen Gärten“. Dieser zeigt bis heute eine geschlossene und großzügige Form, die vor allem durch die Vereinigung ehemaliger Gartenteile und einen erheblichen Geländeausgleich verursacht wird.

1842 wird das Schlossgartentheater rekonstruiert (Abriss im Jahr 1904) und 1846 der Neubau des Herzoglichen Marstalls begonnen. Am nördlichen Rand des Parkes wird 1875 das Lindenau- Museum eröffnet. 1904 entsteht die Herzogin- Agnes-Gedächtniskirche. Vier Jahre später wird das ganz unter dem Einfluss des Jugendstils errichtete „Mauritianum“ seiner Bestimmung übergeben.

Seit den 50er Jahren stehen Plastiken des 20. Jahrhunderts im Park in der Umgebung des Lindenau- Museums.

 

Beinahe wird man heute sagen, es habe sich an dem Charakter des Parks nichts wesentlich geändert. Der Garten hat sich natürlich vergrößert, aber er blieb in seinem Stil als englischer Garten bis heute erhalten. Es ist ein schöner Park, offensichtlich ist er einer der schönsten in Thüringen.

 

Aber jeder sollte sich an den Pflanzen, Büschen und Bäumen erfreuen:

 

·        in Richtung Teehaus an den Eiben, die zum ältesten Bestand gehören, an Tamarisken, Winterlinde, Blutbuchen

·        in Richtung Herzogin- Agnes- Gedächtniskirche am Tulpenbaum, Platane, Rhododendron

·        vor der Orangerie an den Magnolien. Pyramideneichen, Gelbholzbaum, Schwarze Maulbeere, Elfenbeinginster und Waldhasel

·        vor dem Mauritianum an den Zürgel- und Butternussbäumen, Rotesche, Gleditschia und Götterbaum

·        sowie dem Weg vom Lindenau- Museum zur Aussicht an Eschen, Bergulmen, Blut- und Rotbuchen, an der alten letzten Prinzeneiche und den 1992 als Symbol für die zukünftige Entwicklung des Gartens neugepflanzten „Prinzeneichen“.

 

Wir sollten stolz auf die 400jährige Geschichte des Schlossgartens als lebendige Gartendenkmalspflege verweisen, denn Gartenkunst gehört zu den verletzlichsten aller Künste.

 

Quellen:

Quelle: Sparkassenkalender 1999

„Altenburgica – 400 Jahre Schlosspark Altenburg“