Paditzer Schanzen

 

Es fällt schwer, sich im Altenburger Land heftige Erdbeben, glühendes Magma speiende Erdspalten vorzustellen. Noch dazu, wenn in einiger Entfernung ein himmelhoch aufgetürmter Vulkan seine glühendheiße Asche auf das umliegende Land schleudert. Dass dies in der Tat einmal der Fall war, bezeugen nicht nur der Altenburger Schlossfelsen und die mächtigen Gesteinsschichten, auf denen die „Roten Spitzen“ errichtet sind. Bei Windischleuba und Remsa, in Gnandstein und Kohren und vor allem auf dem Rochlitzer Berg sind die deutlich sichtbaren Spuren eines urzeitlichen Infernos allenthalben zu sehen. Dem Auge verborgen finden sich in Tiefen von 20 bis l50 m unter der Stadt Altenburg und ihrer weiteren Umgebung fast überall die gleichen Gesteinsschichten vulkanischen Ursprungs.

 

Was vor rund 300 Millionen Jahren als glutflüssige Masse zutage trat, wird seit mehr als tausend Jahren vor allem für zwei Zwecke genutzt:

Zum einen als Berg an sich und in diesem Fall für die Anlage von Burgwällen und späteren Burgen (Altenburg, Kohren, Gnandstein und Paditz), zum anderen als Werkstein für unterschiedlichste Zwecke. Bruch-, Mauer- und Grundsteine sind in allen historischen Gebäuden Altenburgs und der Umgebung zu finden.

 

Bekannt dafür wurden besonders der Rochlitzer Rhyolith, ein widerstandsfähiger und trotzdem leicht zu bearbeitender Porphyrtuff, und der Paditzer Glimmerporphyrit. Beide vulkanische Gesteinsarten verbindet ein besonderer Nutzungszweck: aus ihnen wurden bereits in vorgeschichtlicher Zeit Mahlsteine hergestellt. Bedeutende Funde sind aus slawischer Zeit bekannt. Bis in die Lausitz wurden derlei Steine transportiert.

 

Es ist anzunehmen, dass die Bewohner der Paditzer Schanzen auch die Mahlsteine herstellten. Ein Beweis da für in Form einer urzeitlichen Werkstatt fehlt aber noch. Als gesichert gilt dagegen, dass auf dem Paditzer Porphyrfelsen bereits in der Bronzezeit eine Wallburg bestand. Während der slawischen Siedlungszeit zwischen dem 7. und 10. Jahrhundert wird sie erneut genutzt. Durch den Bau der Eisenbahnstrecke Altenburg-Zwickau in der Mitte des 19. Jahrhunderts und dem damit verbundenen Steinbruchbetrieb wird der größte Teil des hufeisenförmig angelegten Walles zerstört. An den Steinbruchkanten lässt sich allerdings noch heute seine ursprüngliche Form und Anlage erkennen.

 

Quelle: Sparkassenkalender 2001