Zur Geschichte von „Kollers Kurgarten“

 

Vom Ziegenmolkeverkauf zum Speiserestaurant

 

Erstmalig am 19. Mai 1891 war in der „Altenburger Zeitung für Stadt und Land" zu lesen, dass der Molkenbereiter Johann Anton Koller aus Appenzell in der Schweiz ab Sonntag, dem 17. Mai, jeden Morgen von 5 bis 9 Uhr auf dem Plateau frische warme Ziegenmolken verkauft. Die bei der Käseherstellung zurückbleibenden Molken  wurden zu damaliger Zeit als natürliche und auch von den Ärzten verordnete Heilmittel bei Erkrankungen von Herz und Magen, aber vor allem bei chronischen Erkrankungen der Atmungsorgane angewandt, wobei die warmen Molken als Kur über mehrere Wochen hinweg bei gleichzeitiger Einhaltung einer Diät und verbunden mit viel Bewegung getrunken wurden. Man wählte zu einer solchen Kur meist Frühjahr und Sommer. Das dem Herzoglich Sachsen- AItenburgischen Staatsfiskus gehörende Areal des Plateau, auf dem sich damals außer der von Bruno Dietzmann gepachteten Gastwirtschaft noch eine Reihe kleinerer, für Kollers Gewerbe gut geeigneter Baulichkeiten befanden, war durch seine gepflegten Anlagen für Kollers Kundschaft zu Spaziergängen, die auch noch in die weitere Umgebung des Wolfenholzes ausgedehnt werden konnten, gut geeignet.

Der am 8.Mai 1866 in Appenzell in der Schweiz als Sohn von Jakob Anton Koller und Anna Maria geb. Brülisauer geborene und in der väterlichen Landwirtschaft aufgewachsene Johann Anton Koller war sicherlich bedingt durch die damaligen schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse in der Schweiz zur Bestreitung seines Lebensunterhaltes zum Verlassen seiner Heimat genötigt worden. Koller hatte mit seinem Konzept in Altenburg Erfolg, und die Presse berichtete schon bald, dass sich seine Molkenkuranstalt „immer mehr des Zuspruchs hiesiger Damen und Herren erfreut". In der Zeitung vom 6. September 1891 teilte er seiner Kundschaft die diesjährige Schließung seiner Molkenkuranstalt mit und empfahl sich schon für das kommende Jahr. Koller kehrte zurück in die Schweiz und heiratete am 13. Februar 1892 in Appenzell Anna Maria Sutter, geboren am 2. Juni 1870 als Tochter von Karl Sutter und Anna Maria geb. Manser. Wenige Wochen später waren beide wieder in Altenburg tätig. J.A. Koller eröffnete seine Molkenkuranstalt am Sonntag, dem l. Mai und hatte sein Angebot diesmal um Kefir und Dickmilch erweitert. Im Juli bot seine Frau auf dem Plateau Schweizer Stickereien zum Verkauf an und empfahl sich zu Monogrammstickereien. Im Herbst war die katholische Familie Koller wieder in der Schweiz, dort wurde am 11. November 1892 ihr erster Sohn Johann geboren.

1891 hatte der damals 25jährige Johann Anton Koller mit nur zwei Ziegen begonnen; schon 1893 kamen die ersten Kühe hinzu, und die Räumlichkeiten am Plateau reichten nicht mehr aus. Die Familie Koller zog um in den sogenannten „Meinigschen Garten", in das der Architektenwitwe Emilie Meinig gehörende Grundstück in der Leipziger Straße gegenüber dem Plateau und dem Wolfenholz. Dieses Gelände ist heute Eigentum der Altenburger Spielkartenfabrik. Hier hatten Kollers die Möglichkeit, ihr Unternehmen entsprechend der steigenden Beliebtheit in größerem Umfang zu betreiben. Das Jahr 1893, ab dem Kollers in Altenburg als Einwohner gemeldet waren (vorher in Kauerndorf), wurde von diesen auch als Gründungsjahr der „Schweizer Milchkuranstalt", unter welchem Namen sie von jetzt an firmierten, betrachtet. Ein Jahr später, 1894, war im Kuhstall bereits ein Raum vorgesehen, wo die frischgemolkene Milch gleich an Ort und Stelle getrunken werden konnte. Im gleichen Jahr, in dem am 14. Juni auch der zweite Sohn Alfred geboren wurde, schuf sich Koller für sein Molkereigeschäft ein weiteres Standbein mit der Herstellung von Kindermilch, welche in Flaschen abgefüllt und mit einem Fuhrwerk an die ständig wachsende Kundschaft in Altenburg ausgeliefert wurde. Am 15. Dezember 1895 wurde die Tochter Luise, am 3 l. März 1899 die Tochter Maria und am 14.Juli 1901 der Sohn Walter geboren.

Johann Anton Koller war zur Sicherung der Rentabilität laufend um Erweiterung des Geschäftes bemüht und hatte schon im März 1903 ein Gesuch an den Stadtrat um Erlaubnis zum Verkauf von Obstwein und Kognak an die Besucher seines Milchgartens gestellt.

Interessant ist seine Begründung:

 „ Viele Erwachsene, die in Begleitung von Kindern zu mir kommen, trinken selbst nicht gern oder überhaupt keine Milch und fragen daher oft nach anderen Getränken. Diesen Besuchern kann ich jetzt nur künstliche Mineralwässer oder Brauselimonade anbieten, die aber auch viele Leute nicht lieben. Ebenso liegt der Fall, wenn an besonders verkehrsreichen Tagen meine ganzen Milchvorräte aufgebraucht sind. Es würde deshalb dem Bedürfnis vieler Besucher meiner Anstalt Rechnung tragen, wenn mir gestattet würde, dort auch Obstwein zu verschänken. Obstwein ist ja anerkanntermaßen ein gesundes und billiges Volksgetränk, das geeignet ist, den Bier- und Schnapsgenuss einzuschränken und dessen Verbrauch sich tatsächlich auch von Jahr zu Jahr steigert. Was meine Bitte um Erlaubnis zum Kognakschank anlangt, so brauche ich wohl nur daraufhin zuweisen, dass, namentlich Lungenleidenden, ein Kognak zur Milch oft ärztlicherseits vorgeschrieben, und dass der natürliche Widerwille, den manche gegen den Genuss von Milch haben, meistens leicht überwunden wird, wenn derselben etwas Kognak zugesetzt wird. "

Das Gesuch wurde zunächst abgelehnt, erst nach erfolgter Beibringung einer von Dr. med. Bonde ausgestellten ärztlichen Befürwortung kam es im Mai 1903 zur Erteilung einer Erlaubnis. Dieses Gesuch war der Anfang eines jahrelangen Ringens der Familie Koller mit städtischen Behörden um Genehmigungen zur Ausdehnung ihres Gewerbebetriebes. Nachdem auch der Meinigsche Garten für den ständig wachsenden Viehbestand zu klein geworden war, kaufte Johann Anton Koller 1904 ein Gartengrundstück mit Gartenhaus an der Bachstraße am Großen Teich. Die Bachstraße hatte ihren Namen vom Stadtbach erhalten, der bis 1892 offen längs derselben herlief, in diesem Jahre aber wegen der Choleragefahr kanalisiert worden war; seit 1.April 1939 wurde daraus die Max-Förster-Straße, und seit 1948 heißt sie August-Bebel-Straße. Das Grundstück hatte ehemals dem Kunst- und Handelsgärtner Walter Steinbach gehört, der es im April 1899 infolge Erbvergleichs aus dem Nachlass seines Vaters Anton Heinrich Steinbach erworben hatte. Walter Steinbach verkaufte es für 10 000 Mark an den Altenburger Kaufmann Oskar Kipping, und dieser wiederum veräußerte das Grundstück für 13 500 Mark an Johann Anton Koller; die Übergabe erfolgte im Juli 1904. Koller ließ das Gartenhaus abreißen und von dem Bauunternehmer Alfred Penndorf ein neues Wohn- und Wirtschaftsgebäude mit Kellergeschoss, Erdgeschoss, einem Obergeschoss und Dachgeschoss errichten und hatte dafür von der Sparkasse der Stadt Altenburg ein Darlehen von 24 000 Mark erhalten. Später kamen noch einige Hypotheken hinzu. Ein für die Altenburger Bürger etwas seltsam anmutender Zug, der ein wenig an einen alpenländischen Almabtrieb erinnerte, bewegte sich am Nachmittag des 5. Januar 1905 von der Leipziger Straße über die Ernst- und Wallstraße in Richtung Bachstraße am Großen Teich. Vornweg wurden zehn mit Schweizer Kuhglocken behangene Kühe getrieben, von denen die erste noch mit einem mächtigen Kranz geschmückt war, dann kam ein Wagen, in welchem Johann Anton Koller saß, und zuletzt folgte noch ein prächtig geschmückter Wagen mit allen Gerätschaften, die Koller zu seinem Molkereigewerbe benötigte. Der Milchkuranstaltsbesitzer Johann Anton Koller siedelte nach zwölfjähriger Tätigkeit in der Leipziger Straße in sein neu erbautes Haus über. In einem Gesuch an den Stadtrat hatte Koller rechtzeitig gebeten, die bisherige für die Leipziger Straße geltende Erlaubnis zum Ausschank von Obst- und Beerenweinen und Kognak auch für seinen neuen Standort in der Bachstraße zu erteilen und noch auf Kaffeeausschank und Verabreichung kalter Speisen auszudehnen. Nach einigen Schwierigkeiten war ihm die Genehmigung im Januar 1905 erteilt worden. Betrat man das in der Bachstraße im Schweizer Stil errichtete Gebäude im Erdgeschoss durch den auf der rechten Längsseite des 33 Meter langen Hauses befindlichen Eingang, kam man links in den Trinkraum für die Gäste. Neben einem Flaschenspülraum lag rechterhand die den größten Teil des Erdgeschosses einnehmende weißgekachelte saubere Stallung für die Kühe, wo nochmals ein abgeteilter Raum das Trinken der frischen Milch gleich im Kuhstall ermöglichte; dahinter kamen noch separat Schweinestall, Pferdestall und eine Wagenremise. Im ersten Stock des Hauses, dessen Vorderfront 9,2 Meter breit war, wohnte die Familie Koller; dort befinden sich etwa auf der Hälfte der Gesamtfläche eine Küche, drei kleine Stuben und vier Kammern. Die andere Hälfte nahm der geräumige Futterboden ein. Ein Dachgeschoss mit mehreren Kammern war nur über der Wohnung vorhanden, nicht über dem Futterboden. Im Stall standen jetzt 12 Kühe der Simmentaler Kreuzung und Oldenburger Rasse; es erfolgte nur Trockenfütterung mit Gerstenschrot, Kleie und Heu. Letzteres wurde direkt aus der Schweiz und sicherlich auch von Kollers dort lebender bäuerlicher Verwandtschaft bezogen. Am 12. Februar 1905 begann der Molkereibetrieb am neuen Standort, und am Sonntag, dem 7. Mai 1905 wurde auch der große Garten neben dem Haus eröffnet, der in der Folgezeit von der Bevölkerung Altenburgs gut angenommen wurde, nicht zuletzt weil auch an einen Spielplatz mit Spielgeräten für Kinder gedacht worden war. Auf ein erneutes Gesuch hin wurde Koller ein Jahr später gestattet, den Gewerbebetrieb auf den Verkauf warmer Speisen auszudehnen und den Bedürfnissen entsprechend eine Speisewirtschaft einzurichten, in der auch Schlachtfeste veranstaltet werden durften; den Gewerbeanmeldeschein dazu bekam er im August 1906 ausgefertigt. Am 28. März 1907 kam Herbert als vierter Sohn und sechstes und letztes Kind der Familie Koller zur Welt.

Es blieb nicht aus, dass die qualitativ hochwertigen Kollerschen Molkereiprodukte bei verschiedenen Fachausstellungen hohe Auszeichnungen errangen, so z. B. die Kindermilch eine goldene und eine silberne Medaille und der Joghurt eine silberne Medaille und einen Ehrenpreis. Am 20. Mai 1914 eröffneten Kollers als Pächter in einer von der Stadtbehörde im Herzog-Ernst-Wald erbauten Halle einen Milchschank. Die Halle lag an einem links abzweigenden Pfad von dem vom Steinbruchteich bis zur Zwickauer Straße führenden Teil des Hauptweges. Dieser Abschnitt erhielt vom Altenburger Stadtrat im Jahre 1929 aus Anlass des hundertsten Geburtstages des Naturforschers und Schriftstellers Alfred Edmund Brehm den Namen Brehm-Weg; die Weiterführung des Hauptweges östlich der Zwickauer Straße hieß zu Ehren des Begründers des Stadtwaldes Edmund-Schmidt-Weg. 1916 stellte Koller erstmalig den Antrag, in seiner Milchkuranstalt sogenanntes „Sanitätsbier", ein damals beliebtes Malzbier,  ausschenken zu dürfen; der Antrag wurde abgelehnt. Am 16. Oktober 1919 starb im Alter von 49 Jahren Anna Maria Koller, Johann Anton Kollers Gattin und fleißige und treue Mitarbeiterin.

1921 standen in Kollers Stall 18 Milchkühe, die täglich ca. 90 Liter Milch gaben, welche zum Direktverkauf bestimmt war, während zur Weiterverarbeitung  z.B. zu Kefir und Joghurt, noch täglich ca. 100 Liter von Bauern aus Münsa, Wilchwitz und Remsa angekauft wurden. Nach mehrmaligen vergeblichen Versuchen in den vergangenen Jahren unternahm Koller 1925, diesmal beim Kreisverwaltungsgericht, bezüglich des Ausschanks von „Sanitätsbier" einen erneuten Vorstoß.

Er schreibt:

 „Solche liiere sind ein Stärkungsmittel für Kranke und Genesende und ihr Ausschank verträgt sich mit dem Zwecke meiner Milchkuranstalt."

In einer öffentlichen Sitzung des Kreisverwaltungsgerichts vom 12. März 1925 erhielt er die Erlaubnis zum Ausschank alkoholarmer Biere. Doch damit gab sich Koller noch nicht zufrieden und bat in einem erneuten Gesuch an den Stadtrat vom November 1925, ihm den Ausschank von Bieren aller Art zu gestatten, was natürlich sofort abgelehnt wurde. Erst nachdem er sich wieder an das Kreisverwaltungsgericht gewendet hatte, durfte er von April bis Oktober den Ausschank von Bieren aller Art in seinem Grundstück Bachstraße betreiben. Gleich im ersten Jahr 1926 schenkte er von April bis September ca. 12 Hektoliter Köstritzer Schwarzbier und 35 Hektoliter Bier aus der bayrischen Staatsbrauerei Weihenstephan in seinem Lokal aus und bemühte sich noch im September gleichen Jahres darum, dass die Erlaubnis ganzjährig erweitert wird. Der Stadtrat lehnte ab, ebenso einen erneuten Antrag von 1927; erst im Jahr 1951 wurde Kollers Hartnäckigkeit der gewünschte Erfolg zuteil, und er erhielt die beantragte Genehmigung. In den nun folgenden Jahren erfuhr der Gartenbetrieb eine Belebung, und in den Sommermonaten fanden am Mittwoch, Sonnabend und Sonntag Kurkonzerte statt.

Mitte der 30er Jahre übernahm Sohn Alfred als Geschäftsführer den Kollerschen Betrieb, und in der Folgezeit scheint der eigene Molkereibetrieb einen nochmaligen Aufschwung genommen zu haben, denn Kollers beschäftigten zusätzlich noch den Wirtschaftsgehilfen Otto Rothe, der vor allem als Kutscher tätig wurde, und den Melker Wilhelm Beißwenger und übernahmen die vorher vom Milchhof Altenburg geführte und noch nach dem zweiten Weltkrieg existierende Verkaufsstelle für Molkereiprodukte im Hause der Familie Dietrich in der Berggasse 47. Im Dezember 1939 erhielt das Kollersche Unternehmen auch noch die vorher beantragte Erlaubnis zum Verkauf von Flaschenbier. Gleich nach dem zweiten Weltkrieg bestand Kollers Geschäft fast nur noch im Handel mit Milch, die Alfred Koller vom Milchhof abholte und dann im eigenen Haus und in anderen Verteilerstellen verkaufen ließ.

Im November 1952 ging altershalber der Besitz von Johann Anton Koller, in dessen Wohnung auch der Kaufvertrag abgeschlossen wurde, an seine Kinder Alfred, Luise und Marie Koller, die alle drei schon seit Jahrzehnten im Geschäft des Vaters tätig waren, für zusammen 45 000 Mark über. Von dem Kaufpreis entfielen 36 000 Mark auf Grund und Boden und 9000 Mark auf das Betriebsvermögen. Johann Anton Koller starb am 15. Januar 1953 im Alter von 87 Jahren, seine Tochter Luise am 17.6.1957 und sein Sohn Alfred am 16.7.1964. Grundstückseigentümer wurden nun Marie Koller und Gertrud Koller geb. Bautz, Alfred Kollers Witwe und Erbin. Marie Koller, die schon seit ihrer Schulentlassung im Jahre 1913 im elterlichen Unternehmen tätig gewesen war, blieb alleinige Konzessionsträgerin. In einer 1966 erfolgten und für die damaligen Jahre typischen „Einschätzung" aller Gaststättenbetreiber Altenburgs ist über Marie Koller zu lesen:

 „Politisch war sie früher und ist sie heute nicht organisiert. Im Wohnbezirk tritt sie in keiner Weise in Erscheinung. " Zu dieser Zeit war die schon in den zwanziger Jahren im Obergeschoss eingerichtete Gaststube im Winterhalbjahr meistens geschlossen, wogegen während des Sommerhalbjahres, wo im Garten ca. 100 Personen Platz fanden und nachmittags oft Hochbetrieb herrschte, als Saisonkräfte immer einige Frauen als Bedienung eine Erwerbsmöglichkeit fanden.

Marie und Gertrud Koller verkauften das Anwesen Anfang 1968 an das aus Dornheim bei Arnstadt nach Altenburg zugezogene Gastwirtsehepaar Martin und Rosel Blaschke, welche die Gaststätte am 1. August desselben Jahres eröffneten.

Die Rentnerin Marie Koller starb am 19. September 1975 in Altenburg, von ihren drei damals noch lebenden Brüdern starb Johann am 7. Januar 1977 in Zürich, Herbert am 11. November 1978 in Freudenstadt (Baden) und Walter, der mit seiner Frau Rosa geb. Funke 1950 in die Schweiz gegangen war, am 19. November 1991 in St. Gallen.

Das Gastwirtsehepaar Blaschke bewirtschaftete „Kollers Kurgarten" über 20 Jahre. Am 21. Juni 1989 verstarb Martin Blaschke; einige Wochen später wurde die Gaststätte geschlossen.

Seit 1990 waren Erhard Mors und seine Frau Martina geb. Blaschke, die Tochter des Gastwirtsehepaars, in Ehegemeinschaft als Besitzer eingetragen. Die Gaststätte wurde wieder verpachtet und am 1. August 1990 neu eröffnet. Erster Pächter war Tino Heger, ihm folgte Jutta Heinke, dann veränderte sich Kollers Kurgarten zu einem China-Thai-Restaurant mit den kurz nacheinander folgenden Pächtern Nguyen Cong Than, Nguyen Than Quang, N &W Castro- u. Handels GmbH und DoThi Bieh Ngoc. Dieses asiatische Intermezzo war im September 2000 zu Ende. Neue Pächterin wurde ab 28. März 2001 Ulrike Drischmann und eröffnete am Sonnabend, dem 7. April 2001. Sie bewirtschaftet die Gaststätte gemeinsam mit ihrem Lebenspartner Denis Tille bis September 2006.

Nach einer „Winterpause“ ist die Gaststätte seit März 2007 in neuer Bewirtschaftung.

Im Jahr 2005 sind genau 100 Jahre vergangen, seit Johann Anton Koller den Betrieb seiner Kuranstalt im neu erbauten Haus am Großen Teich aufnahm – und der Name „Kollers Kurgarten“ ist immer noch ein Begriff für ein schönes Ausflugsziel, allem im Sommer, wo man an der frischem Luft sitzen und den Blick auf den großen Teich genießen kann.

 

Manfred Zienicker

 

Quelle: Altenburger Geschichts- und Hauskalender 2005