Dorfkirche Illsitz

 

Seit dem 13. Jahrhundert soll es in dem Ort eine Kirche gegeben haben im Baustil der Spätgotik. Sie befand sich auf der kleinen Anhöhe im oberen Teil des Dorfes. Der Turm auf der Westseite des Sakralgebäudes hat eine Schlaguhr.

Während des Bestehens der kleinen Kirche gab es häufig Reparaturen und Umbauten.

Im Jahre 1830 erwarb die Kirchengemeinde für die Erneuerung des Kirchendaches den Schiefer von der im gleichen Jahre abgetragenen Kirche in Untermolbitz. Die Schieferbedachung wurde in neuerer Zeit nochmals komplett erneuert. Die beiden Glocken des Gotteshauses wurden 1805 von Ulrich in Apolda gegossen, möglicherweise auch umgegossen. Die Orgel baute der Orgelbaumeister Poppe aus Altenburg ein. Früher war IIIsitz nach Altkirchen gepfarrt und die dann erbaute Kirche in Illsitz wurde ein Filial von Altkirchen.

Es könnte sein, dass die Kirche in Illsitz im Jahre 1191/92 erbaut wurde, denn bei Löbe heißt es~   dass die in diesem Jahr erbauten Kirchen in Illsitz, Jauern und in Mohlis in diesem Jahr als Kapellen innerhalb der Parochie Altkirchen genannt werden.

Die Kirchenvisitatoren schrieben in ihr Protokoll von 1528, dass die Kirche (Kapelle) in Illsitz neben üblichen sakralen Gerätschaften auch 15 Kirchenschafe und neun Kirchenkühe besaßen, die an Bauern verliehen wurden gegen Wachs für Altarkerzen. (Löbe „Geschichte der Kirchen und Schulen des Herzogtums Sachsen-Altenburg“)

Und schließlich hat die kleine Kirche auch eine wertvolle Magdalenenfigur, die um das Jahr 1504 in der Altenburger Altarwerkstatt der Gebrüder Naumann hergestellt wurde. In der Literatur wird in der Regel Jacob Naumann als Herrgottschnitzer genannt. Die beiden Peter (gest. 1499) und Jacob (gest. 1507) beschäftigten in ihrer Werkstatt in Altenburg zwei Gesellen und sie schufen recht viele Kunstwerke für sakrale Zwecke. Sie wurden von Kirchen in Thüringen und Sachsen in Auftrag gegeben und nebenbei schufen sie auch profane Sachen wie Wappen und Kennzeichen für das Kriegsgerät der Stadt. Ab 1437 arbeitete in Altenburg auch Franz Geringswald auf diesem Gebiet.

Die Illsitzer Kirche wurde mit Mitteln des Denkmalschutzes, der Landeskirche und aus Spenden um das Jahr 2000 renoviert und hat wieder ein ansehnliches Aussehen erhalten

 

Karl Czischka

 

Quelle: OVZ, 12.08.2008