Johann Sebastian Bach
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Der Ursprungsort der Familie, die in sieben Generationen über 100 Musiker hervorbrachte und als deren bedeutendstes Mitglied Johann Sebastian Bach (1685-1750) gilt, ist das Dorf Wechmar bei Gotha. „Die Bache“, wie die Mitglieder der Musikerfamilie genannt wurden, breiteten sich vom Ende des 16. Jahrhunderts in ganz Thüringen und darüber hinweg aus und bestimmten das Musikleben in jener Zeit entscheidend mit. Johann Sebastian verbrachte seine ersten 32 Lebensjahre in Thüringen.
In Eisenach geboren, nahm sein älterer Bruder Johann Christoph nach dem frühen Tod beider Eltern den zehnjährigen Johann Sebastian zu sich nach Ohrdruf. Im Jahre 1700 erhielt er ein Stipendium an der Michaelis-Klosterschule in Lüneburg und trat als Absolvent im März 1703 als Musiklakai in den Dienst von Herzog Johann Ernst von Sachsen-Weimar. Bereits nach wenigen Monaten (Juli 1703) verließ er Weimar wieder, um in Arnstadt das Organistenamt an der Neuen Kirche zu übernehmen. Bachs berufliche Pflichten - Kirchendienst und Ausbildung von Schülern - ließen ihm genug Zeit, um seinen musikalischen Neigungen nachzugehen. Er schrieb seine ersten bedeutenden Orgelkompositionen. 1705 ist eine Reise Bachs nach Lübeck verbürgt, bei der er sich von einem anderen großen deutschen Orgelmeister, Dietrich Buxtehude, unterrichten ließ.
Bach geriet mehrmals in Auseinandersetzungen mit seinem Arbeitgeber und musste sich vor dem Kirchenkonsistorium verantworten. 1707 ergriff er die Gelegenheit, Arnstadt zu verlassen und wurde Organist der St.-Blasius-Kirche in Mühlhausen. Im gleichen Jahr heiratete er in der Dorfkirche von Dornheim seine Cousine Maria Barbara. Im Juni 1708 reichte der mittlerweile 23jährige Bach sein Entlassungsgesuch ein, um sich in Weimar bei Herzog Wilhelm Ernst als Hoforganist und Kammermusiker zu verdingen. Im Dezember des gleichen Jahres wurde sein erstes Kind geboren.
1714 stieg er zum Konzertmeister auf - sein Ruf als Orgelvirtuose verbreitete sich rasch über die deutschen Lande. Als er sich im Dezember 1716 um die frei gewordene Stelle des Kapellmeisters bewarb, lehnte Herzog Wilhelm Ernst ab. Es kam zum Bruch, Bach, der nun als Hofkapellmeister nach Köthen gehen wollte, wurde wegen „Halsstarrigkeit“ inhaftiert und verließ nach knapp vier Wochen bei Wasser und Brot, begleitet von seiner Frau und seinen vier Kindern, Weimar in Richtung Norden.
Im August 1717 wurde Bach von Fürst Leopold zum Hofkapellmeister an dessen Hof in Anhalt-Köthen ernannt. Dieses Jahr wurde aber auch vom Tod seiner Frau Maria Barbara überschattet. Ein Jahr später heiratete Bach zum zweiten Mal: die Musikertocher Anna Magdalene Wilcke. Musikalisch war die Zeit in Köthen fruchtbar, hier entstanden vor allem Instrumentalwerke wie Violinkonzerte, Orchestersuiten, und zahlreiche Klavierstücke. Im Jahre 1723 wurde die Position des Thomaskantors in Leipzig vakant, auf die Bach sich bewarb. Im April wurde er in dieses angesehene Amt gewählt und vereidigt. Auf seiner letzten Lebensstation schuf Bach seine großen Vokalwerke (Johannes- und Matthäuspassion), sowie zahlreiche Kantaten und Motetten. Am 28. Juli 1750 starb Johann Sebastian Bach 65jährig in Leipzig.

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