Holzmarktbrunnen
Holzmarkt
D-99310 Arnstadt
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Der siebeneckige Brunnen wurde 1565 vom Steinmetz Georg Kirchhoff erbaut. Auch hier findet man an der Nordseite eingravierte Monogramme der damaligen Bürgermeister (Erasmus Kilian und Hans Nebel). Die Brunnenfigur, im Volksmund „Die schwangere Jungfrau“ genannt mit dem Blick zum Markt gewandt und der linken Hand auf dem gesegneten Leib, besteht aus gelbem Seeberger Sandstein. Das Original wurde von einem Meister der Renaissance geschaffen, von dem nur die Initialen M.S. auf dem Brunnensockel überliefert sind. Nachdem die Figur nach Witterungseinflüssen und Kriegshandlungen notdürftig hergerichtet worden war, besiegelte eine umfallende Gerüststange ihr Schicksal. Die Bruchstücke waren für lange Zeit verschwunden. Der Arnstädter Bildhauer Friedrich Popp fand die Überreste und rettete so Kopf, Rumpf und Sockel der Brunnenfigur. Im Jahre 1955 fertigte er nach den Überresten und Fotografien eine Kopie an, welche dann im September 1956 feierlich enthüllt wurde.

Fünf weitere Brunnen sind über die Altstadt verstreut. Sie sind stets so angeordnet, dass sie den Verkehr nicht behindern. Sie bilden gleichsam den Mittelpunkt stiller Verkehrsinseln und künden von dem künstlerischen Gefühl, das die alten Meister des Städtebaues besessen haben. Im Aufbau haben alle diese Brunnen eine große Ähnlichkeit: Inmitten oder am Rande niedriger Wasserbecken erhebt sich eine schlanke Steinsäule, mit einem Figürchen bekrönt, so dass jeder Platz sein besonderes Wahrzeichen hat. Ein gütiges Geschick hat sie vor dem Untergang bewahrt, als Erbe längst vergangener Zeiten, die um die Wirkung solcher schmückender Kunstwerke im Straßenbild wussten.

Landkreis:
Ilmkreis

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