Auguste Dorothea
von Schwarzburg-Arnstadt
D-99310 Arnstadt
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Die Fürstin Auguste Dorothea von Schwarzburg-Arnstadt. (1666 – 1751) war eine Tochter des Herzogs Anton Ulrich von Braunschweig-Wolfenbüttel und Gemahlin des Grafen und späteren Fürsten Anton Günther II. von Schwarzburg-Arnstadt. Sie kam als Achtzehnjährige 1684 nach Arnstadt; hier erlebte sie, wie die winzige Grafschaft 1697 zum Fürstentum erhoben wurde. Augusta Dorothea blieb die einzige Fürstin der kurzlebigen Linie Schwarzburg-Arnstadt. Bereits verhältnismäßig früh - seit der Wende vom 17. zum 18.Jahrhundert - stand Augusta Dorothea mit dem Erfurter Ursulinenkloster in Verbindung und erhielt von dort beträchtliche Summen geliehen. 1715 trat sie zum Katholizismus über. Sie litt – auch bedingt durch ihre Sammelleidenschaft – stets unter drückenden Schulden. Erst ihr Tod im Alter von fünfundachtzig Jahren bürdete die Schuldentilgung den Überlebenden auf. Beim Tode der Fürstin wurden Einrichtungsgegenstände für die sehr hohe Summe von 7.890 Reichstalern zur Versteigerung gegeben. Außerdem schuldete sie ihren Bediensteten noch insgesamt 3.559 Reichstaler Besoldung. Die Fürstin wurde am 25. Juli im Erfurter Ursulinenkloster beigesetzt. Ihr Schloss Augustenburg wurde abgerissen.

Welche Anregungen die Fürstin veranlaßten, über Jahrzehnte der Schaffung ihrer Puppenstadt „Mon Plaisir“ so überaus viel Liebe und Aufmerksamkeit zu widmen, ist nicht mit Sicherheit zu sagen. Die väterliche Kunstpflege und gute Beziehungen zu den Niederlanden mögen sie schon in ihrer Kindheit mit Puppenhäusern vertraut gemacht haben. Die lange, fast fünfunddreißigjährige Witwenzeit ließ die kinderlose Fürstin ganz in ihrer Sammelleidenschaft aufgehen. War jedoch der Erwerb von ostasiatischen oder Meißner Porzellanen, Preziosen oder Gemälden allein von den finanziellen Voraussetzungen abhängig, scheint die möglichst naturgetreue Wiedergabe ihres höfischen Lebens einschließlich aller zugehörigen Einrichtungen der Fürstin Gelegenheit geboten zu haben, selbst aktiv tätig werden zu können. Denn neben dem Kampf gegen die Langeweile erwies sich der Einsatz vorhandener Kräfte, die in mehr oder minder großer Abhängigkeit zur Herrscherin standen, als ökonomisch recht günstig, weil diese sich den an sie gerichteten Aufträgen praktisch nicht entziehen konnten. Die große Zahl der Mitarbeiter an dieser Puppenwelt bleibt anonym, doch werden sie in erster Linie unter den Angehörigen des fürstlichen Hofstaates zu suchen sein.

Landkreis:
Ilmkreis

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