Ortsgeschichte Apolda
D-99510 Apolda
->in Karte anzeigen

 

Apolda wird 1119 erstmals urkundlich bezeugt. Die Burg, vermutlich einst Sitz der Grafen des Gaues Husitin, wurde in der 2. Hälfte des 13. Jh. zum Stammsitz eines Mainzer Ministerialengeschlechts. Es teilte sich um 1175 in die zwei Linien der Vitztume und der Schenken von Apolda Sie erhoben den Ort Ende des 13. Jh. zur Stadt und blieben bis 1348 gemeinsam Stadtherren. Seitdem lag die Oberlehnsherrschaft über Apolda praktisch bei den Wettinern. Diese haben, nachdem die Vitz­tume 1631 in der männlichen Linie erloschen waren, die Herrschaft Apolda als erledig­tes Lehen eingezogen und 1633 der Universität Jena als Dotalgut übergeben. Wirtschaftlich war Apolda damals eine abseits von wichtigen Handels­straßen gelegene Ackerbürgerstadt mit lokaler Bedeutung als Markt für die nähere Umgebung. Dieser Charakter verlor sich, als hier aus dem Handwerk des Strickens nach Einführung des Strumpfwir­kerstuhls seit der Wende des 17. zum 18. Jh. eine Strumpfmanufaktur entstand; bis zur Goethezeit entwickelte sie sich zum bedeutendsten wirtschaftlichen Unternehmen im sachsen-weimarischen Staat. Einen weiteren Aufschwung nahm die Apoldaer Strumpfindustrie im 19. Jh., vor allem nach der Errichtung des preußischen Zollver­eins (1833), dem Anschluss der Stadt an das Eisenbahnnetz (Thüringer Eisenbahn Halle-Erfurt 1846), der Verwendung der Dampf­maschine (seit 1866) und die Durchsetzung freier Wirtschafts­formen. Das heutige Stadtbild, das den letzten Krieg unzerstört überdauert hat, ist geprägt von der industriellen Entwicklung des 19. und beginnenden 20. Jh. mit backsteinernen Fabriken, öffentlichen Bauten und Mietskasernen, aber auch Villen und Siedlungshäusern und den anheimelnden Parkanlagen der Schötener und Herressener Promenaden.
1868 bis 1922 befand sich in Apolda die Direktion des II. sachsen-weimarischen Verwaltungsbezirks, 1923 - 52 war Apolda kreisfreie Stadt, seit­dem war es Verwaltungsmittelpunkt des neu geschaffenen Krei­ses Apolda, bzw. seit 1994 des Landkreises Weimarer Land.

Landkreis:
Weimar und Weimarer Land

Weiterführende Texte:


Hier befinden sich auch: