Mattstedt
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Mattstedt liegt im unteren llmtal, das ursprünglich ein großes Sumpfgebiet war und dann durch Trockenlegung zu einer fruchtbaren Niederung wurde. Der Fluss hat in die Entwicklung und Struktur des Dorfes wesentlich eingegriffen, als 1613 die Thüringer Sintflut über den Ort hereinbrach. Der Wasserspiegel der Ilm stieg um 6 m über normal an und überschwemmte das gesamte Unterdorf, was großen Schaden verursachte. Für Mattstedt hat sich daraus eine andere Struktur entwickelt. Aus dem sich an der Ilm entlang ziehenden Straßendorf wurde ein Haufendorf, da die neuen Häuser aus Furcht vor erneuter Heimsuchung durch die Ilm vorwiegend im Mittel- und Oberdorf angesiedelt wurden.
Von besonderer Bedeutung für den Ort ist das Kohlebergwerk in der Poche. Es entstand ursprünglich, weil der Großherzog Carl August auf der Suche nach Heizmaterial für seine Untertanen war. Der sehr engagierte Pfarrer Wilhelm Christoph Günter, später Hofprediger und Oberkonsistorialrat in Weimar, der im Oktober 1806 Johann Wolfgang von Goethe mit Christiane Vulpius in der Jakobskirche zu Weimar getraut hat, erhielt 1799 die Erlaubnis, in der Ilmtal-Gegend nach Kohle zu suchen. Er wurde fündig, und zwar am linken Ilmufer zwischen Mattstedt und Wickerstedt. Leider stellte sich aber heraus, dass diese Kohle keinen sehr hohen Heizwert hatte. Der Abbau wurde wieder eingestellt. Aus jener Zeit ist der Name des Mattstedter Ortsteiles als Neuwerk „Poche" erhalten und als weiteres Wahrzeichen der Straßengasthof „Zur Poche", in dem der weit ins Land bekannte Spruch „Wenn"s wahr es!" hängt.
Kontakt:
Gemeinde Ilmtal-Weinstraße
Willerstedter Straße 1
D-99510 Ilmtal-Weinstraße
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Weimar und Weimarer Land

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