Geschichte der Bismarcktürme in Deutschland
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Nach dem Tod Bismarcks rief die Deutsche Studentenschaft dazu auf, dem „Unvergesslichen ein bleibendes, würdiges und volkstümliches Wahrzeichen vaterländischen Dan­kes“ und „unserem Bismarck zu Ehren auf allen Höhen unserer Heimat, von wo der Blick über die herrlichsten deutschen Lande schweift, gewal­tige granitene Feuerträger zu errichten. Aus einem Wettbewerb um die „Bismarck­säulen“ ging der Entwurf „Götter­dämmerung“ von Wilhelm Kreis als Sieger hervor.
In der Folgezeit wurden im damaligen Deutschen Reich von den über 400 geplanten Bismarcktürmen insgesamt 238 erbaut bzw. in Bismarcktürme umbenannt (16 Türme entstanden bereits zu Bismarcks Lebzeiten, unterschieden sich jedoch deutlich von den späteren Feuersäulen). Dazu kamen einige wenige Türme in Österreich-Ungarn, den ehemaligen Kolonien und in Chile. Nur 47 Türme wurden nach dem Standardentwurf von Wilhelm Kreis gebaut, der einen quadra­tischen Grundriss, einen mehrstufigen Unterbau mit einfach gehaltenem Sockel sowie ein von vier Säulen getragenes kapitellartiges Gesims und einem Überbau für die Feuerschale vorsah.
Thüringen hat mit 24 Bismarcktürmen, von denen noch 17 erhalten sind, nach Nordrhein-Westfalen mit 31 Türmen (24 erhalten) die größte Turm-Dichte weltweit. Von den 182 in Deutschland erbauten Exemplaren sind immerhin noch 145 erhalten. Übrigens ist das Saarland bis heute „Bismarckturm-freie Zone“. Auch in Hamburg gab es nie einen Bismarckturm, dafür steht hier das größte Bismarckdenkmal Deutschlands.

Landkreis:
Weimar und Weimarer Land

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