Kriegsnot in Großstöbnitz
D-04626 Großstöbnitz
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In ihrer 700 jährigen Geschichte wurde die Gemeinde Großstöbnitz immer wieder von verschiedenartigem Unheil heimgesucht. So wurde das Dorf während des 30 jährigen Krieges 1632 von den Österreichern völlig ausgeplündert. Sie brachen die Kirchtüren auf und raubten alles, was ihnen in die Hände fiel. Auch im übrigen Dorf richteten sie große Verwüstungen an. Kaum 9 Jahre später brannten schwedische Landsknechte 1641 fünf Bauernhöfe in Kleinstöbnitz nieder und plünderten wieder das Dorf aus. Im Siebenjährigen Krieg verschleppten kroatische Truppen im November 1759 neun Großstöbnitzer Männer bis nach Nürnberg und raubten acht Pferde. Die Männer konnten erst über einen Monat später, nachdem sie Schreckliches erdulden mussten, in ihr geliebtes Heimatdorf zurückkehren.
Im April 1759 wurde Großstöbnitz von über 200 preußischen Kürassieren überfallen. Die Preußen wollten zwei Stöbnitzer mit Stricken aufhängen. Nur knapp konnten Melchior Trommer und Zacharias Nadel diesem grausamen Schicksal entgehen.
Im Juli 1761 stießen 10000 Mann der Reichsarmee unter General Serbeloni bis in die Gegend zwischen Großstöbnitz, Mückern und Taupadel vor und errichteten hier ihr Lager. Ein 3000 Mann starkes Corps versuchte die Preußen zu vertreiben, wurde aber zurückgeschlagen. Als die Preußen der Übermacht Serbelonis weichen mussten, nahmen sie alle Vorräte an Getreide, Vieh und Kleidung mit, die die Österreicher den Großstöbnitzern noch gelassen hatten. Doch damit war das Leiden der Vorfahren noch nicht zu Ende. Vom 25. Januar bis zum 13. Februar wurden in Stöbnitz 6 Kompanien der Kaiserlichen Truppen vom Thielemannschen Regiment einquartiert. Diesem folgten 4 Kompanien des Esterhazyschen Regiments, die aufzehrten, was den Großstöbnitzern geblieben war. Zusätzlich zur Last der Einquartierungen musste die Gemeinde Großstöbnitz in den ersten drei Monaten des Jahres 1762 161 1/2 Scheffel Korn, 113 1/3 Scheffel Weizen, 115 1/4 Scheffel Hafer, 12 1/4 Scheffel Gerste sowie 178 Zentner 40 Pfund Heu und 100 Bund Gerstenstroh an das Heer liefern.
(Quelle: „700 Jahre Großstöbnitz“ Altenburger Verlag GmbH)

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Altenburger Land