Johann Friedrich Agricola
D-04626 Schmölln
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Johann Friedrich Agricola kam am 4. Januar 1720 in Dobitschen bei Altenburg zur Welt. Er studierte in Leipzig Jura - seine Liebe aber galt der Musik. Bei Johann Sebastian Bach erhielt er eine Ausbildung an Klavier und Orgel, in theoretischen Werken beschäftigte er sich mit Händel und Telemann. 1751, im Jahr seiner Heirat mit der italienischen Sängerin Emilia Molteni, wurde er Hofkomponist Friedrichs II. von Preußen, komponierte Opern und Kirchenmusik. Von 1759 bis zu seinem Tod 1774 war er preußischer Hofkapellmeister.

Mit seiner 1757 erschienenen "Anleitung zur Singkunst" knüpfte Johann Friedrich Agricola an die überaus erfolgreichen Lehrwerke von Johann Joachim Quantz ("Versuch einer Anweisung die Flöte traversière zu spielen", 1752) und Carl Philipp Emanuel Bach ("Versuch über die wahre Art das Clavier zu spielen", 1. Teil 1753) an. Wie diese Autoren gehörte auch der Komponist, Sänger und Publizist Agricola zu jenem Kreis aufgeklärter Musiker am preußischen Hof, die den öffentlichen Diskurs über Fragen der Musik in Berlin prägten. Die "Anleitung zur Singkunst" stellt im Kern die Übersetzung der "Opinioni de' cantori antichi e moderni" des italienischen Kastraten Pier Francesco Tosi aus dem Jahr 1723 dar, doch geht Agricola weit über Tosi hinaus. Den meist sehr knappen Ausführungen des Originals fügt er nicht nur zum Teil weit ausholende Kommentare hinzu, sondern veranschaulicht Tosis Hinweise auch mit einer Vielzahl von Notenbeispielen.

Landkreis:
Altenburger Land

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