Dor Torm vun Stiemts
D-04626 Großstöbnitz
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Stiemts bei Schmelle, leet an der Sprutte
‘s is e Dorf wie annre oo,-
blus dar Karchtorm, wie zim Sputte,
ne wie stieht denn dar bloß do?

Su‘ne schiefe Karchtormspitze,
nu wenn die mich nich verkohlt,
wor dar früher nich wie itze,
jedenfolls, do word dorzohlt:

Früher wor dar karzengrode
un dor Stulz vun Kleen un Gruß,
bis uff e mol, dos wor schode,
worin Stiemts dar Teifel lus.

Be iner Huchzj, he dos Theoter,
worde Braut nich Jungfer mieh,
un dor gute Himmelvoter
kunnte doch ken Spoß vorstieh.

Pocht dan Karchtorm, toten rüttle
nu vorlauter Wut un Zorn,
un da is von dan Geschüttle
dann ehr Torm ganz schief geworn.

Heil nor nich!
denn‘s is zwor schode,
doch wie mer so sooche hiert,
ward dar Torm oo widder grode,
wenn‘s mo rimgedrieht possiert!

(Verfasser unbekannt )

Der Turm von Stöbnitz
(DIE ÜBERSETZUNG)

Stöbnitz bei Schmölln, liegt an der Sprotte
Es ist ein Dorf wie andere auch, -
bloß der Kirchturm, wie zum Spotte,
nein wie steht denn der bloß da?

So eine schiefe Kirchturmspitze,
nun wenn die mich nicht verkohlt,
war der früher nicht wie jetzt,
jedenfalls, da wurde erzählt:

Früher war er kerzengerade
und der Stolz von Klein und Groß,
bis auf einmal, das war schade,
war in Stöbnitz der Teufel los.

Bei einer Hochzeit, he das Theater,
war die Braut nicht Jungfer mehr,
und der gute Himmelsvater
konnte doch keinen Spaß versteh"n.

Pocht an den Kirchturm, rüttelt ihn
nun vor lauter Wut und Zorn,
und da ist von dem Geschüttel
dann der Turm ganz schief geworden.

Heul nur nicht!
Denn es ist zwar schade,
doch wie wir so schon hörten,
wird der Turm auch wieder grade,
wenn es einmal umgedreht passiert!

Landkreis:
Altenburger Land

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