Begräbniseiche
D-04626 Nöbdenitz
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Die Begräbniseiche ist eine der ältesten Eichen Deutschlands. Ihr Stamm hat unmittelbar über dem Boden einen Umfang von ca. 12 m, in Mannshöhe 8,30 m. Er ist hohl und wird durch eiserne Reifen zusammengehalten. Das Alter ist nicht bekannt. Es wird auf bis zu 2000 Jahre geschätzt. In der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts ist die Krone abgestürzt. Vor mehreren Jahren wurden einige Altäste eingekürzt. Die abschüssige, asphaltierte Straße entsorgt einen großen Teil der Niederschläge, die früher dem Baum zur Verfügung standen und wirkt sich auch auf das Kleinklima im Traufbereich des Baumes aus. Auch die Bodenqualität unter der Teerdecke entspricht nicht mehr den früher vorhandenen Bedingungen. Trotz des Verlustes von Krone und Kern lebt der Stamm weiter, wird alle Jahre wieder grün, trägt reichlich Früchte und ist mit seiner knorrigen, trutzigen Gestalt ein ehrwürdiges Naturdenkmal.
Der ausgehöhlte Stammtorso birgt im zentralen Wurzelbereich eine Begräbnisstätte. Der Altenburger Minister Heinrich Wilhelm von Thümmel hatte vor seinem Ableben das Innere der hohlen Eiche als seine letzte Ruhestätte ausgewählt. Er kaufte die kircheneigene Eiche und wurde am 3. März 1824 in der Eiche beigesetzt.

Der Legende nach soll die Wahl des ungewöhnlichen Begräbnisplatzes auf einen Ehestreit zurückgehen. Thümmel hatte u. a. mit der Errichtung zahlreicher Gärten und Parkanlagen sein gesamtes Vermögen verbraucht, so dass er schließlich mittellos wurde. Dadurch kam es immer wieder zu Streitigkeiten zwischen den Ehepartnern. Bei einem solchen Streit soll ihn seine Frau angeschrieen haben: „Ohne Heirat hättest du nicht einmal genug Land für dein Grab!“ Daraufhin kaufte der gekränkte Ehemann von der Pfarrei die Eiche, die sich im damaligen Pfarrgarten befand, um sie nach seinem Tode als Grabstätte zu nutzen

Ein alter Baum ist ein Stück Leben.
Er beruhigt. Er erinnert. Er setzt das sinnlos
heraufgeschraubte Tempo herab, mit dem man unter großem
Geklapper am Ort bleibt. Und diese alten sollen
dahingehen, sie, die nicht von heute auf morgen nach-
wachsen? Die man nicht nachliefern kann?
(Kurt Tucholsky)

Lage:
Neben der Pfarrei, am Wege nach Raudenitz

Landkreis:
Altenburger Land

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