Standort der
ehemaligen Synagoge
PL 97-400 Bełchatów
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Obwohl jüdische Bevölkerung in Belchatow seit dem 16./ 17. Jahrhundert belegt werden kann, haben sie die Entwicklung der Stadt erst ab dem 19. Jahrhundert stark beeinflusst als Belchatow urbanes Zentrum und wichtigster Textilstandort der Łódzker Region wurde. Neben den großen Textilfabriken von Mendel Tusk, Lejzor Warszawski und Jankiel Guderman wurden in dieser Zeit viele zweistöckige Gebäude errichtet, die den Hauptstraßen ihren urbanen Charakter gaben. Dank der finanziellen Unterstützung dieser Fabrikbesitzer konnte die Jüdische Gemeinde 1893 eine Synagoge aus Ziegelstein errichten. Der Bau hatte eine quadratische Grundfläche und besaß ein Giebeldach, aus dem sechs Wandpfeiler ragten, die in Zinnen abschlossen. Es war eine Hallenkonstruktion mit einem Mittelgang in Ost-West-Richtung, der parallel zur Straße des 19. Januar verlief und zu dem es zwei Treppenaufgänge gab. An der östlichen Giebelfront (mizrach) war eine Plakette angebracht, die entsprechend der Tradition nach Jerusalem wies. Direkt nach der Besetzung Belchatows durch die Deutschen wurde die Synagoge geschlossen. Die Büchersammlungen wurden verbrannt, die Jüdische Bevölkerung zunächst ghettoisiert und 1942 deportiert. Der Jüdische Friedhof in der Lipowa Straße wurde zerstört, die Grabsteine als Material für den Straßen- und Brückenbau verwendet. Die Synagoge wurde geplündert und, wie die Katholische Kirche, als Warenhaus genutzt. Nach dem Krieg im Jahre 1956 wurden die noch stehenden Außenmauern der Synagogenruine abgerissen - einige Jahre später wurden an dieser Stelle zweistöckige Wohnhäuser errichtet. Heute erinnern zwei Gedenktafeln an das Jüdische Leben in Belchatow.
(Quelle: http://www.shtetlinks.jewishgen.org/belchatow/synagogue.htm)

Landkreis:
Bełchatowski