Goetheeiche
D-99423 Weimar
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Im Sommer 1779 inszenierte Goethe jene berühmt berüchtigte Kreuzerhörung, bei der er unter einer Eiche auf dem Ettersberg den Schluss von Jakobis Roman "Woldemar" vorgelesen und improvisierend auf den Kopf gestellt, schließlich den Baum bestiegen und das Werk an dessen Stamm genagelt haben soll. Unter dieser Eiche soll Goethe außerdem oft gesessen und viele seiner Gedichte verfasst haben. Lange nach Goethes Zeit wurde diese Eiche dann als "Goethe-Eiche" bekannt. Bei der Errichtung des Konzentrationslagers Buchenwald auf dem Ettersberg im Jahre 1737, blieb die Goethe- Eiche beim Kahlschlag für den Bau des Lagers verschont. Vermutlich spielte der Hang der SS zur Eichensymbolik eine größere Rolle als ihre sentimentale Reminiszenz an Goethe. Während er Zeit des KZ's Buchenwald stand die Goethe-Eiche in der östlichen Barackenreihe, zwischen Häftlingsküche und Wäscherei. Die Häftlinge sahen in der Goethe-Eiche ein Stück unverletzte Natur und der Baum repräsentierte für sie eine positive Welt außerhalb des Lagers.

Ein alter Baum ist ein Stück Leben.
Er beruhigt. Er erinnert. Er setzt das sinnlos
heraufgeschraubte Tempo herab, mit dem man unter großem
Geklapper am Ort bleibt. Und diese alten sollen
dahingehen, sie, die nicht von heute auf morgen nach-
wachsen? Die man nicht nachliefern kann?
(Kurt Tucholsky)

Landkreis:
Weimar und Weimarer Land