Historische Holz-Wasserleitung
D-07580 Ronneburg
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Bis zum Jahre 1875 erhielt die Stadt Ronneburg ihr Wasser aus dem „Roten Berge“. Die Zuleitung erfolgte in einer doppelten Holzröhrenleitung, die im 17. Jahrhundert angelegt wurde. Anhaltende Dürre sowie ein Erdstoß im Jahre 1872, verursachten bedeutenden Wassermangel und die Gemeinde musste für reichlich Wasserzufuhr sorgen. Sie kaufte in den „hinteren Zellen“ (südlich des Reuster Berges) ein quellenreiches Grundstück an und leitete das Wasser des selben sowie das aus dem „Roten Berge“ und aus dem „vorderen Zellen“ in ein Wasserbassin, woraus mittels Röhrenleitung die Stadt nunmehr mit vorzüglichem Trinkwasser versorgt wurde.
Bekannt ist auch, das eine „Röhrenfahrt“ aus der ehemaligen „Sächsischen Mühle“ in das Schloss führte. Hier wurde das Wasser über Pumpen in das Schloss zu einem Überlaufbrunnen geführt.
Die Holzrohre waren natürlich nicht von langer Lebensdauer und es gab ständig Reparaturen. Der Wassermeister und Röhrenschieber Lange beschäftigte Tag für Tag einen Mann, der mit einem Handbohrer neue Wasserleitungsrohre aus wahrscheinlich einheimischen Hölzern bohren und fertigen musste.
Um den ewigen Reparaturen aus dem Wege zu gehen, wurden 1875 die alten Holzrohre zum Teil entfernt und durch eiserne Rohre ersetzt. Bei dieser Gelegenheit schloss man die „Zellenwasserleitung“ mit an.
Bei Tiefbauarbeiten in der Altenburger Straße (unterer Marktbereich) im Jahre 2003 konnten Fragmente einer mehr als 300 Jahre alten Wasserleitung geborgen werden.
Im Bereich der Altenburger Straße 4 fand man ein 2 m langes Holzstück in Form einer Halbschale mit gut erkennbarer Bohrung, in Höhe Hausnummer 8 ein 3 m langes Stück Holz (Baumstamm) mit beiderseitig gut erhaltenen Rohrflanschen. Funde dieser Art gab es bei Tiefbauarbeiten in den letzten Jahren schon im Marktbereich, in der Mühlenstraße, der Friedrichstraße und ebenso in der Brunnenstraße.
Teile dieser Wasserleitung sind im Heimatmuseum im Schloss zu sehen.
(Quelle:Festschrift 700 Jahre Stadt Ronneburg/Thür.)

Landkreis:
Gera und Landkreis Greiz