Sage des Klosters zu Schmölln
D-04626 Schmölln
->in Karte anzeigen

 

Zur Zeit des Kaisers Lothar lebte in Schmölln Graf Bruno aus dem Stamme der Markgrafen von Meißen. Er stiftete zu Ehren der Mutter Gottes in Schmölln ein Kloster, begabte dasselbige gar herrlich und legte Jungfrauen hinein. Als erste Äbtissin setzte er seine Tochter Garburgis ein. Nach deren Tode aber wollte das Klosterleben keinen glücklichen Fortgang nehmen. Da schaffte Graf Bruno die Nonnen ab und setzte graue Mönche in das Kloster. Weil diese aber ebenso schlecht Haus hielten, wie die Nonnen, bat er Bischof Udo von Naumburg, seinen Vetter, die grauen Mönche abzuschaffen und dafür Zisterzienser einzusetzen. Als diese hier etliche Jahre gehaust hatten, trägt sich‘s zu, dass ein vornehmer Slawe in Abwesenheit des Abtes gegen den Willen der Brüder einen Freund im Kloster zur Erde bestattet. Da der Abt bei seiner Rückkehr das vernimmt, lässt er den Toten, der in des Papstes Banne gewesen war, ausgraben und vor das Kloster werfen. Darüber wird der vornehme Slawe heftig erzürnt. Er nimmt ein Stück von dem Körper des Toten, wirft es in der Nacht durchs Fenster in die Kirche, zeigt sich sehr ungestüm und sucht den Abt, um demselben das Trinkgeld mit dem Schwert zu geben. Der Abt flüchtet mit den geängstigten Klosterbrüdern zu dem Bischof Udo, und mit dessen Genehmigung tauschen sie ihre Ländereien zu Schmölln gegen solche in der Gegend von Kösen ein. Hier errichten sie im Jahre 1120 das damals weitberühmte Kloster Pforta.

Landkreis:
Altenburger Land

Weiterführende Texte: