Teufelslöcher
Jena
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Es handelt sich um eine geologische Besonderheit im Gebiet um Jena. Die Teufelslöcher sind Höhlen in fossilfreien Gipsen. Sie entstanden teilweise durch den Gipsabbau des Menschen in diesem Gebiet (rechter Höhleneingang) und wurden im weiteren Verlauf durch die Kraft des Wassers (Erosion) erweitert. Der hier abgebaute Alabaster wurde um 1800 zum Bau des neuen Residenzschlosses in Weimar verwendet. Im 2. Weltkrieg nutzte man die Höhlen als eine Lagerstätte für Obst, Gemüse und sonstiges. Die Teufelslöcher wurden 1319 erstmals erwähnt und sind damit die ältesten urkundlich erwähnten Höhlen in Thüringen. 1963 wurde das Gelände als Flächennaturdenkmal unter Schutz gestellt. Die durch die Auslaugung entstandene Faltung der 20 bis 40 m mächtigen fossilfreien Gipse erregt sehr schnell die Bewunderung des Betrachters.

Gleich neben den Höhleneingängen an der Grenze zum darunter liegenden Sandstein entspringt eine Quelle. Sie ist stark kalkhaltig und enthält etwas Bittersalz, das dem Wasser einen markanten Geschmack verleiht. Im Bereich des Quellaustrittes konnten sich im Laufe der Jahre Kalksinterablagerungen bilden. An den Teufelslöchern beginnt der Heimatkundliche Lehrpfad und nahe diesem ca.100 m nördlich an der Lichtenhainer Störung der Zweite Geologische Lehrpfad von Jena. Die „Lichtenhainer Störung“ ist eine markante geologische Störung am Hangbereich. Dort tritt im gleichen Niveau der Chirotheriensandstein zu Tage.
Bekannt sind die Teufelslöcher vor allem auch für die hier lebenden Fledermausarten. Besonders sind die vom Aussterben bedrohte Kleine Hufeisennase, die Mopsfledermaus sowie das Große Mausohr zu erwähnen. Daneben ziehen sich auch Steinmarder und Insekten gern in die Höhlen zurück.

Lage:
am Fuße der Kernberge

Landkreis:
Jena und Saale-Holzland-Kreis

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