Warenhaus Hermann Tietz
Sorge 23
D-07458 Gera
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Hermann Tietz (1837 -1907 ) stammte aus einer deutsch-jüdischen Kaufmannsfamilie. Tietz setzte die Idee des Warenhauses als einer der Ersten in Deutschland um und gründete die später als „Hertie“ bekannte Warenhauskette. Das erste von Hermann Tietz finanzierte Warenhaus eröffnete der Neffe Oscar Tietz 1882 in Gera. Es nannte sich „Garn-, Knopf-, Posamentier-, Weiß- und Wollwarengeschäft Hermann Tietz“ und hatte bereits einige Merkmale moderner Warenhäuser, wie festgelegte Preise, keine Stundung oder Anschreiben und ein vielfältiges, branchenübergreifendes Angebot. Durch zwei Um- und Erweiterungsbauten in den Jahren 1912 und 1925 vergrößerte sich die Verkaufsfläche – nun gab es Erfrischungsräume, Aufzüge und Schlussverkäufe. Große luxuriöse Warenhauspaläste sollten den Kunden ein wahres Einkaufserlebnis bieten. Es kamen weitere Filialen in anderen deutschen Städten hinzu, unter anderem in Berlin. 1927 entwickelte sich die Firma zum größten europäischen Warenhauskonzern mit 13.000 Beschäftigten und einem Umsatz von 300 Millionen Mark. Alle Unternehmen der Familie Tietz wurden im Dritten Reich von den Nationalsozialisten erst arisiert und später enteignet, die jüdischen Besitzer flohen ins Ausland.
Das Kaufhaus Gera soll nach jahrelangem Leerstand auf drei Geschossen zur modernen Verkaufsstätte revitalisiert werden.

Landkreis:
Gera und Landkreis Greiz