VIA REGIA Wegführung in Erfurt
Erfurt
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Die „Erphesfurt“, die Furt durch die Erph, gab der Siedlung im 8. Jahrhundert ihren Namen. Das 741/42 von Bonifatius gegründete Bistum wurde noch zu Lebzeiten des Gründers mit dem Bistum Mainz vereinigt. Die günstige Lage im Herzen Deutschlands, im fruchtbaren Thüringer Becken und am Schnittpunkt wichtiger Handelsstraßen war die Voraussetzung dafür, dass Erfurt im Mittelalter zu einer der wohlhabendsten, volkreichsten und geistig führenden Städte Deutschlands heranwuchs. Hier kreuzten sich zwei wichtige Handelsstraßen. Die aus dem Süden kommende führte von Nürnberg zur Nord- und Ostsee, die aus dem Westen von Frankfurt kommende führte über Leipzig und Breslau nach Polen und weiter nach Osten. In einem Vertrag vom 22. Mai 1252 wird diese Straße als „via regia lusatiae“ bezeichnet. Besonders die West-Ost-Verbindung, der Handel zwischen Germanen und Slawen war für die sich entwickelnde Ansiedlung einträglich. Die VIA REGIA führte durch die Brühler Tore, über den Markt am Domplatz, durch die Marktstraße zum Fischmarkt, weiter über die Krämerbrücke und den Wenigemarkt, vorbei an der Kaufmannskirche und verließ die Stadt durch die Krämpfertore.
Ursprünglich führte die Straße VIA REGIA von Westen kommend durch das Lauentor. Es war in die westlich gelegene erste Ringmauer der Stadtbefestigung integriert. Es lag vermutlich in dem Bereich, wo es wegen der hier vorhandenen Topografie keinen zweiten, äußeren Mauerring gab und stellte deshalb einen kritischen Punkt in der Befestigung dar. Die Stadt kaufte das Tor 1235 von den Grafen von Gleichen und vermauerte es im Jahre 1303. Die alte Handelsstraße VIA REGIA, die hier ihren Eingang zur Stadt hatte, wurde nach dem Brühler Tor verlegt. 1873 wurde die Festungseigenschaft Erfurts durch Reichsgesetz aufgehoben. In den Folgejahren wurden die alten Stadtmauern und Wälle beseitigt, 1874 erfolgte der Abbruch des Brühler Tores. Seit 2002 ist der Standort des Brühler Tores in der Brühler Str. wieder visualisiert.
Das innere Krämpfertor wurde 1375 erbaut, nach mehreren Umbauten und Erweiterungen wurde 1828 der Torturm um zwei Etagen zurück gebaut, 1878 wurde das Tor schließlich abgebrochen.
(Abb. links: Äußeres Brühler Tor
rechts: Inneres Krämpfertor)

Landkreis:
Landeshauptstadt Erfurt