Velsbachstein
D-99817 Eisenach
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Es gibt zwei Deutungen zu Entstehung des Steines.
Zur Benennung "Velsbach-Stein":
Nach dem Aussterben der Ludowinger-Dynastie als Landgrafen von Thüringen kam es zum Bürgerkrieg. Die Eisenacher Stadtpatrizier wollten die Landesherrschaft abschütteln und Eisenach zur Reichsstadt ernennen lassen. Die Wettiner waren die nach ihrer Ansicht rechtmäßigen Erben der Landgrafen und besetzten gleich die Wartburg, diese wurde durch Belagerungsburgen (Eisenacher Burg, Frauenburg, Metilstein und die Stadt Eisenach) fast völlig eingeschlossen. Trotzdem siegten die Wettiner und nahmen Rache an den Anführern der Gegner. In Eisenach wurde besagter Velsbach besonders bestraft. Er war starrsinnig und wollte keinen Treueschwur auf die Wettiner leisten, deshalb fand an ihm ein Exempel statt. An der o.g. Stelle, wo die Ü-Kamera steht war um 1263 eine Art Katapult (eine sogenannte Blide) der Wartburg aufgebaut. Velsbach hat man mit diesem Katapult der Legende nach 3 mal durch die Luft geschleudert (jeweils ca. 100m) bis er zu Tode kam.
Zur Benennung "Heiligenstock":
Die Wohltaten der Hl. Elisabeth bestanden auch in der Stiftung von Hospitälern und Armenspeisungen. Etwa 200m oberhalb der "Eselsstation" findet man den Elisabethplan, hier stand ein kleines Franziskanerkloster welches von der Hl. Elisabeth begründet wurde und bis Anfang. 16. Jh. bestand. Ausgrabungen förderten im Jahre 2006 Grundmauern, diverse Funde und einige Skelette zu Tage.
Der Heiligenstock befand sich im 18. Jh. noch in Flurkarten nachweislich an der Wegkreuzung gegenüber der Eselsstation. Er war der letzte Sammelpunkt für die in kathol. Zeit stattfindenen Prozessionen zur Klosterkapelle des Elisabethplan-Klosters und / oder Wartburg.
Der Velsbachstein ist von der Machart als Unterteil eines solchen Heiligenstocks anzusprechen, deshalb vermutet man heute, dass der Velsbachstein im 19. Jh. als man die Wartburggeschichte wieder intensiver untersuchte und auch alle möglichen "Sehenswürdigkeiten" um die Wartburg in die Landschaft "hineinkomponierte" diesen Heiligenstock-(Rest)-Stein an den Fleck stellte, wo vorher der Velsbachstein stand.
Der Velsbachstein ist als Flurdenkmal registriert und steht unter Denkmalschutz.
(Quelle: www.suehnekreuz.de)

Lage:
Es führt von Eisenach eine geteerte Straße hinauf zur Wartburg bzw. zum Wartburghotel die im obersten Abschnitt von einem Schlagbaum am Parkplatz unter der Burg abgesperrt wird. Man geht diese (gesperrte) Straße bis etwa 50m vor der letzten Kehre ("Droschkenwendeplatz") hinauf, links steht ein Lichtmast mit Ü.-Kameras und daneben kommt ein Fußweg mit Treppen von unten von der "Eselsstation" herauf. Ca. 50-60 Schritte vor dieser letzten Biege findet man den Stein in schräggeneigter Lage.

Landkreis:
Eisenach und Wartburgkreis