ehem. Synagoge Geisa
Am Schlossberg
D-36419 Geisa
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In Geisa gab es eine jüdische Gemeinde seit dem 18. Jahrhundert. Doch waren bereits im 16. Jahrhundert einzelne Juden in der Stadt anwesend. 1582 beschwerte sich die Bürgerschaft von Fulda, Hammelburg, Geisa und Brückenau beim Fürstabt von Fulda über den "Wucher und andere Untugenden der Juden" und forderten deren Ausweisung. 1671 erfolgte vermutlich die Ausweisung der Juden aus der Stadt. Im Laufe des 18. Jahrhunderts zogen wieder jüdische Personen zu. Die Synagoge wurde anstelle eines abgebrannten Vorgängerbaus 1861/62 erbaut. Nach 1933 traf auch die Juden in Geisa die nationalsozialistische Entrechtungs-, Verfolgungs- und Vernichtungspolitik. Bis Anfang 1939 wurden alle noch bestehenden jüdischen Geschäfte "arisiert". In der Pogromnacht im November 1938 wurden unter Führung von SA-Leuten die jüdischen Geschäfte demoliert, die Auslagen geplündert und die Synagoge zerstört. Die Ruine wurde 1940 abgerissen. 1942 bis Januar 1945 wurden etwa 20 jüdische Einwohner deportiert. Sieben von ihnen überlebten und kehrten vorübergehend nach Geisa zurück, wanderten jedoch bis Ende 1948 aus. An der Stelle der ehemaligen Synagoge steht seit 1988 ein Gedenkstein.
(Quelle: www.alemannia-judaica.de)

Landkreis:
Eisenach und Wartburgkreis

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