Unweit des Hörselberges auf dem Weg von Kahlenberg nach Melborn entspringt eine kleine frische Quelle, die man das Jesusbrünnlein nennt. Einst hütete ein Schäfer auf dem Hörselberg in drückender Sonnenglut. Es war so heiß, dass er und seine Herde fast verdursteten. Alle Quellen und Brunnen, die er in der Umgebung kannte, waren ausgetrocknet oder versiegt. Wohin er auch sah, er fand kein Wasser. In so großer Not fiel er auf die Knie nieder, sammelte seine vom Durst verwirrten Gedanken und flehte den barmherzigen Heiland an, ihm zu helfen. Und siehe, seine Bitte wurde erhört. Plötzlich rieselte aus dem Fels neben ihm ein frischer und kühler Quell. Er labte den Hirten und seine dürstende Herde. Nie wieder versiegte diese Gnadenquelle und trägt den Namen Jesusbrünnlein noch heute.