Der Burbacher Pass

Nach dem Überqueren der Hörsel an einer Furtstelle nahe der Brücke zwischen Rehhof und Seehof kreuzte die Straße zunächst die alte „via regia". Diese war einst eine bedeutende Heerstraße und zugleich die Hauptstraße für den Ost-West orientierten Verkehr in Thüringen. Im Abschnitt zwischen Kahlenberg und Sättelstädt besaß die Straße noch den Namen „Der Stieg". Wir folgen aber unserer Passstraße, die nun zunächst weiter entlang der heutigen Straße nach Burbach führte. Kurz vor der Gartenanlage zweigt ein noch deutlich erkennbarer Hohlweg in Richtung Norden ab. Dieser Hohlweg ist nun der erste noch sichtbare Rest der alten Straße. In einem großen Bogen zog sich nun die alte Straße am Hang entlang in Richtung Burbacher Pass hinauf, sie erreichte etwa 100 m weiter westlich von der Unterquerung die heutige Autobahntrasse (ein Heckenstreifen markiert diese Stelle). Es folgt der steile, aber relativ kurze Anstieg bis hinauf zum Kammweg. Deutlich lassen sich im Unterholz rechter Hand des Fahrweges Hohlwege verfolgen, dicht unterhalb der Kreuzung am Pass sind es sogar 4 nebeneinander liegende Fahrrinnen.

Diese Rinnen entstanden, weil die Fuhrleute an den steilsten Abschnitten beim Hinabfahren mit ihren Fuhrwerken durch Schleifhölzer eine zusätzliche Bremswirkung erzielen mussten; andernfalls hätten die Zugtiere und die einfachen Bremsvorrichtungen an den Fuhrwerken für eine sichere Talfahrt nicht ausgereicht. Durch diese Schleifhölzer, durch die Räder und die Hufe der Zugtiere wurde ständig Boden gelockert und durch Niederschlagswasser talwärts gespült, was nach und nach zur Ausbildung der Hohlwege führte. War ein Weg nicht mehr zu gebrauchen, dann wurde einfach am Rande ein neuer angelegt, nach und nach entstand so ein ganzer „Hohlwegfächer" bzw. ein „Hohlwegbüschel". Der Straßenverlauf führte dann weiter in Richtung Wenigenlupnitz, nahezu identisch mit dem heutigen Fahrweg. Einige Hundert Meter nördlich des heutigen Waldrandes kreuzte unsere Straße noch die sogenannte „Creuzburger Straße", die - ebenfalls Ost-West orientiert - das Nessetal entlangführt.

Heute belegen die alten Hohlwege (Geländemerkmale) die einstige Bedeutung des Burbacher Passes als historische Straßenverbindung, weshalb man sie als Bodendenkmal achten und schützen muß.

(Quelle: Festschrift 750 Jahre Kahlenberg)