Die Kirche St. Nikolai

Die im Mittelalter St.Nikolai genannte Kirche in Lichtenhain diente der Adelsfamilie und den Einwohnern des Dorfes, das dem Geschlecht seinen Namen gab, als gemeinsame Kirche. Der Name bezeichnet eine abgegrenzte Fläche, umzäunter Bereich (vielleicht von “Lichtenhagen” abgeleitet). Im Ort wechselten im Verlauf des Mittelalters häufig die Gerichtshoheiten und Besitztumsrechte, bedingt durch Erbteilungen und Lehenswesen. Lichtenhain gehörte im weiteren erst zum Herzogtum Jena, dann zum Herzogtum Sachsen-Altenburg (Amt Kahla), seit 1826 zum Herzogtum Sachsen-Meiningen (Amt Camburg, seit 1870 dann Amt Saalfeld).

Es handelt sich um eine steil proportionierte Saalkirche mit hohem Satteldach, unter Einbeziehung der Westteile eines romanischen Vorgängerbaues, vermutlich im Anfang des 15. Jh. entstanden. Ein kleiner, querrechteckiger Westturm ist dem Kirchenschiff wehrhaft aufgesetzt. An der Nordseite befinden sich niedrige Anbauten: neben der 1505 errichteten Sakristei ein kleiner Vorraum, der zusammen mit einer schmalen offenen Halle schon Anf.15. Jh. erbaut worden war. Interessant in diesem offenen Vorbau sind die spätmittelalterlichen Wandmalereien. Ihre Darstellungen beinhalten Szenen einer Armenbibel und sind ausgedrückt in der Bildersprache des späten Mittelalters.

Weitere Baubeschreibung:

Die beiden südlichen Kielbogenfenster sind in die Bauphase von 1505 einzuordnen, da die Form der geschweiften Spitze häufig in der Spätgotik vorkommt. Erwähnenswert ist der Altaraufsatz von 1723. Es handelt sich um einen Kanzelaltar, wie sie häufig in Thüringen anzutreffen sind. Ein davon erwähnenswertes und besonders reizvolles Detail ist die symbolhafte Darstellung der Gaben des Hl. Mahles unseres Herrn, die uns regelrecht aus dem offenen Himmel auf den Altar gereicht werden.

Im Zeitgeschmack der ausgehenden sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts erfuhr die Kirche einige Veränderungen an den Emporen. An dem noch erkennbaren Absatz im Mauerwerk zwischen den Fensterhöhen wurde die Empore aus Gründen der Raumproportionen entfernt.

(Quelle unbekannt)