Der Kanzel-Altar in protestantischen Kirchen

Mit der Reformation verliert der katholische Altar als Ort des „Leibes Christi“ in Form der Hostie im Tabernakel an Bedeutung. Die Aufwertung des Wortes im evangelischen Gottesdienst lässt der Kanzel größere Bedeutung zukommen. Die Auslegung des Wortes Gottes, die Predigt, tritt nun gleichberechtigt neben das Sakrament des Altars, das Abendmahl.

Der in der lutherischen Orthodoxie entstehende Kanzelaltar wird zu einem Ort, an dem die Gegenwart Gottes besonders deutlich ist. Das kommt bei der Predigt von der über dem Altartisch an Stelle des katholischen Tabernakels schwebenden Kanzel zum Ausdruck. Über dem Kopf des Pfarrers schwebt oft eine Taube als Zeichen für den Heiligen Geist, der aus seinen Worten spricht. In einem vollständigen Kanzelaltar erklingt auf der Orgel über dem Altar die gottesdienstliche Musik, getreu dem Wahlspruch von Johann Sebastian Bach: Soli Die Gloria (Zur Ehre Gottes).

Auf dem Altartisch liegt die Bibel (für das Wort Gottes), stehen das Kruzifix (für Jesus) und die Abendmahlsgeräte als Teller mit Hostien und Kelch mit Wein (als Zeichen der Verbindung mit Jesus).

In kleineren Dorfkirchen war aber hoch über der Kanzel oft zu wenig Platz und die Orgel wurde gegenüber dem Altar auf einer eigenen Orgelempore aufgestellt.

(Pfr. Christian Garbe)