Thalbürgel im Kirchspiel Bürgel, Superintendentur Eisenberg

Die Stiftung des Benediktinerklosters »Burgelin« im Tal der Gleiße, eines Nebenflusses der Saale, erfolgte im Jahre 1133. Es wurde vermutlich von Paulinzella aus mit Mönchen besetzt. An der Kirche St. Marien und Georg sind Hirsauer Reformeinflüsse erkennbar.

Die kreuzförmige Klosterkirche wurde als dreischiffige Basilika gebaut, der »Staffelchor« war fünfteilig: links und rechts vom eigentlichen Chor waren je ein kleiner Vorchor und eine Apsis angefügt. Die geplanten west­lichen Winkeltürme wurden niemals hochgeführt.

Nachdem das Kloster 1526 aufgehoben war, wurde ein Teil des herrlichen Gotteshauses zur Dorfkirche von Thalbürgel, das in der Umgebung des Klosters entstan­den war, und für sieben eingepfarrte Ortschaften. 1675 holte man aus dem unbenutzten Teil Steine für den Kirch­bau in Kleinlöbichau, 1678 einen Deckenbalken für die Kirche in Taupadel. Eine Uhr wurde 1666 angebracht, 1674 eine Orgel angeschafft.

1863 begann die Wiederherstellung, das nördliche Sei­tenschiff wurde 1869 wieder aufgebaut, der westliche Vierungsbogen als Abschlusswand gegen die Ruine der Ost­partie vermauert. Die Wiedereinweihung erfolgte 1890.

Bei der Renovierung von 1964 bis 1970 wurden die Einbauten des 19. Jahrhunderts (Orgel, Kanzel und Gestühl) entfernt, ein neuer Fußboden gelegt, die Steinteile in der Paradiesvorhalle konserviert, die Ostfenster neu verglast und schließlich die Ausmalung durchgeführt. Seit 1970 finden wieder Gottesdienste und Kirchenkonzerte in dem stilvoll erneuerten Raum statt.


BKD Weimar II i - Hans Schoder, Die Restaurierung der ehemaligen Klosterkirche Thalbürgel, in: Denkmale in Thüringen, Weimar 1973 - GH 1970Nr. 35; 1975 Nr. 11