Burg und Schloss Tenneberg
Im Westen wird die Stadt Waltershausen von Schloss Tenneberg überragt. Man vermutet auf dem Burgberg schon im 6. Jahrhundert eine Wallburg. Das Schloss wird 1176 erstmalig als Burg der Thüringer Landgrafen erwähnt. Wahrscheinlich hatte die alte Burg eine Kapelle, denn in der Sage vom Taufritt des Thüringer Landgrafen Friedrich I., „dem Freudigen“, spielte diese Kapelle um 1305 eine Rolle: Hierher brachte er während der Belagerung der Wartburg sein Töchterchen zur Taufe
(Johannes Rothe: Düringer Chronik).
Seit dem 14. Jahrhundert war die Burg Gerichtssitz für das Amt Tenneberg. Nach einem nicht erhaltenen Kaufbrief von 1391 erwarb der Landgraf Balthasar die Burg, um sie zu erweitern. Wie weit diese Umbauten gingen ist nicht geklärt, vermutlich fanden sie in den Jahren 1392 und 1393 statt, könnten danach also nicht allzu umfangreich gewesen sein. Die Burg, wie sie zu Balthasars Zeit bestand, sollte jedenfalls im 16., 17. und 18. Jahrhundert noch so oft und so gründlich umgebaut werden, dass heute von den ursprünglichen Gebäuden nur noch die Grundmauern mit den Kellern, die romanischen Ursprungs sind, erhalten sind.
(Löffler, Bd. I/1, S. 91 ff)
Seit 1521 finden sich in den Tenneberger Amtsrechnungen immer wieder Hinweise über Bauarbeiten an der Burg, die teilweise auch im Zusammenhang von Sturmschäden oder Befestigungsmaßnahmen standen. Eine bedeutende Verbesserung der hygienischen Verhältnisse war die Verlegung einer Wasserleitung; bisher musste das Wasser mit einem Esel geführt werden.
Im Jahre 1570 erreichten die Bauern, dass das Burgverlies umgebaut wurde; sie mussten jedoch die Kosten des Umbaus tragen. Der Bergfried war ein etwa 17 m hoher, annähernd quadratischer Bau (6,1 x 6,7 m) mit 1,5 - 2 m dicken Mauern, trug darüber noch ein 3 m hohes massives Rundgeschoss und dazu noch das „Häuslein“ des Wächterstandes. Auf dem Turm war auch die Glocke der Burgkapelle angebracht. Der Eingang des Bergfriedes lag sehr hoch über der Erde und war nur über eine lange Leiter zu erreichen. Der untere Teil des Turmes diente als Burgverlies. Es war ein lichtloser, enger, fast 9 m tiefer Schacht, oben mit einem Gewölbe abgeschlossen. Durch eine Öffnung des Gewölbes wurden die Gefangenen mit einer Winde hinuntergelassen oder heraufgezogen. Der Raum wurde kaum jemals gereinigt und ein "unleidlicher, tödlicher Gestank" stieg aus ihm auf.
(Löffler, Bd. I/1, S. 97 und S. 372 ff)
Johann Casimir: von Burg Tenneberg zum Schloss Tenneberg
1586 übernahm Herzog Johann Casimir von Sachsen-Coburg die Regierung. Er war ein leidenschaftlicher Jäger und kam fast alljährlich auf den Tenneberg, um in seinen Wäldern zu jagen. Die Folge der Besuche waren viele baulichen Veränderungen und die Umgestaltung der Burg zum Schloss.
Der Umbau von 1588 - 1590
Sein neuer Forstmeister war zugleich Amtmann und als er die Schösserwohnung auf dem Schloss bezog, wurde diese beträchtlich erweitert. Ein neues Geschoss wurde über der Kapelle errichtet, dabei erhielt die dicke Südostmauer ihre drei Paar Zwillingsfenster. Als Aufgang zu dieser "neuen Stube" wurde in der südlichen Hofecke statt der alten Holzstiege ein Treppenturm mit einer Schnecke erbaut. Dieser Treppenturm besteht noch heute, wurde allerdings beim großen Umbau von 1617 - 1622 verändert und in den Baukörper mit einbezogen. Die Oberlaube, die vom Turm zu der über der Torfahrt liegenden neuen "oberen Amtsstube" führte, wurde in eine geschlossene Galerie umgewandelt. Die neuen Gebäudeteile wurden als solide und aufwändige Steinbauten ausgeführt. Das Dach dieses Amtshauses bekam 1589 noch ein Steigerhäuslein mit einer neuen Uhr und zwei Schlagglocken.
Mit den Veränderungen, die in dieser Zeit auch an der herzoglichen Wohnung und an den Wrtschaftsgebäuden des Vorhofes erfolgten, hatte sich die Burg nun zur Jagdresidenz gewandelt. Pferdeställe gab es im ganzen Erdgeschoss des Nordwestflügels, im Erdgeschoss des Kornhauses und auf der hinteren Seite des Vorhofes. Die Ställe, gewöhnlich wohl meist leer, füllten sich, wenn der Herzog mit seinem Tross zur Jagd kam; es gab Platz für 60 bis 70 Tiere.
(Löffler, Bd. 1/1, S. 376 ff)
Der Renaissanceumbau von 1612 - 1622
Johann Casimir war nicht nur von der Jagdleidenschaft besessen, sondern auch von der Bauleidenschaft. Seine Bauten geben noch heute der Stadt Coburg das Gepräge. Um mehr Raum für seine Hofhaltung auf der Burg Tenneberg zu gewinnen und den Ansprüchen einer fürstlichen Hofhaltung zu genügen, ging er nun an den gründlichen Umbau der Burg zum Schloss.Zunächst wurden der Forstmeister und das Jagdzeug ausquartiert. Für den Forstmeister (durch eine Änderung der Verwaltungsstruktur waren Forstmeister und Amtmann wieder getrennte Ämter geworden) wurde ein neues Gebäude an der Südgrenze der Langenhainer Flur, an der Laucha gelegen, errichtet. Ein "Fürstliches Wildzeughaus" wurde zunächst vor dem Walterhäuser Waldtor gebaut, und, nachdem ein Sturm es zusammengeworfen hatte, am gleichen Platz auch nochmals neu errichtet. Es stürzte aber 1612 ein zweites Mal zusammen. Schließlich wurde 1613/14 ein drittes Zeughaus, diesmal aber am Nordostabhang des Burgberges, aufgeführt und auf solide Steinfundamente gesetzt.
Danach wurde die Ausstattung des Schlosses gründlich erneuert: Möbel, Himmelbetten, Nürnberger Tischgerät aus Zinn, Küchengeräte aus Kupfer, "Brauerkrüge", Messingleuchter, gläserne Laternen vor die Türen, weißes Leinen für Tischtücher, grüne "Tafelteppiche" usw., usw. Die Federbetten musste die Walterhäuser Brauerschaft seit je und auch weiterhin herleihen und jedesmal beim Besuch des Fürsten aufs neue hoch zum Schloss bringen.
Der Hauptschmuck der Herzogswohnung waren – außer Hirschgeweihen und Bärenköpfen – die Jagd- und Tierbilder, die Johann Casimir nach jeder Jagdsaison anfertigen ließ.
(Löffler, Bd. I/2, S. 1 - 6)
1612 ging Johann Casimir schließlich an den eigentlichen Umbau des Schlosses; Grund war wohl, dass der Tenneberg Witwensitz seiner zweiten Frau werden sollte.
Zuerst wurde das Tor in damals modernster internationaler Spätrenaissance gestaltet. Der Waltershäuser Steinmetz Valtin Trautvetter richtete die 850 Werkstücke aus Seeberger Sandstein her, aus denen der Coburger Meister Claus Keyser mit seinen Gesellen in sechs Wochen das heutige Portal schuf.
Damit das neue herrschaftliche Portal für das einfache Volk nicht offen gehalten werden musste, wurde an der Schlossrückseite ein neuer Treppenturm gebaut, dessen Innentür sich auf den Vorplatz öffnete. Von der etwa 7 m hoch gelegenen Außenpforte führte eine Holztreppe in den Zwinger hinunter. In die äußere Burgmauer wurde ein rundbogiger Eingang gebrochen (Westausgang). Die Außen- und Hofwände des Gebäudes wurden mit gelber Farbe getüncht, die Fensterläden grün gestrichen, die Burgmauer mit Ziegeln behängt.
Ab 1614 erfolgte dann der allmählich immer weiter um sich greifende Umbau des Gesamtgebäudes, der sich bis 1622 hinziehen sollte. Bauleiter war der Coburger Maler und Architekt Peter Sengelaub, die Maurer- und Steinmetzarbeiten wurden zunächst von Claus Keyser und dann von Valtin Trautvetter ausgeführt. Das Bauen begann auf der Hofrückseite, wobei sämtliche Baulücken geschlossen wurden. Danach folgte der Umbau des Südost- und des Nordwestflügels, wobei ihre Fachwerkwände durch Steinmauern ersetzt und beide Flügel zu einem Gebäudekomplex vereinigt wurden. Im Nordostflügel wurde dabei die Reihe der Fürstenstuben im Oberstock verändert, die ihr Licht jetzt durch den Einbau zahlreicher großer Fenster von außen und nicht mehr nur von der Hofseite her erhielten. Wie schon der Südostflügel erhielt auch der Nordwestflügel noch ein Fachwerkobergeschoss. Als Aufgang zu diesen beiden Obergeschossen wurde neben den Bergfried ein zweiter Treppenturm gebaut, von dem zwei übereinander angeordnete Gänge an der Hofwand nach links liefen. Der untere vor den Ställen wurde als kreuzgewölbte Arkadenreihe aufgeführt, die mit Steinplatten gepflastert wurde.
1622 war der Umbau beendet und damit der Wohnraum auf das doppelte vermehrt. Danach beschränkten sich die Bautätigkeiten wieder auf die nötigsten Reparaturen.
(Löffler, Bd. I/2, S. 6 - 14)
Bautätigkeiten unter Ernst I. und Friedrich I.
1640 nutzte Ernst I., „der Fromme“, bis zur Fertigstellung seiner Gothaer Residenz das Schloss als seinen Regierungssitz. Die Abneigung des Herzogs gegen das Festefeiern und allen unnötigen Luxus, seine Sparsamkeit im Großen und Kleinen waren sicher auch ein Grund dafür, dass außer notwendigen Reperaturarbeiten kaum etwas am Schloss gebaut wurde. 1643 ließ er jedoch die Inneneinrichtung der Kapelle zum Teil erneuern. Wenige Jahre später wurde die Kapelle dann allerdings als Pferdestall genutzt, da die Tiere im Stall des Vorhofes nicht sicher schienen.
In den sechziger Jahren begann dann wieder eine rege Bautätigkeit: Die Söhne des Herzogs wuchsen heran und zeigten Interesse am Schloss, es wurde wieder für fürstliche Besucher gerichtet. 1662 wurde ein neues, zweigeschossiges Gebäude zwischen Kornhaus und Küche eingefügt, gleichzeitig wurden alle Pferdeställe im Nordwestflügel zu Wohnräumen umgebaut. Die Schlossbrücke wurde erneuert und bekam statt der bisherigen Holzstützen zwei steinerne, durch Bögen verbundene Doppelpfeiler.
Die Hauptarbeit jedoch war 1666 - 1668 die Erneuerung des alten Kornhauses und der Kapelle. Das Kornhaus wurde abgerissen und völlig neu aufgebaut, dabei wurde fast das ganze Geschoss über dem Marsstall zu einem großen Saal für höfische Gesellschaften vereinigt. Auch die Kapelle wurde wieder hergerichtet: Zu den beiden schon vorhandenen Emporen wurde noch eine dritte eingebaut und neu ausgemalt. Nachdem sie so, wie die lateinische Inschrifttafel von 1721 hinter dem jetzigen Altar vermeldet, "aus einem Pferdestall in einen Schafstall Christi" verwandelt worden war, wurde sie 1667 als "Glaubens-Schul" feierlich geweiht ("Aediculam … e stabulo equorum / in ovile Christi transformatorum / & scholae fidei nomine insignatum."). Zur besseren Sicherung des Westausgangs wurde schließlich noch zwischen Turmpforte und Außentreppe eine kleine Zugbrücke eingebaut. Ihre Kragsteine sind heute noch zu sehen. Steinmetzmeister für die Arbeiten war Peter Koch, ein Tiroler. Infolge des Dreißigjährigen Krieges gab es in Deutschland fast keine qualifizierten Steinbauhandwerker mehr; von nun an sollten alle einschlägigen Arbeiten am Schloss für ein halbes Jahrhundert lang durch Tiroler Meister ausgeführt werden.
Dem Nachfolger Friedrich I. genügten die von seinem Vater vorgenommenen Veränderungen. Er lies sich jedoch ein Bad einbauen und eine Reihe von Verschönerungen machen, die vor allem den Malern Arbeit gaben.
Eine wichtige Bauarbeit gab es allerdings: 1683 wurde der Schlossturm umgebaut. Sein Gewölbe wurde herausgebrochen und durch ein Kreuzgewölbe ersetzt. Dann wurde der gesamte Oberbau, Turmhaube, Zwölfeckgeschos und Rundgeschoss, abgerissen, so dass allein der mittelalterliche Bergfried stehen blieb. Darauf wurde nun eine wuchtige Barockhaube gesetzt, die noch eine Laterne mit einer kleinen Kuppel trug. (Die Abbildung auf dem "Grundriß" von 1709 ist trotz seiner Kleinheit die Beste jener Zeit).
(Löffler, Bd. I/2, S. 143 - 147)
Friedrich II.: Der Barockumbau von 1718 - 1730
Nach dem frühen Tode Friedrichs I. hörten die Bautätigkeiten zunächst auf. Nach der Volljährigkeitserklärung durch den Kaiser konnte sein Sohn Friedrich II. von Sachsen-Gotha-Altenburg selbstständig die Regierungsgeschäfte übernehmen. Friedrich II. war ein prunkliebender Barockfürst, dessen Hofhaltung und dessen stehendes Heer Unsummen verschlangen. Drei Quellen flossen für ihn:
die von seinen Untertanen erpressten Steuern; die Subventionen, die ihm Ludwig XIV. für politische Hilfeleistung im Spanischen Erbfolgekrieg erwies und dem er nacheiferte; die Vermietung seiner Soldaten an ausländische Fürsten.
Wie sein Vater hielt er häufig auf Schloss Tenneberg Hof und gedachte es seiner Frau Magdalene Auguste (geborene Prinzessin von Anhalt-Zerbst, 1679 - 1740) als Witwensitz zu. Dafür schienen Umbauten und Verschönerungen notwendig.
(Löffler, Bd. I/2, S. 215 f und wikipedia)
Diese neue und letzte Bauperiode am Schloss begann 1713/14 und sollten dem jetzigen Schloss den besonderen Charakter geben: das einheitliche Dach mit den Türmchen, das Treppenhaus, der Festsaal und die Schlosskirche. Architekt und Leiter der Arbeiten war bis 1721 der herzogliche Baudirektor Wolf Christoph Zorn von Plobsheim, von dem auch die Waltershäuser Stadtkirche stammt. Als Baufachmann war ihm der Gothaer Baumeister Ehrhardt Straßburger unterstellt, die Maurer- und Steinmetzarbeiten wurden dem Tiroler Peter Jelly, die Zimmererarbeiten dem Walterhäuser Meister Martin Möhlis anvertraut. Bei der Arbeit wurden die Frondienste der Amtsuntertanen ausgenutzt, die sich, nachdem sie ihre Verpflichtungen für über ein Jahr im Voraus erfüllt hatten, weigerten und schließlich bezahlt werden mussten. Einen Teil des Baumaterials gewann man durch den Abbruch der mittelalterlichen und jetzt überflüssig erscheinenden Teilen der alten Burg: dem Bergfried und der Burgmauer.
Begonnen wurde mit der Anfertigung einer neuen Zugbrücke, beendet wurden die Arbeiten 1730 mit dem Aufstecken von Knopf und Fahne auf das neue, schieferbeschlagene Uhrtürmchen über der Torfahrt. Die ganze Bausubstanz wurde auf das gründlichste verändert und bekam ihre heutige Gestalt.
Der Festsaal (1719), einer der drei erhalten gebliebenen Barockräume, und die Umgestaltung der Schlosskapelle im Barockstil (1721) gehören dabei zu den eindrucksvollsten Veränderungen.
(Löffler, Bd. I/2, S. 216 - 223)
Der barocke Festsaal
Im Südostflügel wurde für die Herzogin der große Saal von 1666/68 völlig neu gestaltet. Durch eine neue Decke, als hölzernes Spiegelgewölbe ausgeführt und hoch in den Dachraum des neuen Walmdaches gerückt, erhielt er fast die doppelte Höhe als vorher. Auf beiden Seiten erhielt der Saal je sieben Fenster, die in so tiefen Nischen liegen, dass die schmalen Mauerstücke zwischen ihnen das Aussehen von Pfeilern annahmen. Davor wurden Pilaster gestellt und je vier ebensolche teilen die Schmalseiten, deren Mitten durch einen Kamin betont werden, während rechts und links davon Türen in Nebenräume führen. Zwei starke Gesimse aus Stuck wurden ringsum gezogen, eins über den Pilastern, das andere als Rahmen des Deckenspiegels, den Johann Heinrich Ritter mit seinem eindrucksvollen Fresko ausmalte. (Ritter malte auch die Decke der Waltershäuser Stadtkirche aus). Durch die gewaltige Perspektive der gemalten Architekturkulisse entsteht die optische Täuschung einer Hochführung des Saales bis in den offenen Raum, in den eine berauschende Vision gemalt ist.
Die Pracht des Raumes wird noch gesteigert durch die ringsum an den Pilastern angebrachten zwanzig Skulpturen des Gothaer Bildhauers Jacob Christoph Biedermann und durch ein Ensemble über dem Kamin mit der Büste der Herzogin. Die allegorischen Büsten stellen die Monate, Jahreszeiten und Elemente dar.
(Löffler, Bd. I/2, S. 219 f)
Die Schlosskapelle
Gleichzeitig mit dem Saalbau entstand auch die neue, auf fast das Doppelte vergrößerte Schlosskapelle. Dazu musste die südliche Schmalwand des Kapellenbaues aufgebrochen, das Gewölbe des hinter ihr liegenden Kellers entfernt und der Kellerraum durch Weghauen des anstehenden Felsens erweitert werden, so dass Raum für ein Untergeschoss entstehen konnte und die Kapelle jetzt zweigeschossig ist. Sie hatte jetzt statt des bisherigen trapezförmigen einen rechteckigen Grundriss bekommen. In die Wände wurden neue große Fenster gebrochen. Im Innenraum tragen zwölf Pfeiler eine ringsum laufende Empore. Die Decke wurde wieder von Johann Heinrich Ritter ausgemalt. Nachdem Altar, Kanzel und Orgel eingebaut waren, wurde die Kirche 1721 eingeweiht und die letzte große Bauperiode auf dem Schloss hatte ihr Ende gefunden.
(Löffler, Bd. I/2, S. 220 f)
Veränderungen danach
Nach dem Tode Friedrichs II. nahm seine Witwe Magdalena nicht auf dem Tenneberg, sondern auf dem Schloss zu Altenburg Wohnung; Schloss Tenneberg fehlte ein Park, der im 18. Jahrhundert un- bedingt zu einem eleganten Schloss gehörte und schließlich wurde auch der barocke "Schwulst" altmodisch. 1754 wurde die alte Brücke durch den heutigen soliden, dreibogigen Steinbau ersetzt. Der Westausgang wurde für immer verschlossen.
Am 9. September 1815 weilte mit Herzog August und großem Gefolge zum letzten Mal ein Fürst auf dem Schloss. 1817 wurde die noch vorhandene Bettwäsche fortgebracht und die Gemälde und Jagdtrophäen wurden im Gothaer Schloss aufgehängt.

(Jürgen Hör nach Sigmar Löffler, Geschichte der Stadt Waltershausen, und nach Auskünften)

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