Das Renaissanceschloss zu Ponitz

Der früheste bekannte urkundliche Nachweis eines Ritters von Ponitz ist in einer Urkunde zu finden, die den Erwerb der Vogteirechte über die Kirche Remse betrifft. In dieser Urkunde aus dem Jahre 1254 wurden als Zeugen Hugo de Zygilheim, Heinricius de Cophungen, Otto de Winckel, Friedericius de Ponicz und Hugoldus de Alhamstorph benannt.

Heinrich von Ende verkaufte das Schloss 1568 für 30 000 rheinische Gulden an Abraham von Thumbshirn. Abraham von Thumbshirn war Rat des Kurfürsten August von Sachsen und Hofmeister der Kurfürstin Anna. Als Visitator der Kurfürstlichen Vorwerke verfasste er auch eine ökonomische Schrift: „Oeconomia, oder nothwendiger Unterricht vom Haushalten".

Unter Abraham von Thumbshirn begann der Umbau des Schlosses im Stil der Renaissance, in dem es heute noch erhalten ist.

1643 wurde der Enkel von Abraham Thumbshirn, Wolfgang Conrad, von Herzog Friedrich Wilhelm II. von Sachsen-Altenburg mit Ponitz beliehen.

W. C. v. Thumbshirn wurde 1639 als „Hof- und Justitzrat“ in Altenburg angestellt, wo er, besonders in diplomatischen Geschäften erprobt, bis zum Geheimrat und Kanzler stieg. Von 1647 bis 1649 leitete er während der Friedensverhandlungen zur Beendigung des 30-jährigen Krieges das „Directorium im evangelischen Fürstenrathe zu Osnabrück“. Als fürstlicher Bevollmächtigter hat er am 14. Oktober 1648 das „instrumentum pacis“ , den Friedensvertrag von Münster und Osnabrück, mit unterzeichnet. Damit fand eine lange Leidenszeit in ganz Europa ein friedliches Ende, das von allen Menschen mit Freude begrüßt wurde.

Wolfgang Conrad von Thumbshirn starb am 24. November 1667 in Altenburg.

1821 ging das Rittergut in bürgerliche Hände über, bis es nach mehreren Besitzerwechseln im Jahre 1945 im Rahmen der Bodenreform enteignet wurde. Seit dieser Zeit befindet es sich in der Verwaltung und mit der Vermögenszuordnung nach der Wende im Besitz der Gemeinde.

In der Zeit zwischen 1945 und 2001 wurde das Schloss für die unterschiedlichsten Zwecke genutzt. Die Schulküche und die Kinderkrippe waren die am längsten tätigen Einrichtungen im Schloss. Im Jahre 1987 wurde der Festsaal baupolizeilich gesperrt, da sich durch die Schäden im Dachtragwerk der Unterzug im Festsaal besorgniserregend verändert hatte. Trotz umfangreicher Bemühungen durch die Gemeinde und die Kulturbundmitglieder konnten die Missstände nicht beseitigt werden.

Erst durch die Wende wurde es möglich, die Erhaltung dieses wertvollen Kulturdenkmals nachhaltig zu betreiben. Im Herbst 1990 wurde eine erste Notsicherung durchgeführt und ab 1991 erfolgte die planmäßige Sicherung, Sanierung und Restaurierung, die auch heute noch andauert. In der Zwischenzeit konnte die Standsicherheit des Gebäudes wieder hergestellt werden. Auch die Instandsetzung der Außenfassade ist fast abgeschlossen. Im Jahre 2000 wurde der restaurierte Festsaal wieder in Betrieb genommen. Daran schloss sich die Restaurierung des Foyers und des Treppenhauses an. Alle Maßnahmen wären nicht möglich gewesen, wenn neben den Mitteln der Gemeinde, die seit 16 Jahren regelmäßig bereitgestellt wurden, nicht auch Mittel des Landes und des Bundes, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und der Marlis- Kressner-Stiftung sowie aus dem Programm LEADER+ geflossen wären.

1998 wurde der Förderverein Renaissanceschloss Ponitz e.V. gegründet. Dieser Verein ist der Betreiber des Schlosses und zeichnet für alle Belange der kulturellen Nutzung verantwortlich.

Quelle: Förderverein Renaissanceschloss Ponitz e.V., Dr. Roland Mehlig