Johann Georg Hellbrunn

(1674 - 1753)

Rathsbaumeister, Rathsmäurer, Architekt, Maurer, Brückenmeister, Herzoglicher Baumeister, Altenburgischer Baumeister, so wird der talentvolle, berühmte Schöpfer wesentlicher Gebäude nicht nur in Altenburg von namhaften Persönlichkeiten bezeichnet, die sich mit Johann Georg Hellbrunn und seinen Bauten beschäftigten.

P. Lehfeld hob hervor, dass unter Hellbrunn Altenburg eine lokale Blüte erlebte. „Er verband den etwas bombastischen Barockstil ... mit den leichteren dekorativen Formen des Regentschaftsstiles ...“ Geschickt verteilte er den Raum, gestaltete die Fenster und Flächen...hatte aber (als gelernter Brückenmeister) zu gering ausgebildetes Schönheitsgefühl und zu großes Streben nach hohlem Prunk bei oberflächlicher Ausführung, „so dass seine Fassaden an einem unausgeglichenen Gegensatz zwischen Magerkeit der Hauptgliederungen und Überladung des Schmuckes leiden“. Wir wollen nicht mit Lehfelds Auffassung streiten, geht es doch heute darum, Gewesenes wieder zu entdecken, so weit möglich zu erhalten und zu pflegen. Typisch für die meisten Hellbrunnschen Gebäude ist der Mittelteil mit Giebel und Schmuckwerk sowie die beiden ihn flankierenden, je nach Bestimmung und Finanzkraft des Bauherrn unterschiedlich breiten Seitenbauten. Nicht alle Hellbrunnschen Gebäude existieren heute noch, teils sind sie abgebrannt, teils abgerissen oder vollkommen umgebaut worden. Mit Hellbrunn arbeitete der Maurergesellen J.F.A. Rothe zusammen und errichtete die meisten seiner Gebäude mit.

Nennenswerte, noch existierende Gebäude sind das Seckendorfsche Palais, das Amts- und Landschaftshaus, das Seifensieder Bachmannsche Haus, „Stadt Gotha“, das frühere Stadtschulhaus/ Gymnasium, das Brauersche Haus und das Haus Moritzstraße 6.

(Quelle: Dr. Karl-Heinz Gehlauf in „Altenburger Geschichts- und Hauskalender 1993“ , E. Reinhold Verlag Altenburg)