Herzog Christian (1653-1707), der einzige Eisenberger Regent, kam aus Gotha. Sein Vater war Herzog Ernst der Fromme, einer seiner Oheime der legendäre Feldherr und Sieger von Lützen, Bernhard von Weimar. Ernst der Fromme gehörte zu den geistig profiliertesten deutschen Fürsten. Durch seine Schulreformen genoß er europäischen Ruhm. Ihm war nach dem Aussterben der Coburger und Eisenacher Linie und der daraufhin 1640 vorgenommenen Teilung der Weimarer Lande das neugebildete Herzogtum Gotha zugefallen. 1672 erlosch auch die 1603 durch Teilung entstandene Altenburger Linie der Ernestiner im Mannesstamm. Da Ernst mit einer Altenburgerin verheiratet war, hatte er am ehesten Anspruch auf das verwaiste Fürstentum. Als der Weimarer Herzog daranging, die an sein Territorium grenzenden Ämter (so auch Eisenberg) zu besetzen, trat ihm Ernst entgegen und setzte Verhandlungen durch, bei denen es ihm gelang, drei Viertel des Altenburger Territoriums zugesprochen zu bekommen. Erstmals seit der ersten Teilung von 1572 war wieder der größere Teil des ernestinischen Thüringen in einer Hand vereinigt. Ein wenig bedachter Herrscher hätte die ihm nunmehr zugefallene Führungsrolle zu einem weiteren Ausbau seiner Macht mißbrauchen können. Ernst der Fromme tat jedoch genau das Gegenteil. Im sogenannten „nexus Gothanus" verzichtete er auf die Einführung der Primogenitur, also auf das Alleinerbrecht des ältesten Prinzen. Im Testament wies er jedem seiner Söhne eigene Hofhaltungen zu und forderte dazu auf, das umfängliche Erbe aufzuteilen. Dies geschah dann 1680. Während Erbprinz Friedrich in Gotha verblieb und nur Teile des Altenburger Herzogtums behielt, begründeten die anderen eigene gothaische Nebenlinien. Eine davon war die durch Christian ins Leben gerufene Eisenberger.




Quelle: „An der Saale und im Holzland“ von Detlev Ignasiak; Quartus-Verlag Jena