Bad Sulza (Kr. Apolda).

Sulza verdankt Entstehung und Namen den dort aufbrechenden Salzquellen, in deren Umgebung eine Reihe von Sulza-Siedlungen entstanden, die man erst in neuerer Zeit als Berg-, Dorf- und Stadt-Sulza voneinander unterschied. Bei der ersten urkundlichen Erwähnung 1046 war Sulza bereits Mittelpunkt eines königlichen Burgwards. Älteste Siedlungspunkte waren vermutlich Berg- und Dorf-Sulza auf dem rechten Ilmufer. In der Nachbarschaft eines Edelhofs am linken Ilmufer, der als Stammsitz eines seit 1182 urkundlich bezeugten Igfl. Ministerialengeschlechts v. Sulza angesehen wird, legte Pfalzgraf Friedrich II. v. Sachsen 1064 mit Zustimmung König Heinrichs IV. einen Markt an, dessen Entwicklung zur Stadt sehr langsam und erst vonstatten ging, als Sulza über die Landgrafen von Thüringen (1180), die dort eine Gerichtsstätte (urk. 1267) besaßen, an die Markgrafen von Meißen (1243) und späteren Herzögen und Kurfürsten von Sachsen gelangt war. 1300 werden cives universi, 1353 ein oppidum S. urk. gen., aber noch im 16. Jh. wechselten die Bezeichnungen Flecken und Städtlein; eine Stadtmauer ist zwar im 15. Jh. bezeugt, aber eine Ratsverfassung erst 1540; Gerichtsbefugnisse gewann der Rat 1593. Versuche, die 1300-1550 fast eingeschlafene Salzge­winnung zu beleben, führten ilmabwärts um 1600 zur Errichtung einer neuen Saline, um die Anfang des 17. Jh. die Siedlung Neu-Sulza, in zwei weit auseinander gelegenen Teilen Ober- und Unterneu-Sulza, entstand. Im Verlauf der ernestinischen Landesteilungen, in de­nen Sulza 1572 an Sulza-Weimar, 1603 an Sulza-Altenburg fiel, kam es 1672 zu einer (bis 1920 andauernden) staatlichen Aufspaltung des Sulzaer Gebiets, als Stadt-, Dorf- und Berg-Sulza sachsen-weimarisch, die Saline mit Ober- und Unterneu-Sulza aber sachsen-gotha-altenburgisch wurden; 1826 fiel letztere an Sulza-Meiningen. Während dieser Jhh. war Stadt-Sulza eine wirtschaftlich unbedeutende, von mehreren Stadtbränden geplagte Ackerbürgerstadt; Rathaus und Stadtkirche ver­danken ihre heutige Gestalt dem Wiederaufbau nach dem Brand von 1714. Die um 1700 eingeführte Strumpfwirkerei gab wenig Auftrieb. Erst der Anschluss an die Thüringer Eisenbahn (1846), dem 1847 die Aufnahme des Solbadebetriebs folgte, führte in der 2. Hälfte des 19. Jh. zu einem sichtbaren Aufschwung, der sich in der Entstehung von Gradierwerken, Kurmittelhäusern und eines Kurparks, von Hotels, Fremden- und Kinderheimen kundtat. 1907 erfolgte die Vereinigung von Stadt- und Dorf-Sulza zu Bad Sulza, 1923 die Eingemeindung von Berg- und Oberneu-Sulza; Unterneu-Sulza wurde Ortsteil von Großheringen. (III) Hu

 

 

 

Aus Handbuch der Historischen Stätten Deutschlands – Thüringen

Herausgegeben von Dr. Hans Patze

Alfred Kröner Verlag 1989