Kleine Geschichte vom Bau der Vachaer Brücke

In jenen Zeiten suchte man Gewölbe und Brücken durch Menschenopfer unzerstörbar, Burgen uneinnehmbar zu machen. Die Sage vom eingemauerten Kind kehrt ungemein oft wieder, nur in den Nebenumständen verschieden.

Die Brücke zu Vacha war im Jahre 1342 durch die Werra zerstört worden, und da beim Neubau die Bogen immer wieder einstürzten, entschloss man sich auch da zu einem Kindesopfer.

Während der Steinmetz das Kind einmauerte, aß es ruhig von einer Semmel und bat um ein Gucklöchelchen. Und seiner herzlosen Mutter habe es nacheinander zugerufen: „Mütterchen, jetzt seh ich dich noch!“- „Mütterchen, nun seh ich dich noch ein klein wenig!“- „Ach, Mütterchen, jetzt seh ich dich gar nicht mehr“

(Sage aus „Thüringer Sagen“, Autor: Paul Quensel)