Die Mönchsbrücke


Bräunlich, E., In Chroniken gelesen


Die alte steinerne Brücke, die von Posterstein nach Nöbdenitz über den Sprottenbach führt, trägt den Namen „Mönchsbrücke“. Seit alten Zeiten berichtet die Sage, dass unter der Mönchsbrücke ein unterirdischer Gang von der Burg Posterstein seinen geheimen Ausgang hätte. Solche ge­heimen Gänge sollen sich von der Burg aus nach Crimmitschau, Ronneburg Lohma, Nöbdenitz und Selka ziehen. Vor Zeiten seien Dorfbewohner sogar noch ein Stück in diesen Gewölben gelaufen, doch dann wäre plötzlich aus der Burg ein kalter Luftzug gekommen und hätte das Licht ausgeblasen.

Nun trug es sich einmal zu. dass zwei Bauern aus Posterstein nachts am Sprottenbach „Fischleuchten“ gingen. Es war gerade Laichzeit, und die Fische hielten sich direkt am Bachufer auf, so dass sie durch den Lampenschein geblendet wurden und sich leicht fangen ließen. Auf einmal blieben die beiden Fischer wie angewurzelt stehen, denn sie sahen auf der Brücke einen Mönch, der blütenweiße Wäsche im Winde flattern ließ.

In dem Augenblicke, als ein Bauer zu sprechen anhub, platschte es im Wasser, und der Spuk war verschwunden.

In mondhellen Nächten, wenn die Nebelschleier durch den Wiesengrund schweben, geht der „Mönch“ oder die „weiße Frau“ noch heute an der Mönchsbrücke um. Doch die Eingänge zu den unterirdischen Gewölben sind längst verschüttet, und kein Mensch kann sie mehr betreten.









Quelle: „Sagen aus dem Kreis Schmölln“

2. Broschüre der Publikationsreihe zur Pflege und Vermittlung des kulturellen Erbes des Kreises Schmölln