Raritäten des Feldbaus im Altenburger Land

Kulturpflanzen aller Art hatten seit uralter Zeit im Altenburger Land sehr gute Vegetationsbedingungen; erst nach der Auskohlung haben sie diese in Teilen des Altenburger Landes nicht mehr.

Heute dominieren diese in Teilen des Altenburger Landes der Rapsanbau und verschiedene Getreidearten, nur wenig noch Kartoffel und Hackfrüchte, der Obstbau ist stark dezimiert und auf wenige Standorte geschrumpft. Von „Raritäten“ ist nicht mehr viel heimisch bei uns, aber der Hopfen zum Beispiel hat sich, wenn auch nur noch auf einem einzigen Standort, behauptet.

Früher aber gab es im Altenburger Land noch Weinbau, Tabak- und Safrananbau und etliches anderes mehr. Solche Kulturen sollen in diesem Beitrag etwas näher beleuchtet werden, denn deren Standorte sind kaum noch geläufig. Vom früher ziemlich umfangreich betriebenen Hopfenanbau ist nur die Anlage in Monstab übriggeblieben, die mit mehr als 40 Hektar doch recht bedeutend ist. Schon seit langer Zeit wurde in Monstab die Würze für das Bier kultiviert.

Der neue Herr des Hopfens aber hat viel investiert in moderne Technologien des Anbaus, der Pflege, Ernte und Verarbeitung. Und er betreibt auch gekonnt die Sortenauswahl dem Boden und der Nachfrage entsprechend.

Seit 1992 besteht dieser Betrieb der Familie Berthold, unendlich lange vorher war jedoch diese Kulturpflanze in Monstab heimisch gewesen. Monstab war zwar stets größtes Hopfenanbaugebiet bei uns, aber es gab doch noch etliche weitere Standorte, von denen meistens nur noch alte Flurbezeichnungen künden.

In der Stadt Altenburg war die Gemeindebrauerei selbst der Anbauer des Hopfens für die eigene Produktion, zum Beispiel im Hopfengrund, auch Hundgrund genannt, sowie am Hopfenberg an der Straße nach Mockern. Das Hospital besaß am Grüntaler Weg (Dreschaer Weg) einen Hopfengarten und das Rittergut Oberlödla auf eigener Flur im sogenannten „Hoppeland“.

In neuerer Zeit gab es in Mockern, westlich der Chaussee, seit 1961 eine Hopfenanlage von respektabler Größe von etwa zwölf Hektar und Priefel betrieb seit 1952 ebenfalls Hopfenanbau und auch an einigen anderen Stellen war er heimisch.

Viele Rittergüter hatten nicht nur eigene Brauhäuser, sondern einige bauten auf eigenem Grund und Boden auch den Hopfen an. Die brauberechtigten Bürger der Städte hatten zwar oft eigenes Gerät oder liehen die Braupfanne von den Kirchen, doch den Hopfen mussten sie kaufen.


Karl Czischka


Quelle: „OVZ v. 17.04.2007”