Postersteiner Kirche


Eine alte Postersteiner Sage erzählt von einem fahrenden Künstler, der in Posterstein Station machte und während seines Aufenthalts ein schlimmes Verbrechen beging. Daraufhin soll er ins Verlies der Burg geworfen und zum Tode verurteilt worden sein. Die Strafe würde allerdings in lebenslänglich umgewandelt, so die Geschichte, wenn er Altar, Kanzel und Empore für die Burgkapelle schnitzte. Und so geschah es auch, der Schnitzer namens Johannis Hopf soll an schwere Ketten gefesselt und nur mit einem einfachen Messer bewaffnet das prächtige Schnitzwerk, das die Postersteiner Kirche zu etwas Außergewöhnlichem macht, gefertigt haben. Soweit die Legende.
Tatsächlich zu sehen ist heute ein prachtvolles barockes Schnitzwerk in unbemaltem Lindenholz, bestehend aus Altar, Kanzel und Herrschaftsempore. Einmalig sind die kunstvoll gedrechselten Hohlsäulen, die die Kreuzigungsgeschichte auf dem Altar tragen. Einzig eine kleine Schrifttafel mit der Aufschrift "Johannis Hopf 1689" gibt Hinweise auf den Künstler - kein Wunder, dass man dem Unbekannten Hopf bereits eine Vielzahl unterschiedlichster Identitäten andichtete.