HASAG

Die Hugo Schneider AG (HASAG) war ein deutscher Rüstungskonzern.

1863 wurde die Lampenfabrik Haeckel und Schneider in Paunsdorf bei Leipzig gegründet. Zunächst als Manufaktur gegründet, wuchs das Unternehmen bis 1880 zu einem mittleren Industriebetrieb heran. Das Hauptgeschäft war die Herstellung von Lampen. Hugo Schneider, der zunächst nur als Teilhaber des Unternehmens auftrat, übernahm 1871 die Firma. 1899 wurde die Firma dann zur Metallwarenfabrik Hugo Schneider Aktiengesellschaft. Als Hersteller von Beleuchtungs-, Heiz- und Kochartikeln begann die HASAG schon im Ersten Weltkrieg mit der Produktion von Munitionshülsen und anderen Rüstungsgütern, welche in den Kriegsjahren den Umsatz bestimmten. Nach dem Krieg versuchte man zunächst das Unternehmen mit Artikeln, welche schon vor dem Ersten Weltkrieg produziert wurden zu erhalten. Mit beginnender Militarisierung Anfang der 1930er Jahre, konnte die HASAG Aufträge für Rüstungsgüter bekommen. Diese waren für das Unternehmen lukrativ, weil kein Vertrieb an Einzelhändler organisiert werden musste, sondern der Deutsche Staat als Großabnehmer auftrat. Deshalb spezialisierte sich die HASAG und wurde zu einem großen Rüstungskonzern in Deutschland.

1930 hatte die HASAG 1000 Beschäftigte und einen Jahresumsatz von 5 Millionen Reichsmark. Ab 1933 lieferte das Unternehmen Munition für die Wehrmacht und wurde 1934 als Wehrmachtsbetrieb eingestuft. 1939 betrug der Jahresumsatz 22 Millionen RM. [1] Das Stammwerk in Leipzig wurde von 1935 bis 1939 weiter ausgebaut. Betriebsdirektor und Prokurist war Wilhelm Renner, unter dem die HASAG zum größten Rüstungsbetrieb in Mitteldeutschland von 1939 bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges aufstieg.

Mit Ausbruch des Krieges 1939 wurde es schwer, Arbeitskräfte für das Unternehmen zu beschaffen. Trotz Dienstverpflichtung der Frauen wurden auch ausländische Arbeitskräfte angeworben, und bald durch Zwangsarbeiter ersetzt. Der Konzern bevorzugte den Einsatz und die Ausbeutung von Zwangsarbeitern aus mehreren Konzentrationslagern für seine Produktion in mehreren Betrieben, und unterhielt in Zusammenarbeit mit der von der SS verwaltete eigene Konzentrationslager.

1944 erhielt die HASAG durch den Reichsminister für Bewaffnung und Munition Albert Speer die Sondervollmacht Hochlauf Panzerfaust. Damit war der Konzern alleiniger Hersteller dieser Waffe in Deutschland, und konnte seine Werke ausbauen. 1945 wurden Tausende Häftlinge aus den HASAG-Werken auf Todesmärsche geschickt.

Nach Ende des Krieges begann man im Stammwerk Leipzig Kochtöpfe, Milchkannen, Lampen usw. zu produzieren. Bis 1947 wurden alle Maschinen und Anlagen demontiert, und durch die sowjetische Besatzungsmacht als Reparationsleistungen beschlagnahmt. Die meisten Gebäude wurden danach gesprengt.

Zivile Patente der Firma HASAG wurden nach 1949 von Volkseigenen Betrieben in der DDR zur Produktion genutzt. So stellte zum Beispiel die Firma MEWA (VEB Metallwaren Leipzig) eine Starklichtlampe nach einem Muster der HASAG her. Der VEB Leuchtenbau Leipzig hatte die Rechte der Wortmarke HASAG und verlängerte diese 1963. Erst 1974 wurde die Marke vollkommen gelöscht.

http://de.wikipedia.org/wiki/HASAG