Friedrich II., Kurfürst von Sachsen 1428-1464

Nach dem Tode Friedrichs I. führten die Söhne Friedrich II., Wilhelm III., Sigmund und Heinrich die Regierung zunächst gemeinsam. Friedrich als dem Älteren kamen die Kurwürde und die Kurlande zu (Gebiet um Wittenberg). Militärische Vorstöße ins benachbarte Böhmen wurden zwar nach der Niederlage des revolutionären Flügels der Hussiten in den inneren Auseinandersetzungen bei Lipany (1434) seltener, aber Friedrich II. zog 1438 nochmals ins Nachbarland, um Anhänger der utraquistischen Adelspartei zu bekämpfen. Das sächsische Territorium konnten die Brüder weiter ausbauen, einmal durch den Erwerb der im Bereich der früheren Mark Meißen gelegenen Besitzungen der Burggrafen von Meißen. Die reichsunmittelbare Burggrafenwürde ging 1426 an die Vögte von Plauen über, die behielten von dem alten burggräflichen Länderkomplex aber nur die Grafschaft Hartenstein, das Schloss Frauenstein erwarben nach längerem Streit 1439 ebenfalls die Wettiner. Diese zogen 1443 auch von dem in Nordböhmen sitzenden Berken von der Duba Schloss Hohenstein, sowie 1451 Wildenstein an sich, so dass nun auch auf dem nördlichen Elbufer die Grenze zu Böhmen auf dem Kamm der Sächsichen Schweiz lag.

Nach dem Tod Heinrichs (1435) und dem Eintritt Sigmunds in den geistlichen Stand war eine Neuordnung der politischen Machtverhältnisse notwendig geworden. Da 1440 die thüringische Nebenlinie der Wettiner ausstarb, beherrschten Friedrich und Wilhelm für 5 Jahre wiederum den gesamten Territorialbesitz der Wettiner. Dann wies die Teilung zu Altenburg, korrigiert durch den Halleschen Machtspruch , 1445 den thüringischen Teil Wilhelm und den meißnisch - pleißenländischen sowie den Kurkreis Friedrich zu. 1446 brach zwischen ihnen der „Bruderkrieg“ aus, dessen beiderseits rücksichtslose Kampfführung dem Land tiefe Wunden schlug. Als 1451 zu Naumburg Friede geschlossen wurde, blieb es bei der bisherigen Länderverteilung. Eine der kurfürstlichen Gefolgsleute in diesem Krieg, der Ritter Kunz von Kaufungen, sah sich in seinen Ansprüchen auf Entschädigung für erlittene Gefangenschaft nicht genügend berücksichtigt und beschloss den Raub der beiden Söhne Friedrichs II., Ernst und Albrecht, als Faustpfand für seine Forderungen. Der Übeltäter wurde gestellt, ehe er mit seinen Geiseln böhmisches Gebiet erreichen konnte und musste auf dem Marktplatz zu Freiberg das Schafott besteigen.

In den Beziehungen zum benachbarten Böhmen brachte der Tag zu Eger (Cheb) 1459 eine grundlegende Wende. Friedrich und Wilhelm kamen mit dem böhmischen König Georg von Podebrad zu einem Ausgleich, der unter anderem durch ein doppeltes Heiratsbündnis besiegelt wurde, gleichzeitig erfolgte eine Markierung der sächsisch-böhmischen Grenze auf dem Kamm des Gebirges. Friedrich II. hatte gewünscht, dass seine ihm 1464 nachfolgenden Söhne Ernst und Albrecht die Regierung gemeinsam führen sollten.