Dr. h.c. Curt Elschner

1876 in Willerstedt bei Apolda geboren, 1963 in Erfurt verstorben, galt Curt Elschner in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts als Inbegriff eines "Selfmademan" zu den berühmtesten Hoteliers Deutschlands. 1903 begab sich der Gastwirtssohn und ungelernte Kellner mit Übernahme des "Metropol"-Hotels in Erfurt in die Selbständigkeit - 1907 eröffnete er dort die "Elschner-Passage" - 1913 in Hamburg das Hotel "Esplanade".
Nach dem Kriegsdienst übernahm er 1920 mit dem Berliner Hotel "Excelsior" das nach seinen eigenen Worten "größte Hotel des Kontinents", welches er umfassend nach amerikanischem Vorbild modernisierte. Für Schlagzeilen sorgte hier u.a. die Anlage eines eigenen Bahnhofstunnels nebst eigenständigem Elektrizitäts- und Wasserwerk.

Vicki Baum entnahm dem im "Excelsior" pulsierenden Geschäftsleben die Anregung zu ihrem Roman "Menschen im Hotel" (1931).
Mit dem Ende der Weimarer Republik fiel Curt Elschner in die Ungnade der Nationalsozialisten, die ihm vorwarfen, Adolf Hitler die Aufnahme im "Excelsior" verweigert zu haben, und wurde mit vielfältigen Schikanen belegt. Nach dem 2. Weltkrieg zog er sich in das von ihm gepachtete Hotel auf der Wartburg zurück.
Neben seiner Geschäftstüchtigkeit zeichnete sich Elschner immer wieder als großzügiger Wohltäter und Mäzen aus. Im Jahr 1926 dankte es ihm Eisenach mit der Ehrenbürgerwürde ebenso alsbald auch sein Geburtsort Willerstedt und die Gemeinde Bischofswiesen bei Berchtesgaden. Die für den Volksschüler zweifellos größte Anerkennung sollte aber 1929 die Verleihung der Ehrendoktorwürde an der Universität Würzburg darstellen.

Nach dem Tod des Stifters wurde die "Curt Elschner- Stiftung" 1969 durch den Rat der Wartburgstadt aufgelöst und die Galerie in den Bestand des Thüringer Museums überführt. Einige als "geringwertig" eingestufte Werke sollten vom staatlichen Kunsthandel der DDR verkauft werden. 1993 hob das Thüringer Landesverwaltungsamt die Rechtmäßigkeit der Stiftungsauflösung auf; 2002 fand im Beisein der Nachfahren Curt Elschners die erste Kuratoriumssitzung der neu ins Leben gerufenen Stiftung statt. Gegenwärtig zählt die Galerie 83 Werke, die nach dem Abschluss umfangreicher Restaurierungsarbeiten und wissenschaftlicher Bearbeitung dem erneuerten Stiftungsauftrag gemäß wieder der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollen.

Quelle: www.eisenach-city.de/.../Curt_Elschner.htm