Melchior Bauer
D-04600 Altenburg
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Melchior Bauer, ein deutscher Luftfahrtpionier, wurde am 19. Oktober 1733 in Lehnitzsch bei Altenburg geboren. Er war der Sohn eines Handfronbauern und erlernte den Beruf eines Gärtners. Aus einem Zitat in der Bibel schloss er, dass es des Menschen Bestimmung sei, Herrscher über die drei Elemente Erde, Wasser und Luft zu sein. Melchior Bauer beschreibt in seiner anschließend verfassten Flugzeughandschrift von 1765, veranschaulicht durch Konstruktionszeichnungen, ein Gleitflugzeug. Der technische Aufbau seines „Gnadenstuhls“ (der durch Gottes Gnade den Menschen fliegen lassen kann) wird detailliert beschrieben.
Melchior Bauer ging kurz nach Beendigung des Siebenjährigen Krieges nach England, um beim dortigen König Georg III. Geld für den Bau seines geplanten Flugapparats zu erbitten, wurde jedoch erst gar nicht vorgelassen. Anschließend richtete er ein entsprechendes Schreiben an den preußischen König Friedrich II. und wurde ebenfalls abgewiesen. So schickte er seine „Flugzeughandschrift“ 1767 an Graf Heinrich XI. von Reuß-Greiz, der aber weder das Skript zurücksandte noch dessen Eingang registrierte. So verschwand Bauers Schrift in den Greizer Archiven und kam erst 1921 im Archiv des Oberen Schlosses von Greiz wieder zu Vorschein. Melchior Bauer jedoch verließ 1770 seinen Heimatort Lehnitzsch mit unbekanntem Ziel.

Die Konstruktion gehört zu den beachtenswerten schriftlich niedergelegten Flugzeug-Projekten des 18. Jahrhunderts. Ohne die Fluggeschichte beeinflussen zu können, entwickelte Bauer, der keinerlei Vorbildung in diesem Gebiet besaß, schon 125 Jahre vor Otto Lilienthal Techniken, welche heute zu Grundkomponenten moderner Flugzeuge geworden sind.

Landkreis:
Altenburger Land

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