Hans Fallada und Schloss Tannenfeld
D-04626 Tannenfeld
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Am 13. Oktober 1913 berichtete die „Berliner Zeitung am Mittag“ mit fetten Schlagzeilen: „Die Gymnasiasten-Tragödie in Rudolstadt“, darunter ist zu lesen: „Kein Duell sondern Doppelselbstmord“ und „Ehrgeiz, Schriftsteller zu werden“. Die Rede ist von Rudolf Ditzen, dem Sohn eines Reichsgerichtsrates, und Hanns Dietrich von Necker. Beide wollten sich offenbar durch ein vorgetäuschtes Duell ums Leben bringen, dabei tötete Ditzen seinen Freund, er selbst überlebte schwer verletzt. Die Folge: Nach umfangreichen gerichtlichen Untersuchungen traf Rudolf Ditzen am .3. Februar 1912 im Tannenfelder Privatsanatorium des Dr. Tecklenburg ein. Während des Aufenthaltes in der Klinik reifte Ditzens Wunsch weiter, literarisch tätig zu werden. Darin bestärkte ihn auch die Bekanntschaft mit dem französischen Schriftsteller Romain Rolland. Als Ditzen 1913 das Tannenfelder Sanatorium verließ, führte ihn der Weg nach Posterstein, wo er bis 1915 als Eleve tätig ist. Zwei Jahre später begann er unter dem Namen Hans Fallada mit der Arbeit am Roman „Der junge Goedeschal“. Ihm sollen in den nächsten Jahrzehnten noch mehr als zwanzig Romane und Erzählungen folgen, darunter solche Bestseller wie „Wer einmal aus dem Blechnapf frisst“, „Wolf unter Wölfen“, „Bauern. Bonzen, Bomben“, „Der eiserne Gustav“, „Geschichten aus der Murkelei“, „Jeder stirbt für sich allein“.

Landkreis:
Altenburger Land

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