Georg Spalatin
D-04600 Altenburg
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Georg Spalatin wurde als unehelicher Sohn eines Rotgerbers geboren. Nach dem Besuch der Stiftsschule kam er 1497 an die St. Sebaldusschule in Nürnberg. Im Sommersemester 1498 immatrikulierte er sich an der Universität Erfurt, studierte zunächst Philosophie und erwarb 1499 den ersten akademischen Grad eines Baccalaureus. 1502 wandte er sich der neu geschaffenen Universität Wittenberg zu, wo er griechische und geschichtliche Studien betrieb und am 2. Februar 1503 als einer der ersten an der Artistenfakultät den akademischen Grad eines Magisters erwarb. Anschließend studierte er nochmals in Erfurt die Rechte und Theologie und wurde nach seiner Priesterweihe 1508 Erzieher des späteren Kurfürsten Johann Friedrich. 1514 ernannte Friedrich ihn zu seinem Hofkaplan und dann zu seinem Geheimschreiber an der Universität Wittenberg. Spalatin war seitdem als Beichtvater des Kurfürsten dessen vertrautester Diener, begleitete ihn zu fast allen Reichstagen und vermittelte fast ausschließlich Friedrichs Beziehungen zu Martin Luther. Nach dem Tod des Kurfürsten 1525 trat Spalatin die Nachfolge des ersten evangelischen Pfarrers in der St. Bartholomäikirche in Altenburg an. Georg Spalatin starb am 16. Januar 1545. Er wurde in der St. Bartholomäikirche beigesetzt. Eine Steinplatte im Altarraum und eine Bronzetafel mit einem Nekrolog in Latein (von J. Stigel, einem Schüler Melanchthons) sowie ein Steinrelief an der Brüderkirche in Altenburg erinnern an ihn.

Die Krönung der Gedenktafel trägt die Jahreszahl 1545, die Buchstaben G.S. und das Wappen Spalatins, einen Storch, der eine sich windende Schlange trägt. Der Storch ist das Sinnbild der Liebe und Freundschaft und die Schlange das des Teufels. Die Inschrift darunter lautet in freier Übersetzung (Pfarrer A. Löbe): „Spalatins kühles Gebein, es ruhet hier unten im Grabe. Ihn, den Gereiften, ereilt hochbetagt sein Geschick. Christi Wort und Gebot, er lehrte sie wahrhaft und lauter, selbst dabei war er fromm, einfach, schlicht ohne Falsch. Rein in den Sitten erfüllte er treu seine Pflichten hier in unserer Stadt, die genannt nach der Burg ist, der alten. Jüngern der Künste, durch die Gelehrsamkeit wird erworben, half er und war strebenden Geistern ein Freund. Selbst gelehrt und bewandert auf allen Gebieten, kannt er die Zeiten und alle ihre Geschehniss. Auf uns bringend die Tage einstiger Fürsten schrieb er manch tapfere Tat von Sachsens tapferen Führern, die die oberste Macht dir, deutsche Erde, einst schenkten und noch jetzt dir sind Dienst und Zierde zugleich. Siehe herab auf ihn, der in ernster Ehrfurcht dir diente, nimm ihn, Christus, hinauf in dein ewiges Reich."

Landkreis:
Altenburger Land

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